Das Indie-Roundup: Schwerter, Ausgrabungen, Sachbeschädigung

Verpasst auf keinen Fall das erste!

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In Katana Zero hinterlasst ihr eine Spur aus Blut.

In unserem Indie-Roundup präsentieren wir euch einmal die Woche (meist) aktuelle Indie-Spiele, die ansonsten in der Masse der Releases leicht untergehen könnten.

Katana Zero: Einmal Samurai sein?

Hotline Miami, nur mal von der Seite: Das hammerharte Action-Adventure glänzt mit düsterem Humor und all dem Devolver-Charme.

Wollt ihr ein Samurai sein? Dann tut euch einen Gefallen und spielt dieses Dark Souls von einem Schwertkampfspiel! Dieses bockharte Abenteuer, das so schwer zu meistern ist, dass ihr euch am Ende fühlt wie ein echter Kämpfer, wenn ihr es tatsächlich schafft, einen schwierigen Gegner um die Ecke zu bringen! Spielt dieses blutige, düstere, tödliche, schwarzhumorige Game, in dem ihr den Tod betrügt, indem ihr die Zeit manipuliert. Publisher Devolver selbst beschreibt sein Spiel als "stylischen Neo-Noir-Action-Plattformer" und mir sind das eigentlich ein paar zu viele deskriptive und dann gekoppelte Worte, um ein Genre zu beschreiben, aber bei Gott, das beschreibt das Spiel zur Gänze.

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In Katana Zero hinterlasst ihr eine Spur aus Blut.

Tatsächlich fühlt sich Katana Zero in seinen besten Momenten an wie eine Art Sidescroller-Version von Hotline Miami, weil ihr nämlich permanent ein Massaker anrichtet und sich das in seinem Flow anfühlt wie ein mörderischer Tanz. Eine Lebensanzeige gibt es nicht, wenn ihr getroffen werdet, sterbt ihr. Die Kunst besteht demzufolge darin, nicht getroffen zu werden und genau das fühlt sich an wie ein Rausch. Für den Preis von drei bis vier Bier (je nach Gegend und Bier) könnt ihr den auf der Switch und auf dem PC haben.

Preis: 12,49 Euro
Erhältlich für: PC, Switch

Heaven's Vault: Berufswunsch: Archäologe

Im Weltraum gibt es auch Ruinen: Entschlüsselt die Rätsel einer fernen Welt und erfahrt auch noch was über Archäologie.

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Einen Roboter zu haben, der alles kommentiert, das ist schon eine schöne Sache.

Es gibt ja typische Kinderberufswünsche. Feuerwehrmann beispielsweise. Das wollte ich auch mal werden, nebenbei aber auch Archäologe, weshalb mich meine Eltern immer eher zu Wanderungen überreden konnten, wenn unterwegs irgendwelche Ausgrabungsstätten lagen. Insofern kommt mir Heaven's Vault sehr entgegen. Als Archäologin namens Aliya erkundet ihr zusammen mit einem Roboter eine Welt, die vielleicht (ich bin mir wirklich nicht sicher) nicht ganz zufällig an den Iran erinnert, von Entwickler Inkle aber in ein Sci-Fi-Weltraumszenario platziert wird.

Interessant dabei ist nicht nur die Tatsache, dass sich im Verlauf des Spiels das Verhältnis von Aliya zu ihrem Roboter freundschaftlich vertieft, sondern eben auch, inwiefern Heaven's Vault euch nahebringt, was Archäologie bedeuten kann.

Ihr findet Schriftzeichen, wisst nicht, was sie bedeuten und müsst dann aufgrund von Verhältnissen des einen Zeichens zum anderen darauf schließen, was ihr da seht. Wenn ihr jemals ein Gefühl dafür haben wolltet, wie es sich anfühlt, auf einem Alien-Planeten Zeug auszugraben: Bitteschön!

Preis: 21,99 Euro
Erhältlich für: PC, PS4, iOS

One Finger Death Punch 2: FIGHT!

Billig im Look, billig im Design, billig im Preis. Aber manchmal funktionier billig eben doch, wie bei diesem Fun-Beat'em'up.

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Schlagt nach links, schlagt nach rechts - Hauptsache ihr schlagt.

