Sekiro: Shadows Die Twice ist auf allen Konsolen beeindruckend, die einzige Enttäuschung sind die wackeligen 30fps auf der Standard-Hardware und eine schwankende, uneingeschränkte Framerate auf den verbesserten Geräten. Die Brillanz des Spiels kommt zwar dennoch zur Geltung, aber die PC-Version ist noch mal was anderes: Feste 60fps in 1080p sind kein Problem für Mainstream-Grafikkarten, während durch Mods Ultra-Wide-Display-Support und eine konstante Framerate mit bis zu 144 Frames pro Sekunde erreicht wurden. Sekiro läuft auf dem PC am besten, was klare und offensichtliche Vorteile fürs Gameplay hat.

Die Unterschiede, die sich in der PC-Version zeigen, werden vor allem dann sichtbar, wenn ihr zu den Konsolenversionen zurückkehrt - meine Wahl fiel auf die Xbox One X. Und was für ein Unterschied das war. Die Konsolenversionen sind visuell verwirrend und das Gameplay ist deutlich weniger beständig und sogar schwieriger. Der größte Unterschied zwischen den Versionen ist für mich, dass ich mich auf dem PC dafür verantwortlich fühle, wenn ich sterbe, weil ich mehr Kontrolle darüber habe. Auf der Xbox fühlt es sich willkürlicher an, den richtigen Zeitpunkt für das Drücken des Buttons zu finden, mit dem ihr eine Parade ausführt. Auf dem PC tippe ich die Taste dann an, wenn es sich richtig anfühlt - und in so ziemlich allen Fällen habe ich das gewünschte Resultat.

Aber das ist nicht der einzige Punkt, in dem ein gut ausgestatteter PC sich an die Spitze setzt. Es entsteht der Eindruck, dass die PC-Portierung im Gegensatz zu den Konsolenversionen richtig gut optimiert ist und vielleicht sogar die Lead-Plattform war. Normalerweise sind GPUs wie die Nvidia GTX 1060 oder AMDs RX 580 dazu in der Lage, die Konsolen-Performance zu verdoppeln, wenn sie in 1440p60 mit Konsolen-ähnlichen Einstellungen laufen, wobei sich nur wenige Probleme zeigen. Daraus lässt sich schlussfolgern, dass weniger leistungsstarke GPUs dazu in der Lage sind, den Titel in 1080p an seine 60-FPS-Grenze zu bringen. AMD könnte ein paar Treiberoptimierungen gebrauchen, bei 1080p zeigt sich ein gelegentliches Stottern und bei 1440p ist es viel ausgeprägter.

Alles, was ihr über die exzellente PC-Portierung von Sekiro wissen müsst, wie gut sie läuft und wie sie sich im Vergleich mit den Konsolenversionen schlägt.

Die PC-Version von Sekiro bietet auch eine Reihe visueller Voreinstellungen, die die Konsolenversionen übertreffen. Es scheint, als laufe es auf der Xbox One X in 1080p mit Einstellungen, die der hohen Stufe auf dem PC entsprechen - und mit Texturen auf Maximum. In Anbetracht dessen gibt es allerdings kaum visuelle Vorteile, tatsächlich fallen die Unterschiede in der Qualität eher subtil aus. Schatten haben weniger Kanten, Ambient Occlusion, Motion Blur und Screen-Space Reflections werden feiner dargestellt. Und die Beleuchtungsqualität sorgt dafür, dass mehr Lichtquellen in der Ferne gerendert werden.

Wichtig ist, dass die hohen Voreinstellungen den Großteil der Magie vermitteln und eurer Framerate zugute kommen. Das sollte nicht überraschend sein. Es sind die Xbox-One-X-Voreinstellungen und durch eine Reduzierung der Qualitätseinstellungen nimmt die Qualität der Präsentation entsprechend ab. Abseits der Auflösung gibt es aber keine spezifische Einstellung, die euch einen großen Geschwindigkeitsvorteil bietet. In unseren Tests erhöhte die Reduzierung der Schatten von Maximum auf Hoch die Framerates um vier Prozent. Ähnliche Anpassungen beim Detailgrad der Beleuchtung und der Schatten führten zu einer um jeweils sieben Prozent besseren Performance. Das exzellente Temporal-Super-Sampling-AA des Spiels (ein deutliches Upgrade gegenüber From Softwares vorherigen Spielen) beschert euch fünf Prozent mehr Leistung, wenn ihr es deaktiviert. Aber ich würde empfehlen, es aktiviert zu lassen, obwohl Tweaker vielleicht die Nutzung von Post-Process-Lösungen via Reshade bevorzugen.

