Das Eurogamer-Indie-Roundup: Steampunk Dungeon Crawler, Sierra lebt, ihr sterbt und zermatschte Wikinger

Jede Menge dystopische Science Fiction

In unserem Indie-Roundup präsentieren wir euch einmal die Woche (meist) aktuelle Indie-Spiele, die ansonsten in der Masse der Releases leicht untergehen könnten.

Zusammen macht alles mehr Spaß, auch holprige Anfänge.

Cryofall - AtomicTorch Studio - Daedalic

1
Sieht jetzt nicht gerade aufregend aus, ja. Aber zusammen macht das Überleben in der Wildnis wirklich mehr Spaß als allein.

Cryofall versetzt das Survival-Genre in den Multiplayer-Modus. In einer handgezeichneten, wenn auch trotzdem etwas sehr simpel aussehenden 2D-Spielwelt lauft ihr herum und versucht, euren Feinden zu entkommen - beispielsweise giftigen Schlangen. Netterweise könnt ihr euch gegenseitig helfen und alles tun, was ihr in anderen Survival-Spielen auch macht: Werkzeuge craften, Nahrungsmittel anbauen, sowas. Im Moment ist das Spiel für den PC im Early Access erhältlich und diese Phase wird auch noch mindestens ein Jahr dauern. Gefühlt wird das Ding noch ein paar Jahre Entwicklung brauchen, aber für Freunde des Survival-Genres und deren Freunde lohnt sich jetzt vielleicht schon ein Koop-Blick. Weil: Zusammen macht ja alles immer mehr Spaß.

Preis: 19,99 Euro Erhältlich für: PC

Warum zurück nach Hause, wenn es in der Ferne so schön sein kann.

Out There: Ω The Alliance - Raw Fury

2
Richtig, quite a lot of work. Und ratet mal, wer die machen darf?

Out There: Ω The Alliance ist ein kleines Highlight für die Switch. Ihr verkörpert einen Astronauten, der eigentlich in den Weltraum geschickt wurde, um von fernen Monden Rohstoffe zu erbeuten, die geeignet sind, die ausgebrannte Erde des 22. Jahrhunderts zu retten. Das geht aber schief und nach einer Zeit im Kälteschlaf findet ihr euch in einer unbekannten Zone des Weltraums wieder. Out There wird in einer wunderschönen 2D-Grafik dargestellt und fühlt sich an wie eine Symbiose aus Strategiespiel und Adventure mit einem Hauch Survival.

Nicht nur könnt ihr verschiedene Planeten besuchen, ihr verwendet dafür auch unterschiedliche Raumschiffe, trefft Alien-Rassen, lernt deren Sprache und taucht wirklich tief in ein reichhaltiges Fantasy-Universum ein. Je nachdem, wie ihr euch benehmt, bekommt ihr eines von fünf verschiedenen Enden. Ein schönes Spiel für lange Zugfahrten.

Preis: 13 Euro Erhältlich für: Switch

Das Beste ist das, was man nicht braucht.

Ghost 1.0 - @unepic_fran

3
Die Spielwelt in Ghost 1.0 will erkundet werden - das macht sie auf fast jedem Bildschirm deutlich.

Ghost 1.0 ist das zweite größere Spiel von Francisco Téllez de Meneses, seines Zeichens Entwickler des Fantasy-Metroidvanias Unepic. Und auch dieses Spiel stammt wieder aus dem gleichen Genre, spielt aber diesmal in der entfernten Zukunft. Als Sci-Fi-Agent dringt ihr in eine Raumstation ein und schaltet neue Fähigkeiten frei, die euch wiederum den Weg in Bereiche ebnen, die bis dahin unzugänglich waren. Die Grafik ist simpel und die Steuerung etwas gewöhnungsbedürftig, unter anderem weil die Sprungfunktion auf einer Schultertaste liegt, aber daran gewöhnt man sich. Das Spiel selbst begeistert vor allem, weil der Entwickler mit viel Liebe zum Detail Items in der Spielwelt versteckt hat, die ihr zwar nicht unbedingt braucht, die es sich aber zu finden lohnt, unter anderem weil sie die teils kniffligen Kämpfe ein bisschen einfacher machen. Es lohnt sich aber auch, weil der Entwickler im Gegensatz zu seinem Erstlingswerk auf einen Haufen Sparwitze verzichtet hat. Die Handlung bleibt spannend und überhaupt eignet sich Ghost 1.0 dank simpler Grafik ganz hervorragend für den Handheld-Modus der Switch.

Preis: 9,99 Euro Erhältlich für: PC, PS4, Xbox One, Switch

Das Steampunk-Dungeon-Master

Vaporum - Fatbot Games

4
Im Spielverlauf von Vaporum könnt ihr euer Exoskelett nach und nach aufrüsten.

Ihr erinnert euch vielleicht noch an die beiden Teile von Legend of Grimrock. Entwickler Almost Human hatte sich seinerzeit von Klassikern wie Eye of the Beholder oder Dungeon Master inspirieren lassen und das Spielprinzip des 3D-Dungeon-Crawlers in ein modernes Gewand gesteckt. Fatbot Games übernimmt nun genau dieses Spielprinzip, lässt aber das Fantasy-Szenario außen vor und setzt auf eine dystopisch wirkende Steampunk-Welt. Und es stellt sich heraus: Die Spielwelt ändert nichts an der Unverwüstbarkeit des Spielprinzips.

