Rape Day zeigt, dass Steam eine Qualitätskontrolle braucht

Update: Valve entscheidet sich gegen eine Veröffentlichung.

Update (07.03.2019): Wie Valve mitteilt, hat man sich gegen eine Veröffentlichung von Rape Day entschieden.

Nachdem es letztes Jahr Diskussionen rund um das Spiel Active Shooter gab, hatte Valve neue Richtlinien für Steam angekündigt, mit denen alles außer Dingen erlaubt sei, die man für illegal oder Trollerei halte.

Wie das Unternehmen in einem Blogeintrag mitteilt, trifft man keine Vorauswahl und schaut sich das an, was via Steam Direct auf die Plattform kommt. "Wir müssen dann eine Ermessensentscheidung hinsichtlich der Risiken für Valve, unsere Entwicklungspartner und unsere Kunden treffen", heißt es. "Nach umfassenden Untersuchungen und Diskussionen denken wir, dass 'Rape Day' unabsehbare Kosten und Risiken birgt, daher wird es nicht auf Steam veröffentlicht."

"Wir respektieren den Wunsch von Entwicklern, sich frei auszudrücken", erklärt Valve. "Der Sinn von Steam ist, Entwicklern dabei zu helfen, eine Zielgruppe zu finden. Aber dieser Entwickler hat Inhalte und eine Darstellungsform gewählt, die es für uns sehr schwierig macht, ihm dabei zu helfen."

Die Produktseite wurde im Zuge dessen entfernt.

Originalmeldung (04.02.2019): Mit der Qualitätskontrolle hat es Steam seit einer Weile nicht mehr so. Wäre für das Unternehmen aber vielleicht besser.

Dann gäbe es auch nicht Titel wie das Vergewaltigungsspiel Rape Day auf der Plattform (via derStandard).

Erschienen ist der Titel bislang nicht - das soll im April passieren - und er wird anscheinend auch nur in bestimmten Ländern verfügbar sein. Sofern ihn Steam tatsächlich freigibt.

Der Entwickler (Desk Lamp) möchte damit nach eigenen Angaben einen Nischenmarkt ansprechen. Schließlich seien vier Prozent der Bevölkerung Soziopathen, ihnen dürfte Rape Day gefallen.

Die "Story" des Spiels? Spieler steuern einen Serienkiller und Vergewaltiger während einer Zombie-Apokalypse und währenddessen belästigt, tötet und vergewaltigt der Protagonist Frauen. Eine Szene, in der der Spieler ein Baby tötet, habe er bereits geschnitten, teilt der Entwickler mit. Und entschuldigte sich bei "allen, die dies sehen wollten".

Desk Lamp bezeichnet das Ganze im Übrigen als Visual Novel mit "schwarzem Humor". Zudem ist er mit einem Verweis auf GTA überzeugt davon, dass sein Spiel nicht illegal sei. Die Leute müssten verstehen, dass virtuelle beziehungsweise fiktive Taten nicht zu einem moralischen Verfall führen.

Seit mehr als einem Monat melden Steam-Nutzer das Spiel, aber bislang hielt es Valve anscheinend nicht für nötig, aktiv zu werden.

Ein Argument mehr für den Epic Games Store.

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Über den Autor:

Benjamin Jakobs

Benjamin Jakobs

Leitender Redakteur News  |  f1r3storm

Seit 2006 bei Eurogamer.de und spielt hauptsächlich auf Konsolen. Mag Sci-Fi, Star Wars UND Star Trek. @f1r3storm auf Twitter.

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