E3 2019 - Kann Respawn die Talfahrt von Apex Legends mit Season 2 stoppen?

Der Entwickler liefert rundum attraktivere, dynamischere Anreize, dem Spiel die Treue zu halten. Reicht das? 

Nachdem Apex Legends einigen Quellen zufolge den erfolgreichsten Start eines Free-to-play-Spieles überhaupt hingelegt hatte, sind die Erlöse aus Mikrotransaktionen mittlerweile drastisch eingebrochen und die Zuschauerzahlen auf Twitch ordentlich geschrumpft.

Viel davon gehört zum natürlichen Lauf der Dinge, sicher. Nicht jeder Höhenflug kann endlos weitergehen. Aber ein guter Teil der Probleme dürfte hausgemacht sein oder ist darauf zurückzuführen, dass Respawn auf den Erfolg des Spiels nicht wirklich eingestellt war. Die freischaltbaren Gegenstände wirkten mitunter lieblos, der Season Pass wie ein bemühter Grind von der Stange und allgemein liefern andere Spiele dieser Machart einfach größere Anreize, dauerhaft dabeizubleiben.

Im Rahmen der E3 kündigte Respawn jetzt umfassende Maßnahmen an. Einige laufen bereits seit dieser Woche und machen Mut, dass der Entwickler die richtigen Lehren aus dem Feedback zerknautschter Fans gezogen hat - und sich vielleicht auch bei der Konkurrenz ein paar Dinge abschaute, die schon kurzfristig Wirkung zeigen könnten. Die Elite-Warteschlange nach Erreichen einer Top-5-Position ist ein spannungsfördernder Anreiz, sich bis zum 2. Juli besonders reinzuhängen. Und die Legendäre Jagd verlockt bis zum 18. Juni dazu, durch das Erfüllen von Herausforderungen spezielle Belohnungen einzustreichen, die es nur jetzt gibt.

Drew McCoy sprach unter anderem von neuen Aufsätzen für Waffen, die die Herangehensweise an einige Waffen (Mozambique!) verändern sollen und ein neues Map Event, auf das er nicht weiter eingehen wollte, weckt ebenfalls Hoffnungen, dass sich Apex Legends für Dauerspieler dynamischer und lebendiger anfühlen dürfte. Dazu kommt, dass die Skins nun deutlich aufwendiger und verspielter wirken, was das Freischalten insgesamt spannender gestaltet. Gut, dass entweder mehr Artists dafür rangeholt hat oder einfach intern mehr Leute auf die Erstellung von Kostümen und kosmetischen Waffen-Designs ansetzte.

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Die Qualität der Skins hat extrem angezogen.

Am wichtigsten ist aber wohl, dass der Battle Pass in Season 2 deutlich anders aufgezogen werden wird, sobald sie am 2. Juli startet. Vor allem der neue Ranked Modus, in dem man durch gute Leistungen in einem von sechs Tiers platziert und am Ende der Season entsprechende Belohnungen einfährt, dürfte den Wettbewerb weiter anheizen.

Ebenso erscheint mir weise, dass es nun wöchentliche und tägliche Herausforderungen gibt, die man aber trotzdem eifrig sammeln kann, wenn man gerade keine Zeit hat, um sie an einem beliebigen anderen Zeitpunkt gleich massenhaft auf einmal freizuspielen.

Man soll seinen Battle Pass schneller auf Level 100 bekommen und dabei keinerlei Stat Tracker und Abzeichen mehr sammeln, die sich ohnehin nie wie eine Belohnung anfühlten. Stattdessen gibt es drei neue Content-Kategorien, die eigens darauf abzielen, die Kritik an dieser enttäuschenden Beute abzufedern. Worum es sich dabei handelt, das wird wohl erst später angekündigt. Aber wenn das nicht wirklich nette Dinge sind, hätten sie sich die Umstellung auch sparen können. Ich habe ein gutes Gefühl dabei. Überhaupt sollen mehr Crafting-Metalle abgeworfen werden, sodass mit mehr Belohnungen und Legendären Skins im Rahmen der Season zu rechnen ist.

Drew McCoy sagte frei heraus und ohne Augenwischerei: Die Inhalte der ersten Season waren enttäuschend. Das scheint sich mit aufwendigeren Skins, besseren und schnelleren Battle-Pass-Belohnungen und allgemein einem sich lebendiger wandelnden Spiel zum Guten zu wenden. Mir scheint, Respawn hat hier recht analytisch, gezielt und überhaupt nicht panisch ein paar der richtigen Hebel umgelegt, um wieder zu den ganz Großen zu gehören. Jetzt ist die Frage, ob die Änderungen schnell genug kommen, um Apex Legends wieder ins Gespräch zu bringen.

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Über den Autor:

Alexander Bohn-Elias

Alexander Bohn-Elias

Stellv. Chefredakteur  |  derbohn

Alex schreibt seit 2001 über Spiele und war von Beginn an bei Eurogamer.de dabei. Er mag Highsmith-Romane, seinen Amiga 1200 und Tier-Dokus ohne Vögel.

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