Es gibt gewisse Anzeichen für wirklich mieses Spieldesign. Standard-Schriftarten beispielsweise. Oder dumme, wie aus dem Generator stammende Namen. One Finger Death Punch 2 erfüllt mit seinen hübschen Arial-Lebensbalken und seinem, naja, Namen, beides. Aber aus irgendeinem Grund macht es wahnsinnig viel Spaß. Ihr seid ein Strichmännchen und kämpft gegen anderen Strichmännchen. Das hier ist kein Sekiro, nicht ansatzweise komplex. Kommt der Gegner von links tretet ihr halt nach links, kommt er von rechts, kickt ihr logischerweise dahin. One Finger Death Punch 2 fängt einfach an, im Laufe der Zeit könnt ihr aber beispielsweise auch Messer aus der Luft zurückwerfen. Oder Schwerter. Ein unheimlich befriedigendes Gemetzel.

Preis: 6,59 Euro
Erhältlich für: PC

Type:Rider: Schriftarten - das Spiel

Eine der größten Erfindungen der Menschheit - Schrift - als Jump'n'Run. Sollte nicht funktionieren, aber tut es irgendwie eben doch.

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... hätte dieses Spiel gemocht.

... und wo wir gerade schon bei Schriftarten waren: Hier ist ein Spiel, das sich ganz und gar diesem Thema widmet und zwar historisch ausgehend von Höhlenmalereien und Hieroglyphen. Dass das dann als ein 2D-Plattformer kulminiert, mag ein wenig gekünstelt erscheinen, funktioniert aber, wenn man sich für das Thema interessiert. Type:Rider ist eine Reise durch die Geschichte der Schrift und erfüllt somit den Bildungsauftrag den der Herausgeber sich auf die Fahne geschrieben hat. Der Herausgeber ist nämlich Arte und wie wir alle wissen, haben wir es deshalb mit Kunst zu tun. Nicht aber mit Ausdruckstanz. Wirklich, das macht Spaß!

Preis: 4,99 Euro
Erhältlich für: so ziemlich alles, nur nicht für die Xbox One. Aber für die PS Vita!

Vandals: Sachbeschädigung - das Spiel

Jet Set Radio als Stealth-Spiel. Lasst euch nicht erwischen, wenn ihr an die Wände sprüht, was immer ihr wollt.

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Vorsicht, Polizei!

Wir bleiben bei Spielen von Arte, diesmal dreht es sich aber um kein klassisches Bildungsthema, sondern um Street Art. Ihr wisst schon, das ist das, was Leute an Häuserwände malen. Irgendwie merkt man Arte an, dass sie nicht so sehr aus einer Game-Developer-Ecke kommen, denn Vandals spielt sich wie etwas, das jemand machen würde, der seit Tetris kein Spiel mehr gespielt hat. Aber das muss nichts Schlechtes sein, im Gegenteil habe ich das als interessanten Ansatz wahrgenommen.

Vandals ist in seinem Kern nämlich ein Stealth-Titel, bei dem ihr euch schrittweise um Häuserecken drücken müsst, um dann die Wände vollzusprühen. Womit, das könnt ihr selbst bestimmen. Ich will euch nicht unterstellen, dass es etwas Obszönes sein wird, aber in meinem Fall war es das. Haha!

Preis: 4,49 Euro
Erhältlich für: PC, Switch, Android, iOS

Neo Atlas 1469: Das schöne Leben nach dem Tutorial

Hoffnungslos überteuert, nicht gerade schön, aber zumidnest bringt diese Patrizier-Interpretation innere Qualitäten mit.

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Könnte hübscher sein, aber hey, die inneren Werte zählen.

Erinnert ihr euch an alte, deutsche Management-Klassiker wie Patrizier oder Fugger? Erinnert ihr euch daran positiv und habt kein Problem damit, euch durch ein wirklich stundenlanges Tutorial zu wühlen? Dann ist Neo Atlas 1469 genau euer Ding. Übrigens ist der Soundtrack sehr angenehm langsam. Der Preis ist dafür viel zu teuer. Wartet auf ein Angebot. Aber, wie schon erwähnt: Spielt nach dem Tutorial weiter, es lohnt sich. Denkt an die Patrizier.

Preis: 42,99 Euro
Erhältlich für: Switch

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Über den Autor:

Markus Grundmann

Markus Grundmann

Freier Autor

Seine ersten Videospiele konsumierte Markus auf dem Game Boy. Heute spielt er so ziemlich alles, bei dem er auf Knöpfe drücken kann – mit besonderer Vorliebe für Nintendo und extravagante Indie-Titel.

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