Google Stadia erklärt - Erscheinungstermin, Controller, technische Details und alles was wir sonst über Googles Spiele-Streaming-Dienst wissen

All unsere Infos über Google Stadia an einem Ort.

Heute wurde Google Stadia angekündigt und wie immer bei neuer Hardware - und in diesem Fall Software - gibt es aktuell mehr Fragen als Antworten.

Wir wissen allerdings gut über den Google Stadia Controller Bescheid, und dank eines fantastisch tiefschürfenden Digital Foundry Interviews mit Googles Phil Harrison und Majd Bakar (Englisch), wissen wir auch über einige wichtige Details darüber wie Google Stadia funktioniert.

Zudem, sollte dir immer noch verständlicherweise ein wenig verwirrt sein, können wir immerhin schon eure wichtigste Frage beantworten: Was ist Google Stadia?

Alles, was wir über Googles ersten großen Vorstoß ins Reich des Gamings wissen, von den Grundlagen, bis zu den Details, findet ihr unten stehend.

Auf dieser Seite :

Was ist Google Stadia? Googles Streaming-Plattform erklärt

Google Stadia ist Googles Entwurf davon, wie "Next Gen" Gaming aussehen wird. Es ist ein Streaming-Dienst, ja, aber es ist auch eine Plattform für sich, mit echtem Potenzial, die Größe, den Umfang und die visuelle Qualität von Spielen zu entfesseln, und - wenn es gut funktioniert - es ist ein Weg, nahtlos vom Zuschauen bei Spielen zum Selberzocken überzugehen - und wieder zurück.

Eine Google Stadia Konsole? Gibt es nicht! Auch kein physisches Gerät das ihr kaufen müsstet, damit es die Spiele für euch abspielt. Stadia, wie Phil Harrison es sagt, ist ein "Ort", der ist, "wo immer Youtube auch ist" - das bedeutet: auch auf Smart TVs, Laptops, Tablets, Smartphones, Desktop-PCs oder gestreamt vom Google Stadia Controller (mehr dazu weiter unten) und dargestellt via Chromecast auf einem Fernseher in eurem Wohnzimmer.

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Es ist nicht ganz so einfach zu erklären, aber es gibt drei zentrale Erkenntnisse, die man aus der Enthüllung Stadias ziehen kann, die euch eine gute Vorstellung davon vermitteln, was genau Google Stadia ist, bevor wir uns auf die Details stürzen.

  • Es ist ein Dienst, wie YouTube oder Netflix, der euch Spiele erleben lässt, wo immer ihr über eine gute Internetverbindung verfügt. Qualitäten von bis zu 4k bei 60 FPS sind bestätigt, mit Plänen für 8k und darüber hinaus. Außerdem stellt es eine große Steigerung in Sachen "Power" dar, die den Entwicklern zur Verfügung steht. Wie Phil Harrison es ausdrückt: "das beste Beispiel wäre wohl Battle Royale, bei dem wir von Hunderten Spielern zu Tausenden oder gar Zehntausenden kommen könnten. Ob das jetzt Spaß macht oder nicht, das ist eine andere Sache. Aber technologisch gesehen ist das einfach eine Schlagzeilen machende, vorstellbare Zahl."
  • Stadia wurde design, um drastisch die "Reibung" des modernen Gamings zu reduzieren. Google behauptet, jedes Spiel lade in fünf Sekunden oder weniger. Man kann ein Spiel kaufen und direkt los spielen, Stadia anstellen und unmittelbar etwas altes oder neues spielen, und nahtlos zwischen Zuschauen und selber Spielen hin und her wechseln...
  • Es wurde um die Idee herum entworfen, dass die Zukunft des Gamings darin besteht, Spiele am selben Ort anzuschauen und selbst zu spielen: "Unsere Vision für unsere Plattform ist, diese beiden Welten zu vereinen, sodass man jemandem beim Spiel zugucken kann, mit nur einem Klick selbst spielt, und umgekehrt". Man kann gleichzeitig ein Spiel in 4K 60 FPS zocken und es auf YouTube in 4K 60 FPS streamen, Freunde einladen oder Zuschauer - oder sich ihnen anschließen. Man soll hier sehr ins Detail gehen können, seine Zuschauer etwa herausfordern können, eine bestimmte Mission unter genau denselben Voraussetzungen zu absolvieren, oder durch das Klicken auf einen Link in einem YouTube-Walkthrough exakt zu der Stelle im Spiel gelangen. Es ist auf grundlegender Ebene in YouTube integriert.
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Hier ein Beispiel, wie Stadia in einen Assassin's Creed Odyssey YouTube-Trailer integriert ist.