Sekiro läuft gut auf einem breiten Spektrum an Hardware und die Resultate im High-End-Bereich sind ziemlich bemerkenswert. Mit einer RTX 2080 Ti ist es möglich, das Spiel in den höchsten Einstellungen in 4K60 zu spielen. Und dabei sah ich keinen einzelnen Frame-Drop, selbst in Bereichen, von denen ich vermute, dass die Dark-Souls-Spiele dort Probleme gehabt hätten. Ich denke, From Software hat was am Ablauf der Prozesse geändert, vor allem im Hinblick auf die Performance fressenden Alpha-Effekte. Blutspritzer und Feuer beeinflussen die GPU-Performance nicht so sehr, wie sie das in vorherigen Versionen der Engine taten. Mit einer RTX 2080 Ti könnt ihr ebenso auf maximalen Einstellungen in 120fps spielen. Die einzigen Drops zeigen sich dabei in Form eines winzigen Schluckaufs, von dem ich annehme, dass das Streaming dafür verantwortlich ist, vermutlich von der CPU, dem Arbeitsspeicher oder der SSD. Beachtet, dass es gelegentlich solch winzige Schluckaufs mit der Framerate auf jedem PC gibt. Ich vermute, dass das Streaming der Daten im Hintergrund dafür verantwortlich ist. Im Großen und Ganzen habt ihr hier aber durchgehend ein reibungsloses Spielerlebnis.

Xbox One XMax SSAOHigh SSAOMedium SSAOSSAO Off
Die Xbox One X scheint die hohen SSAO-Einstellungen zu verwenden, wodurch sich ein dünner Umriss rund um Objekte in der Ambient Occlusion zeigt.
Xbox One XMax Shadow QualityHigh Shadow QualityMedium Shadow QualityLow Shadow Quality
Die Schatten auf der Xbox One X entsprechen der hohen Einstellung, aber mit einer verminderten Filterung, wodurch sie kantiger wirken. Ignoriert den Schatten des Tores auf dem PC - er stammt von zerstörbarer Umgebung, die auf der Xbox zerstört wurde.
Xbox One XMax Shadow QualityHigh Shadow QualityMedium Shadow QualityLow Shadow Quality
Die Schatten auf der Xbox One X entsprechen der hohen Einstellung, aber mit einer verminderten Filterung, wodurch sie kantiger wirken.
Xbox One XHigh Motion BlurMedium Motion BlurLow Motion BlurMotion Blur Off
Das Motion Blur scheint der hohen Stufe des PCs zu entsprechen, die Zahl der Samples ist gleich.

Ich denke, From Software hat bei der PC-Portierung von Sekiro: Shadows Die Twice exzellente Arbeit geleistet. Das Produkt hinterlässt in nahezu jeder Hinsicht einen technisch kompetenten Eindruck, wenngleich es nicht perfekt ist. Nicht ganz jedenfalls. Zum einen fühlt es sich so an, als würde sich From hier zurückhalten. Der Code ist zu weit mehr in der Lage, als es die Entwickler ihm zugestehen.

Sekiro schafft es von Haus aus ohne große Probleme, das Maximum von 60 Frames pro Sekunde zu erreichen - wie bei Froms vorherigen PC-Veröffentlichungen. Aber wie bereits erwähnt, gibt es Mods, die diese Begrenzung der Framerate aufheben und so bis hin zu 144fps ermöglichen. Anfängliche Bugs wurden ausgemerzt und das Spiel läuft wunderbar in höheren Framerates - sogar die Verschlusszeit bei der Bewegungsunschärfe passt sich an. Modder haben ebenso Ultra-wide-Display-Support aktiviert, was gut funktioniert, aber gleichzeitig die Frage aufwirft, warum es keinen offiziellen Support für diese Features gibt?

Bugs und Glitches scheint es kaum zu geben, aber der HDR-Support ist ein wenig problematisch. Es funktioniert, aber ich musste mit Alt+Tab aus dem Spiel gehen, damit HDR aktiviert bleibt und die Farben des Spiels nicht verwaschen wirken. Habt ihr Probleme mit dem Spiel, startet es, geht mit Alt+Tab auf den Desktop und dann zurück ins Spiel, um HDR zu aktivieren - dann sollte es funktionieren. Es gibt einige Berichte, wonach das Spiel manchmal einen begrenzten Gamma-Modus nutzt und die Farben verwaschen sind. Ich habe ohne Erfolg versucht, dies zu reproduzieren, aber die Berichte sind so zahlreich und glaubwürdig, dass es hier ein Problem geben könnte.

Trotz einiger weniger Probleme besteht für mich kein Zweifel daran, dass Sekiro: Shadows Die Twice ein tolles PC-Spiel ist. Die Skalierbarkeit in puncto Grafikqualität gegenüber den Konsolen ist zwar kaum der Rede wert, aber das Spielen mit konstanten Framerates von 60fps und darüber hinaus bietet ein sehr viel besseres Spielerlebnis im Vergleich zu jeder Konsolenversion. In Anbetracht dessen lege ich euch ans Herz, es auszuprobieren.

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