Vaporum erinnert atmosphärisch leicht an Bioshock, es hat im Gegensatz dazu aber zahlreiche Rätsel, die zwar auf vertraute Mechaniken setzen, also vor allem Schalter, Türen und Falltüren, die aber so einsetzt, dass ihr immer wieder ins Nachdenken kommt. Mit einer Spielzeit von über 16 Stunden ist Vaporum außerdem alles andere als zu kurz geraten.

Preis: 19,99 Euro Erhältlich für: PC, PS4, Xbox One, Switch

Dieser Schleim gehört auf den großen Screen!

Hob - Runic Games

5
Der Star in Hob ist die schöne, bunte Spielwelt - die leider im Handheld-Modus der Switch ein bisschen pixelig wirkt.

Auch Hob ist eines der Spiele, die es schon länger für andere Plattformen gibt, die jetzt aber ein kleines Revival auf der Switch feiern. Überhaupt entwickelt sich Nintendos Hybrid-Konsole ja immer mehr zu einer Indie-Maschine und das nicht zuletzt aufgrund von Spielen wie Hob. In einer malerisch-hübschen 3D-Welt kämpft ihr gegen eine lilafarbene Schleimmasse, die Besitz von der Welt ergriffen hat. Während ihr die Welt erkundet, müsst ihr die Schleimnester finden und vernichten. Rätsel gibt's auch, ebenso Dungeons, was dem Spiel einen leichten Zelda-Vibe verleiht. Kleines Problem auf der Switch: Im Handheld-Modus wird die Grafik ein ziemlicher Pixelbrei. Ich habe keine Ahnung, warum das so ist, aber es nimmt den Spiel doch einen Teil seines Charmes. Besser auf dem Fernseher spielen!

Preis: 19,99 Euro Erhältlich für: PC, PS4, Switch

Das Leben ist einfach besser, wenn man Boss ist.

Bossgard - Sand Sailor Studio

6
Falls ihr euch fragt, wer ich auf diesem Bild gerade bin: der Monsterwürfel.

Bossgard erscheint am 18. April im Early Access auf Steam, aber ich hatte schonmal vorab meine helle Freude daran - vor allem als Bossgegner. Ihr habt hier nämlich die Wahl, ob ihr einen Boss (beispielsweise ein einäugiges Stück Brot) oder einen von fünf Wikingern spielt, die mit unterschiedlichen Fähigkeiten versuchen, den Boss zu bezwingen. Es macht einen Höllenspaß, eure Massenvernichtungsfähigkeiten auf die tapferen Nordmänner loszulassen und zu sehen, wie sie dann brennen oder zerquetscht auf dem Boden liegen. Das Ganze funktioniert sowohl gegen Computergegner als auch gegen menschliche Widersacher und ich empfehle wirklich dringend die Rolle des Bosses. Daher schließlich auch der Name.

Preis: etwa 10 Euro Erhältlich für: PC, Switch

Sierra lebt - und deshalb müsst ihr sterben.

Whispers of a Machine - Clifftop Games, Faravid Interactive

7
Künstliche Intelligenzen sind in Whispers of a Machine schon wieder ein Ding der Vergangenheit. Und sie sind verboten.

Die Entwickler von Whispers of a Machine beschreiben das Genre ihres Titels als "Sci-Fi-Nordic-Noir". Was man sich darunter vorzustellen hat: In einer Welt, in der künstliche Intelligenzen bereits wieder der Vergangenheit angehören, müsst ihr aus Cyborg-Agentin eine Mordserie lösen, in der es unter anderem darum geht, dass künstliche Intelligenzen zwar verboten, aber immer noch vorhanden sind. Die üblichen Adventure-Mechaniken erweitert der Titel um ein paar eurer kybernetischen Fähigkeiten, etwa der Analyse von Herzschlag und Blutgruppe eurer Gesprächspartner.

Aus irgendeinem Grund erinnert mich Whispers of a Machine eher an klassische Sierra-Adventures als an die Lucas-Arts-Vertreter, was aber nicht daran liegt, dass ihr permanent unfaire Tode sterbt, es ist eher die Ernsthaftigkeit der Spielwelt und die Benutzerführung, die entfernt den Geruch eines Police Quest verströmt. Nehmt das aber bloß nicht als Negativbewertung auf, Whispers of a Machine ist ein atmosphärisch dichter Titel mit toller, klassischer Science-Fiction-Geschichte im besten Stil eines Philip K. Dick. Das heißt, es ist großartig! Nur auf Pixelgrafik stehen, das muss man natürlich trotzdem.

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Über den Autor:

Markus Grundmann

Markus Grundmann

Freier Autor

Seine ersten Videospiele konsumierte Markus auf dem Game Boy. Heute spielt er so ziemlich alles, bei dem er auf Knöpfe drücken kann – mit besonderer Vorliebe für Nintendo und extravagante Indie-Titel.

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