Der Google Stadia Controller und technische Details - wie funktioniert Stadia?

Kurz gesagt, funktioniert Stadia folgendermaßen: Google verfügt rund um den Globus über unzählige Datenzentren - Orte mit Unmengen Hardware, die Stadia betreiben. Schaltet ihr Stadia ein, so wie auch YouTube oder Netflix anschalten würdet, werdet ihr zu einem davon verbunden. Und diese Datenzentren rendern die Spiele. Ihr schnappt euch ein Controller, all die harte Arbeit verrichtet die Stadia-Hardware irgendwo in einem großen unfassbar lauten Raum, während ihr Spiele auf eurem Fernseher oder Telefon spielt.

Die einzige Verbraucher-Hardware, die Google anbieten wird, ist der Stadia-Controller. Hier erfahrt ihr alles, was ihr darüber wissen müsst.

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Der Google Stadia Controller erklärt

Stadia-Controller ähnelt den meisten anderen gängigen Controllern, und sieht dabei wie eine minimalistische und vielleicht ein wenig langweilige Mischung aus DualShock-4- und Xbox-One- oder Switch-Controller aus. Ein bisschen mehr gibt es aber schon zu wissen:

  • Auf nicht-smarten TVs wird Chromecast eingesetzt, zu dem sich ein Google Stadia Controller verbindet.
  • Der Stadia Controller verbindet sich über WiFi mit dem Stadia-Dienst, nicht mit dem Chromecast. Der erhält nur die Daten vom Stadia-Service, die er dan nauf dme Bildschirm darstellt.
  • Ein Google Stadia Controller ist ansonsten allerdings nicht zwingend notwendig. Jeder USB-Controller (Xbox, PlayStation, Third-Party oder sonst USB-gebundene Controller) kann genutzt werden, um Stadia zu spielen. Der einzige Bildschirm, bei dem man einen Workaround braucht, wenn man keinen Stadia-Controller nutzen will, ist der Nicht-smarte Fernseher. Dann muss man Stadia mit Controller auf einem Laptop spielen und diesen per Videokabel an den TV anschließen. So kommt man um die Stadia-/Chromecast-Kombination herum.
  • Der Stadia Controller verfügt über all die üblichen Funktionen moderner Gamepads, bringt aber auch zwei neue mit: Eine Share-Taste steuert Dinge wie Streaming und dergleichen. Die andere ist eine Taste, mit der man den Stimmen-gesteuerten Google-Assistenten zuschalten kann.
  • nutzte den Stadia Controller, könnte auch Stimmkommandos einsetzen. Phil Harrisons Beispiel: "Hey Google, ich würde gerne Spiel X mit Majd und Patrick spielen", der Assistent soll daraufhin sofort ein Multiplayer-Spiel mit den gewünschten Spielern einrichten.
  • Auch Geräte von Drittherstellern könnt ihr nutzen: Digital Foundry hat das Razer Raiju Mobile genommen und mit einem Controller gespielt. Es wird erwartet, dass Google einige offizielle Partner hierfür vorstellen wird, Details oder Bestätigungen ließ man sich allerdings noch nicht entlocken. (Wie Harrison es ausdrückt, gebe es einige wirklich gute Dritthersteller-Lösungen, die man vom Start weg unterstütze. "Und wir haben auch einige andere Ideen, sind aber noch nicht bereit, diese mitzuteilen.")

Google Stadia - technische Details

Eine umfassende Analyse lest ihr in Rich Leadbetters Digital-Foundry-Artikel zu den Spezifikationen von Google Stadia, doch hier schon mal die grundliegenden Details:

  • CPU: Custom, server-class 2.7GHz hyper-threaded x86 CPU mit AVX2 SIMD und 9.5MB L2+L3 cache
  • GPU: Custom AMD GPU mit HBM2 Speicher und 56 Compute Units, 10.7 Teraflops
  • RAM: 16GB RAM mit bis zu 484GB/s Performance
  • Storage: SSD Cloud-Speicher

Wie viele Kerne die CPU haben wird, wissen wir noch nicht. Aber Schätzungen (und es sind wirklich nur Schätzungen) von Leadbetter zufolge könnte es sich um denen handeln, der Google's Cloud Server Specs-Seite angegeben ist. Richard dazu: "die ist in der Lage, bis zu 96 virtuelle CPU-Kerne zu liefern und bis zu 624 Gigabyte Speicher ansteuern". Oder mit anderen Leadbetter-Worten: "das wird ein wahrhaftiger Generationensprung."

