Einen wunderschönen guten Morgen! Angesichts der Tatsache, dass heutzutage im Minutentakt interessante Spiele erscheinen und man kaum noch hinterherkommt, trotzdem aber alles irgendwo zur Sprache kommen soll, gibt es ab sofort diese neue Artikelreihe. Einmal die Woche präsentieren wir euch (meist) aktuelle Indie-Spiele, bei denen wir nicht einsehen, dass sie in der Masse der Releases untergehen.

Baba Is You (12,49, Switch, PC)

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Ihr könnt ja mal anhand des Screenshots ein bisschen rätseln.

Wie wäre es, wenn ihr bei einem Spiel einfach nach Lust und Laune die Regeln verändern könntet? Hier könnt ihr! Ihr steuert die kleine Figur Baba in der Top-Down-Perspektive durch zweidimensionale Level und müsst meistens ein kleines Fähnchen erreichen, um den Level zu beenden. Das geht jedoch meistens nicht auf Anhieb, also improvisiert ihr und verschiebt das Regelwerk. Ein Beispiel: Macht ihr aus Baba is You einfach Wall is You, bewegt ihr künftig sämtliche Wände im Spiel. Nehmt ihr das Stop aus Wall is Stop raus, könnt ihr plötzlich durch Wände laufen. Und fügt ihr die Worte Lava is Push zusammen, könnt ihr ehemals tödliche Lava verschieben.

Baba Is You erlaubt es, dass ihr Rätsel auf unterschiedlichste Art und Weise löst, gerade das Herumexperimentieren macht Spaß. Und wenn ihr mal etwas falsch gemacht habt, könnt ihr einfach schrittweise wieder zurückspringen, ganz ohne das ganze Level von Vorn beginnen zu müssen. Baba is Win!

Bedtime Blues (8,19 Euro, PC)

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Traut seinem abgesunkenen Kopf nicht!

In Bedtime Blues verkörpert ihr ein kleines Kind, dem es in seinem Kinderzimmer eigentlich ganz gut gehen könnte, denn es hat jede Menge Spielzeug. Dumm nur, dass eines davon ein altes Erbstück vom Vater ist, der es wiederum von seinem Vater hat, der es vermutlich ebenfalls von seinem Vater hat: einen schönen Teddybär. Problem: Er versucht, euch umzubringen. Dieses Geschehen untermalen die Entwickler mit einem sehr grusligen Soundtrack, der unter anderem das unvermeidliche Pop Goes the Weasel im Spieluhren-Stil enthält.

In einem etwas gewöhnungsbedürftigen aber dem allgemeinen Grusel angemessenen 3D-Pixelstil versucht ihr also dem Tod zu entrinnen, indem ihr tut, was Kinder nunmal tun, beispielsweise nachsehen, ob sich unter dem Bett Monster verbergen. Und bei Gott, haltet bloß stets eure Taschenlampe in aufgeladener Form bei euch!

Nova Drift (12,49 Euro, PC)

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Feuer!

Der Weltraum und seine Weiten - was es in dieser Unendlichkeit wohl zu entdecken geben mag? Neue Planeten, fremdartige Völker, Naturwunder? Alles Quatsch! Das hier ist Asteroids mit Upgrades und frischer Grafik. Passt, wackelt, hat Luft.

Mechstermination Force (11,99 Euro, Switch)

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Dieses mechanische Monster hat seine besten Zeiten hinter sich.

Roboter, überall Roboter und nur eine Chance, sie zu besiegen: die Mechstermination Force! Der gehört ihr natürlich als Retter der Menschheit an. Im Grunde ist Mechstermination Force eine Abfolge von verschiedenen Bossgegnern, die ihr besiegen müsst, indem ihr auf ihre Schlüsselstellen schießt. Klingt altbacken, fühlt sich aber erstaunlich rund an, vor allem aufgrund der Gegnervielfalt und der vielen verschiedenen Phasen, die sie haben - spielt sich alles in allem wie eine Mischung aus Contra und Shadow of the Colossus. Na wenn das nichts ist?

She Remembered Caterpillars (11,99 Euro, Switch, PC)

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She Remembered Caterpillars spielt sich ausnehmend entspannend.

Dass sie sich an Raupen erinnert, das war schon im Jahr 2017 klar, seinerzeit erschien das Spiel nämlich auf Steam. Jetzt wurde es aber auch für die Switch umgesetzt und das hat einen gewissen Vorteil: Touch-Steuerung nämlich.

Bei She Remembered Caterpillars müsst ihr ein paar niedliche kleine Figürchen in einer 2D-Welt zu ihrem Ziel bringen. Die roten Figürchen können aber nur über die roten Brücken gehen, die blauen nur über die blauen Brücken. Dafür aber die blauen Figuren durch die roten Tore und umgekehrt. Außerdem können sich beide vereinen und werden dann lila ...

Ihr merkt schon, es handelt sich um ein Puzzle-Game, aber um ein wirklich tolles und vor allem wunderschönes. Es macht Spaß, die Figuren per Fingerzeig durch die Gegend zu bewegen und auszuprobieren, welche Hindernisse sie bewältigen können und welche nicht. Die Lernkurve ist niedrig, das Erfolgserlebnis nach jedem gelösten Level trotzdem schön.

Photographs (9,99 Euro, PC)

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Photographs ist ein Spiel zum verlieben.

In Photographs macht ihr genau das: Fotos. Ihr erlebt nach und nach fünf miteinander verwobene Geschichten und verfolgt die teilweise wirklich traurigen Schicksalsschläge der Protagonisten. Zwischendurch fotografiert ihr Schlüsselszenen aus ihrem Leben und spielt dann kleinere, meist simpel zu lösende Minispiele, um die Handlung voranzutreiben. In Sachen Gameplay ist das keine Offenbarung, aber das ist es auch nicht, was die Entwickler wollen: Es sind die Geschichten, die rührender kaum sein könnten und von denen ich nicht gedacht hätte, dass sie in Minispielen einen so guten Ausdruck finden würden. Nehmt als Beispiel den Großvater, der seine Enkelin vor dem Herztod retten will und dabei immer wieder an seine Grenzen stößt - ein trauriges, aber schönes, kleines Erlebnis.

Don't Escape: 4 Days in a Wasteland (14,99 Euro, PC)

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Der Mond hatte auch schon mal bessere Tage.

Die Pixelgrafik mag ein freundliches Szenario erahnen lassen, aber das hier ist das Gegenteil. In Don't Escape: 4 Days in a Wasteland müsst ihr nicht nur wie in klassischen Adventures Rätsel lösen, sondern auch schlicht ums nackte Überleben kämpfen, wie der Titel schon erahnen lässt vier Tage lang. Die Kombination aus Survival- und Point-and-Click-Elementen funktioniert überraschend gut und das Spiel baut trotz Grobpixeligkeit eine packende Atmosphäre auf - vielleicht gerade weil es viel eurer Vorstellung überlässt.

Vielleicht aber auch, weil die Situation so hoffnungslos erscheint. Denn das hier ist nicht einfach die Klimakatastrophe, stattdessen hat ein unbekanntes Ereignis den Mond in zwei Teile gespalten. Im Anschluss ist auf der Erde binnen kürzester Zeit alles gestorben. Tiere, Pflanzen ... nur ihr eben nicht.

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Über den Autor:

Markus Grundmann

Markus Grundmann

Freier Redakteur

Seine ersten Videospiele konsumierte Markus auf dem Game Boy. Heute spielt er so ziemlich alles, bei dem er auf Knöpfe drücken kann – mit besonderer Vorliebe für Nintendo und extravagante Indie-Titel.