Mortal Kombat 11 - mein Leben als Schnitzel

Eindrücke aus der Online-Beta.

Ich hätte ahnen können, wie das endet, wenn ich mich am Online-Multiplayer von Mortal Kombat 11 versuche. Ich treffe in meinem ersten Match auf jemanden, der weiß, wie man einen der Fatalities von Scorpion ausführt. Um genau zu sein: Er peitscht mich mit seiner Kette in zwei Teile und meine Gedärme fallen raus. Scorpion Wins!

Der Fatality ist in Multiplayer-Mortal-Kombat sowas wie das erlaubte und geachtete "Teabagging" des kleinen Mannes. Und natürlich bin ich dem umgehend zum Opfer gefallen. Davon mag man halten, was man will, aber dieser Demütigung ging doch ein relativ spannendes Match voraus, in dem ich als Baraka meine Klingen mehr als einmal an den Hals des Gegners legen durfte.

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Autsch! Da blutet die Blutpriesterin Skarlet.

In der Beta konnte ich insgesamt nur fünf Kämpfer spielen: Scorpion, Baraka, Skarlet, Jade und Kabal. Von den Single-Player-Modi war der Story-Modus aktuell noch nicht spielbar, stattdessen konnte ich mich im Tower-Modus durch eine vorgegebene Reihe von Kämpfen prügeln, allerdings auch nur gegen die eben genannten Charaktere, außerdem gabs den besagten Online-Multiplayer. Und, nicht zu vergessen, die Möglichkeit, euren Charakter anzupassen.

Mortal Kombat 11 verspricht, "eine große Menge an Ausrüstung und Kosmetika" für jeden Kämpfer. Eine Auswahl dessen konnte ich mir schon ansehen und ja, diese Kosmetika sorgen dafür, dass ihr eure Figuren erstaunlich stark variieren könnt. Aber: In genau diesem Zusammenhang werden wohl auch die Mikrotransaktionen eingesetzt, die Entwickler Ed Boon inzwischen in einem Interview bestätigt hat. Die seien zwar darauf ausgerichtet, "niemanden wütend zu machen", aber was heißt das schon? Wütend werde ich jedenfalls, wenn mir Kabal seine Widerhaken in den Körper schlägt, nur um mich dann wie ein Schnitzel von einer Seite des Bildschirms zum anderen zu werfen. Ich revanchiere mich mit einer schönen Kombo aus Schlägen und Tritten.

Diese Kombos gehen im Vergleich zu Mortal Kombat 10 nun ein bisschen leichter von der Hand, machen dafür aber gefühlt weniger Schaden. Der aus eben jenem Teil bekannte Energiebalken ist nun aufgeteilt und zwar in eine offensive und eine defensive Ader. Beide regenerieren sich separat und je nachdem, wie voll sie gerade sind, habt ihr unterschiedliche Verteidigungs- und Angriffstechniken zur Verfügung. Ich möchte dem Entwickler aber an dieser Stelle wirklich danken, dass zumindest ein Single-Player-Modus zur Verfügung stand, denn gegen menschliche Spieler hätte ich das niemals bemerkt. "Get over here!", rief Scorpion, rammte mir seinen Enterhaken in die Brust, riss mich mit den Armen rudernd an sich heran und verpasste mir anschließend einen herzerfrischenden Schädelbasisbruch, wie schon in den vergangenen Serienteilen in einer detailreichen Rötgen-Nahaufnahme dargestellt.

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Im Menü könnt ihr eure Figur umfassend anpassen. Etwa mit dem blutroten Venenschlitzer, dem Top-Accessoire 2019.

Achja, die Gewalt. Die ist in Mortal Kombat nun mal Standard und ehrlich gesagt habe ich in diesem Fall gar nichts dagegen. Alles, was ihr hier zu sehen bekommt, ist dermaßen überzogen und unrealistisch, dass man eigentlich nur darüber lachen kann. Mortal Kombat zeigt kein menschliches Leid, es geht nur um Splatter-Effekte, wie man sie selbst aus italienischen Horror-Filmen der 80er-Jahre nicht kennt. Das zelebriert Mortal Kombat aber natürlich auch im neuesten Teil wieder.

Neu hinzugekommen sind die sogenannten Fatal Blows, die ihr dann auslösen könnt, wenn der Gegner besonders wenig Energie übrighat. Meistens genügt ein solcher Angriff dann, um die Leiste ganz zu leeren, insofern eignet sich so ein Fatal Blow hervorragend als Vorspiel für einen Fatality.

Also: Rammt dem Gegner erst mal einen Speer quer durch den Kopf, um ihn dann nochmal kamerawirksam via Kettenpeitsche in zwei Hälften zu zerteilen. Und danach, stochert besser nochmal mit einem Ast in seinen Körperhälften rum, er könnte ja noch leben (nein, letzteres geht nicht. Aber es hätte mich nicht gewundert, wenn es doch Teil des Moves gewesen wäre.)

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Mal ehrlich: Wenn man aus zwei Hälften besteht, hat man die Kontrolle über sein Leben verloren.

Jeder Kämpfer in Mortal Kombat 11 hat zwei verschiedene Fatalities und ich möchte sagen: Sie sehen ekelhafter aus denn je. Überhaupt, optisch ist Mortal Kombat 11 eine Pracht. Es ist nicht fotorealistisch, aber auf eine seltsame Art bringt es gut rüber, dass hier wirklich Körper durch die Gegend fliegen, dass hier wirklich Fleisch auf den Boden klatscht. Hier kommt das oben erwähnte Schnitzel wieder ins Spiel: Es wird geklopft, geprügelt und gefühlt auch noch in Eiern und Paniermehl gewälzt und schließlich in Butterschmalz gebraten. Und wenn einem dann Scorpion im Online-Multiplayer zeigt, wo der Hammer hängt, fühlt man sich wirklich, als wäre jede einzelne Fleischfaser gebrochen. Schön mürbe.

Mortal Kombat 11 ist kein Button Masher, es ist eines jener Prügelspiele, dass man gewissermaßen "können" kann. Ich bin wahrlich kein Meister in diesem Genre, aber schon jetzt treffe ich online auf Leute, die mich nicht ein einziges Mal zum Zug kommen lassen. Und trotzdem, wahrscheinlich werde ich meinen Spaß an einem herrlich dämlichen Story-Modus haben, wenn das Spiel erstmal fertig ist. Bis dahin lerne ich dann vielleicht besser eine Reihe von Spezial-Moves und Fatalities auswendig, um online mithalten zu können.

Entwickler/Publisher: NetherRealm Studios, QLOC, Shiver/Warner Bros - Erscheint für: PC, PS4, Xbox One, Switch - Preis: etwa 60 Euro (PC), etwa 70 Euro (Konsole) - Erscheint am: 23. April 2019 - Gespielte Version: PS4 - Sprache: deutsch - Mikrotransaktionen: Ja

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Über den Autor:

Markus Grundmann

Markus Grundmann

Freier Autor

Seine ersten Videospiele konsumierte Markus auf dem Game Boy. Heute spielt er so ziemlich alles, bei dem er auf Knöpfe drücken kann – mit besonderer Vorliebe für Nintendo und extravagante Indie-Titel.

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