Es ist wahr: Divinity-Entwickler Larian macht Baldur's Gate 3

"Wenn wir es versauen, sind allein wir dafür verantwortlich."

Es war vielleicht nicht das bestgehütete Geheimnis der Welt, aber jetzt ist es absolut offiziell: Die Larian Studios, Entwickler der hervorragenden Divinity-Original-Sin-Rollenspiele, machen Baldur's Gate 3.

Das Spiel ist seit einer Weile in Arbeit, die Produktion lief noch vor der Fertigstellung von Divinity: Original Sin 2 im September 2017 an. Es gibt allerdings noch keine Angaben dazu, wann Baldur's Gate 3 erscheint. Und die einzigen Plattformen, über die Larian spricht, sind der PC und Googles Streaming-Traum Stadia.

Das erfuhr ich Anfang der Woche während eines Gesprächs mit Larian-Gründer und Creative Director Swen Vincke. Bevor wir weitermachen, hier zuerst einmal den Ankündigungstrailer zu Baldur's Gate 3.

Ihr seht folgendes: Die Stadt Baldur's Gate und die Überbleibsel einer blutigen Schlacht. Ein Mitglied der ikonischen Flaming Fists torkelt durch diese hindurch. Es geht ihm nicht gut, gelinde gesagt, und schon bald beginnt sein Körper zu mutieren. Es ist ein grotesker Prozess, der sich "ceremorphosis" nennt. Alles beginnt mit einer Kaulquappe, die ins Auge eingesetzt wird und sich vom Wirt ernährt, bis sie letztendlich wächst und ihn überwältigt… und ein Mind Flayer zum Vorschein kommt.

Aber es ist nicht nur einer von ihnen. Zum Ende des Videos hin ist eine ganze Armee von ihnen im Himmel zu sehen, neben der gewaltigen Silhouette eines Nautiloid, einem Vehikel, mit dem die Astralebene bereist wird (es sieht ein wenig wie das fliegende Spaghettimonster aus).

Wie die Ereignisse aus dem Video mit der Geschichte von Baldur's Gate 3 im Zusammenhang stehen, wollte Swen Vincke nicht sagen. Es könnte sein, dass es zu Beginn passiert, mitten im Verlauf des Spiels oder überhaupt nicht.

Aber über das Setting wissen wir das hier: "Die Ereignisse aus Baldur's Gate 1 und Baldur's Gate 2 sind Vergangenheit", sagt Vincke. "In der Welt sind Dinge passiert." Und die - "nicht zufällig" - angekündigte Dungeons-and-Dragons-Kampagne Descent into Avernus spielt direkt vor Baldur's Gate 3. "Es ist ein neues, offizielles Kapitel in der Geschichte der Forgotten Realms und wir sind mittendrin."

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Eine Schlacht tobte.

Ursprünglich entwickelte Larian bereits ein Konzept für Baldur's Gate 3, als Divinity: Original Sin 1 noch in Entwicklung war, aber Dungeons-and-Dragons-Eigentümer Wizards of the Coast war der Ansicht, dass das belgische Studio zu grün hinter den Ohren, zu unerfahren sei. Es ist witzig, das jetzt - nach dem enormen Erfolg der Original-Sin-Reihe - zu hören. Und offensichtlich bemerkte Wizards zügig, wozu Larian in der Lage ist. "Während DOS2 kamen sie auf uns zu und sagen: 'Möchtet ihr es immer noch machen?'", sagt Vincke. Die logische Antwort war: "Ja, natürlich."

Baldur's Gate 3 ist ein großes Projekt - größer, als ich es erwartet habe. "Es sind jetzt rund 200 Leute, die intern daran arbeiten", sagt Vincke. "Und wir haben weitere 100 Leute, die sich extern damit beschäftigen, es werden nicht weniger. Es ist ein sehr großes Spiel."

"Der Trailer sollte dir einiges über die Produktionswerte verraten, die wir anstreben - es ist ein höheres Niveau als bei DOS2", fügt er hinzu. "Wie sehr das zutrifft, wirst du erkennen, wenn wir das erste Gameplay-Material zeigen", das - bevor ihr darüber nachdenkt, zu fragen - gezeigt wird, "wenn es dazu bereit ist".