Es ist vollständig skalierbar, nur um das nochmal klarzustellen. Es ist kein einzelnes Stück Hardware wie eine Xbox One X. Es ist "elastisch", um es in Googles Worten auszudrücken. Mehrere Instanzen davon können "gestapelt" werden - wir haben zum Beispiel eine Demonstration mit drei simultan laufenden GPUs gesehen - und die Idee sieht zumindest so aus, dass für Entwickler innerhalb eines angemessenen Rahmens alles möglich ist.

Wesentlich mehr Details zur Technologie, besonders im Hinblick auf die Netzwerk-Technologie, lest ihr in unserem Digital-Foundry-Interview mit Harrison und Bakar.

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Die Hauptsorge beim Streaming ist natürlich die Latenz. Harrison behauptet, dass diese Probleme durch Googles Investitionen ins Datenzentrum "gelöst und gelindert" wurden. Er spricht von einem hochqualitativeren Erlebnis für mehr Leute und "fundamentalen Fortschritten" bei Kompressionsalgorithmen.

Darüber hinaus betonte er die ominöse Tatsache, dass "viele Google-Technologien das grundlegende Gefüge des Internets bilden". Es ist diese langjährige Erfahrung, von der das Unternehmen definitiv mit der Technologie hinter Stadia profitiert.

Google Stadia Veröffentlichungstermin und Preiserwartung, Internet-Voraussetzungen und alles, was wir sonst noch wissen

Es gibt bis jetzt noch kein konkretes Veröffentlichungsdatum für Google Stadia, aber wir wissen, dass Google Stadia noch 2019 an den Start geht.

Dieser Termin gilt für "die USA, Kanada, Westeuropa und Großbritannien", sagt Googles VP Phil Harrison im Gespräch mit Eurogamer via Digital Foundry. Zu anderen Territorien gibt es bislang keine Bestätigung von Google, aber es ist klar, dass sie in Zukunft mehr Märkte abdecken möchten.

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Es gibt auch noch keine Informationen zum Preis des Stadia-Controllers. Da sich aber andere Current-Gen-Controller in einem Bereich von rund 60 Euro bewegen, vermuten wir einfach mal, dass der Preis auf einem ähnlichen Niveau liegen wird. Des Weiteren gibt es noch keine Infos dazu, ob Google Stadia als Service mit Kosten verbunden ist - wie zum Beispiel Netflix oder der Xbox Game Pass - oder ob es wie YouTube kostenlos angeboten wird.

Google Stadia - Digital Foundrys Berichterstattung auf Eurogamer:

Bevor wir euch unsere finale Liste mit wissenswerten Dingen zeigen, kommt hier eine Zusammenfassung all unserer bisherigen Analysen und Informationen zur Ankündigung:

Internet-Geschwindigkeitsvoraussetzungen, Moderation und andere Dinge, die es über Stadia zu wissen gibt

Zu guter Letzt zeigen wir euch hier ein paar andere wichtige Punkte aus unserer Digital-Foundry-Berichterstattung zur Ankündigung von Google Stadia. Aber denkt daran, dass auf den verlinkten Seiten viel mehr Details auf euch warten:

  • Eine gute Internetverbindung wird benötigt - es gibt derzeit keine festen Zahlen als Anforderungen. 25 Mbps an Bandbreite waren für Stadias Vorgänger Project Stream nötig. "Es ist zu erwarten, dass diese Zahlen sinken, vor allem in Anbetracht der Verbesserungen und Optimierungen. Wir werden das definitiv unterbieten", sagt Majd Bakar. Das gilt für 60-FPS-Streaming in 1080p. "Bei 4K60 sind es definitiv mehr!", sagt er, aber für 1080p60 "sollten es definitiv weniger" sein. Rechnet für den Moment also erst mal mit 25 Mbps als Mindestanforderung.
  • Der Eingabe-Lag ist leicht höher als bei der schon ziemlich hohen Xbox One X, aber rechnet damit, dass dies bis zum Launch weniger wird. Mehr dazu lest ihr in der Hands-on-Analyse von Stadia.
  • Neben 4K60 unterstützt der Stream noch HDR und Surround Sound - und ihr könnt gleichzeitig in der gleichen Qualität auf YouTube streamen.
  • Wird Google alles aufzeichnen, was wir tun und spielen? Baker sagt, dass es "am Spieler liegt". "Wir zeichnen nicht alles auf. Wenn der Spieler das für das Spiel aktiviert, dann streamen wir es in 4K."
  • Stadia ist "ein Teil deines Google-Accounts, im Prinzip ist dein Gmail-Account dein Login für Stadia".
  • Patches und ähnliche Dinge werden damit komplett aus der Rechnung genommen. "Was die Performance anbelangt, klickst du auf einen Link und das Spiel startet in weniger als fünf Sekunden: Kein Download, kein Patch, keine Installation, keine Updates und in vielen Fällen wird auch keine Hardware benötigt."
  • Der Energieverbrauch wird drastisch reduziert. "Chromecast benötigt weniger als fünf Watt, wird per Micro-USB mit Strom versorgt. Eine typische Konsole verbraucht rund 100 bis 150 Watt."
  • Die Akkulaufzeit für Gaming auf Smartphones wird ebenfalls drastisch erhöht. Bakar sagt: "Du spielst lediglich ein Video ab. Assassin's Creed, Doom oder ein anderes anspruchsvolles Spiel auf deinem Handy verbraucht weniger Akku als das Spielen eines Mobile-Titels. Du kannst bis zu zehn Stunden spielen."
  • Aktuell läuft es noch nicht auf Smart-TVs, allerdings ist das geplant. "Für den Moment konzentrieren wir uns auf Chromecast. Von einem technischen und praktischen Standpunkt aus gesehen ist es dort, wo auch immer YouTube ist." Nochmal: Ein "fundamentaler" Teil der Plattform ist, dass sie "bildschirmagnostisch" ist. Die Idee ist, dass ihr euch überall dort, wo ihr euch in Google einloggen und YouTube schauen könnt, auch via Stadia spielen könnt.
  • Google spricht von einer "großartigen" Unterstützung durch Entwickler, anscheinend spricht man bereits seit Jahren mit ihnen darüber. Darüber hinaus haben sie mit Stadia Games und Entertainment ihr eigenes First-Party-Studio gegründet. Derzeit gibt es aber keine Neuigkeiten oder Ankündigungen von diesem Studio oder zu irgendwelchen Stadia-Exklusivtiteln. Jade Raymond, zuvor bei EA, ist jetzt VP bei Google und leitet das Studio.
  • Google sagt, dass es sehr einfach für Entwickler ist, vorhandene Spiele auf Stadia anzubieten.
  • Stadia bietet "volle Cross-Play-Unterstützung" mit anderen Plattformen und Splitscreen-Couch-Koop-Multiplayer ohne Kompromisse bei der Darstellung.
  • Google hat seinen eigenen Stadia Store, in dem ihr Spiele findet und entdeckt. Auch hier ist die Idee, dass ihr überall über einen Stadia-Link dorthin kommt, ob in einem YouTube-Video, über die Google-Suche, in einem Artikel oder über WhatsApp und Discord. Ihr könnt Spiele anschauen, kaufen und direkt starten.
  • Wichtig ist auch, dass Stadia laut Harrison "einen sehr robusten Ansatz in Bezug auf die Community-Moderation" hat. Er verspricht bestmögliche Elternkontrollen und Systeme, mit denen Eltern festlegen können, was ihre Kinder spielen, mit wem und wann sie das tun.
  • Der Datenschutz ist natürlich eine große Sache für diejenigen, die verständlicherweise im Hinblick auf Google ein wenig skeptisch sind. "Wir haben definitiv vor, dem Nutzer die Kontrolle über alles zu geben. Das gleiche Maß an Kontrolle und Funktionen, die ihr von Google erwartet, gilt auch für uns", sagt Harrison.

Das ist alles, was wir für den Moment haben! Möchtet ihr mehr über Stadia wissen, denkt daran, den oben verlinkten Artikeln einen Besuch abzustatten. Wir werden diese Seite aktualisieren, sofern wir mehr über den großen Launch im Jahr 2019 erfahren.

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Über den Autor:

Chris Tapsell

Chris Tapsell

Staff Writer

Chris Tapsell is Eurogamer's Staff Writer, its newest Chris, and a keen explorer of the dark arts of gaming, from League of Legends to the murky world of competitive Pokémon.

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