"Wenn es bereit ist", ist eine Formulierung, die bei Baldur's Gate 3 häufiger zu hören ist, da Larian es selbst vertreibt. Es gibt keine Kickstarter-Kampagne - obwohl Larian auf jeden Fall die Community involvieren möchte - und keinen Publisher. Larian gibt hier den Ton an.

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Die Bösen.

"Wir werden es so gut machen, wie wir nur irgend können, bevor uns alles Geld ausgeht und wir das Spiel herausbringen müssen", sagt Vincke mit einem Lächeln. "Wir würden es vorziehen, wenn uns das vorher gelingt, aber wir werden es nicht veröffentlichen, so lange es nicht genau das Spiel ist, das wir selbst spielen sollen würden."

"Wir haben einige wirklich großartige Konzepte, ich bin überzeugt, wir haben wirklich talentierte Leute, wir haben den Support der Firma, die seit 40 Jahren Dungeons & Dragons macht ... Wir haben ein gut finanziertes Studio und Technologien, die wir selbst entwickelt haben."

"Wenn wir es versauen, sind allein wir dafür verantwortlich."

Obwohl die Entwicklung von Baldur's Gate 3 mit Volldampf vorangeht, ist es immer noch zu früh für Vincke, in Sachen Gameplay ins Detail zu gehen. "Es ist ein RPG und die erschafft man in vielen, vielen, vielen Schichten", erklärt er. Bis alles also an Ort und Stelle ist, könnte sich noch das eine oder andere ändern.

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Ein Blick auf Baldur's Gate.

Der offensichtlichste Unterschied zwischen Baldur's Gate 3 und Divinity: Original Sin ist aber klar: Larian greift auf Dungeons-and-Dragons-Regeln zurück, anstatt auf seine eigenen. Aber angesichts der sehr an Pen-and-Paper gemahnenden Natur von Original Sin im Hinblick darauf, wie viele mögliche Wege es offeriert, durch eine Situation zu gelangen, kann ich mir nicht vorstellen, dass es eine schwierige Umstellung ist. "Wir haben sehr, sehr eng mit Wizards zusammengearbeitet und festgestellt, dass wir schlicht nicht mit ihnen darüber diskutieren müssen", sagt Vincke. "wir teilen alle dieselbe Denke."

Elemente der Original-Sin-Reihe werden sich auch hier wiederfinden: Multiplayer und Koop werden mit von der Partie sein. "Yup", so Vincke. "'Seine Party zu versammeln' ist ein sehr wichtiges Konzept für Dungeons & Dragons, sei es nun eine Party mit Begleitern im Solo-Modus oder eine Party aus Freunden. Wir haben bisher gute Arbeit damit geleistet, das zu gewährleisten und umzusetzen. Deshalb ist es für uns nur logisch, das fortzusetzen."

Womit wir bei den wahnsinnigen Erwartungen wären, die nun auf Larian lasten. Ich kann mir kein Studio vorstellen, das ich lieber an Baldur's Gate 3 ranlassen würde. Aber wir reden hier über die vielleicht größte Lizenz in Sachen alter Computer-Rollenspiele, die es gibt. Einen Meilenstein. Und Larian muss ja nicht nur den alten Games gerecht werden, sondern auch den Erinnerungen ihrer Spieler. Das sind oft prägende Erlebnisse, die man mit diesen Titeln verbindet. Wie wird man damit fertig?

"Wir versuchen, darüber nicht zu viel nachzudenken", sagt Vincke mit einem Lächeln.

"Es ist in den guten Händen von Leuten, die Dungeons & Dragons lieben. Hier geekt eine enorme Menge komplett aus - für viele hier war [Baldur's Gate] ihr erstes RPG, sie wollen also ihr absolut Äußerstes geben, um das beste Spiel zu erschaffen, das sie je gemacht haben. Sie nehmen das sehr, sehr ernst."

"Aber es sind immer noch wir, nicht die ursprünglichen Leute, die es machen. Ihr werdet also zu sehen bekommen, was wir im Jahr 2019 und darüber hinaus für ein gutes RPG halten."

Mit einem letzten Lächeln schließt er: "Stellt euch auf eine Überraschung ein."

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Über den Autor:

Robert Purchese

Robert Purchese

Senior Staff Writer

Bertie is senior staff writer and Eurogamer's Poland-and-dragons correspondent. He's part of the furniture here, a friendly chair, and reports on all kinds of things, the stranger the better.

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