Ubisoft setzt dieses Jahr mal auf Stil und Klasse, fährt mit ihrem Assassin's Creed Konzert hohe Kunst auf und setzt damit einen ruhigen Auftakt. Einmal durch die Serie mit Eindrücken an der Leinwand, das ist wirklich ganz nett und wer mehr davon haben will, sollte sich die Konzert-Tour im Spätherbst vormerken.

Dann geht es wirklich los und zwar mit ... Watch Dogs 3. Oder besser "Legion". Cool, warum nicht, irgendwann muss die Marke ja groß werden. Ich sage bei dem Titel jetzt mal besser nicht, dass es fantastisch aussieht, weil... nun, wer weiß, wie das eigentliche Spiel dann wird und wo die PC-Assets liegen. Der Londoner Akzent jedenfalls ist schonmal für Fortgeschrittene, die Spielwelt unglaublich detailliert. Und sehr futuristisch und die Spielfigur scheint mit semi-magischen Fertigkeiten ausgestattet. Das oder es war nur eine symbolische Unsichtbarkeit gegenüber den Kameras, die er in einem brenzligen Augenblick da einsetzte.

Der Ansatz und Ablauf erinnert ein wenig an Zombi U insofern, als dass es keinen wahren Protagonisten gibt. Ihr habt einen Roster an Charakteren, die einen Perma-Death erfahren können. Alle NPCs in der Stadt sollen genug Hintergrund haben, damit ihr sie sinnvoll rekrutieren könnt. Zu ernst sollte man das bei acht Millionen Einwohnern wohl nicht nehmen, aber es sollte genug Freiheit bleiben, um ein eigenes Team zu bilden.

Super-Drohnen, wehrhafte alte Damen, dieses Spiel hat alles. Eine interessante Spielwelt, deutlich mehr Spieloptionen als in den vorigen Teilen, die hoffentlich in intelligenteren Missionen resultieren, Watch Dogs 3 könnte das werden, was man sich von den anderen Teilen erhoffte. Dazu könnte es sogar recht politisch werden, denn mit dem Brexit schneidet man ein durchaus sensibles Thema an. Erscheinen wird Watch Dogs Legion am 6. März 2020.

Da das doch ein kleiner Paukenschlag war, wie geht es weiter? Nun, for something completely different, Ubisoft finanzierte eine TV-Show über ein fiktives Spiele-Studio, das ein imaginäres Super-MMO entwickelt. Beteiligt sind It's Always Sunny in Philadelphias RobMcElhenney als Hauptdarsteller und im Trailer sah man sogar den großen F. Murray Abraham, wenn Alex seine Augen nicht täuschten. Das kann funktionieren. Schade, dass es auf Apple TV Plus läuft. Nun, schade für mich zumindest.

Nahtloser Übergang - oder auch Schleudertrauma genannt - zur neuen Season von Rainbow Six, gerade mal wieder das Chalet in den Bergen gestürmt wird. Mit viel James-Bond-Appeal. Der Trailer, das Spiel ist natürlich komplett anders, aber egal, immerhin startet morgen die neue Season und die Charaktere wollen cool in Szene gesetzt sein. Nach dem Gemetzel kommt natürlich Adventure Time im Crossover mit Brawlhalla. Sicher, warum nicht!? Ist ab heute verfügbar, wenn ihr Brawl-Fans seid, dann legt direkt los.

Mit warmen patriotischen 80er-Ansprachen wird dann das neue Ghost Recon Breakpoint eingeläutet. Jon Bernthal (Walking Dead, The Punisher und jetzt eben der Bösewicht in Breakpoint) betrat mit einem Hund die Bühne, der zumindest zu Anfang dezent traumatisiert schien, weil er so wenig wie alle anderen wusste, warum er mit auf die Bühne musste. Bernthal erzählt ein bisschen sinnloses Zeug über die Zusammenarbeit, wie man es von Schauspielern erwarten kann. Auch wenn die Trailer ein fiktives Setting andeuten - was ich begrüße -, echtes Gameplay bleibt man uns hier schuldig. Zumindest verkündet man im Nachgang noch, dass es für Solo-Spieler doch KI-Begleiter geben wird, auf den Ärger hatten sie dann wohl doch keine Lust. Die Beta startet am 5. September, die Beta-Registrierung ist eröffnet. Und scheinbar wird es einen Terminator-Skin-Pack geben. Vermutlich. Oder man denkt sich wieder wie mit dem Predator eine Zusatzmission aus. Immerhin befindet sich auf dieser virtuellen Insel eine Fabrik für Kriegsgerät, wer weiß schon, woran die da noch arbeiten!? Skynet ist überall.

Mobile muss auch bei Ubi sein und die so packt man Division, Ghost Recon und Rainbow Six zusammen in ein kleines taktisches Free-to-play-Game, genannt Tom Clancy's Elite Squad. Sieht ganz nett aus. Just Dance versucht es mit einer ganz großen Halbzeit-Ansprache und nachdem der Matador fertig ist, war ich auch bereit zu tanzen. Eine Performance mit tanzendem Panda später - Just Dance 2020 natürlich, im November - zeigt For Honor, dass es noch lebt und feiert das mit einem schicken Trailer zu einem zeitlich begrenztem PvP-Event. Shadows of Hitokiri läuft bis zum 27. Juni, viel Spaß beim Schnetzeln.

Rainbow Six Quarantine, ein 3er-Koop-Modus, wirft man in einen der komplexesten PvP-Shooter, alles mit einem Hintergrund, der biologische Kriegsführung oder so was dabei hat, Aliens dürften wohl auch dabei sein. Wenn man aus dem Outbreak-Event gelernt hat, kann das was Großes werden. Division 2 wird indes für ein verlängertes Wochenende vom 13. Bis zum 16. jetzt gratis spielbar sein, schaut also rein. Im Juli kommt dann Episode 1, der DLC in einem neuen Gebiet. Neue Story, ein paar nette Orte, klingt gut. Episode 2 folgt im Herbst und dann geht es in das Pentagon. Dazu wird es einen neuen 8-Spieler Raid geben. Episode 3 dann wird Ende des Jahres nach Coney Island gehen. Dazu kommt dann noch ein Netflix-Film mit Jake Gyllenhaa und Jessica Chastainl, um das Division-Paket abzurunden.

Da auch Ubisoft gern was vom großen Abo-Kuchen haben will, kommt Uplay-Plus für wahrscheinlich 15 Euro im Monat, nur für PC und der gesamte Katalog wird spielbar sein. Nur, falls ihr noch nicht genug Abos auf den Kreditkarten haben solltet. Im September geht es dann los, in 2020 wird es auch für Google Stadia verfügbar sein.

Mit Roller Champion kommt ein kleines Future-Sport-Game, das eher auf der netten Comic-Seite läuft und nicht direkt einen Speedball-Vibe mitbringt. Skill- und Team-basiert klingt schwer danach, dass man in Richtung E-Sport schielt. Nun, wenn euch so etwas interessiert, dann gibt es die Pre-Alpha-Demo auf dem PC im Uplay-Store ab heute und für ein paar Tage. Und dann zeigt man doch glatt noch ein wenig Gameplay! In gewisser Weise wenigstens, aber ich hatte schon fast vergessen, wie das kommt.

Dann kommt Meister Yves selbst auf die Bühne, um ein neues Spiel aus Quebec anzukündigen. Alles sehr künstlerisch, es dreht sich um Mythologien, in diesem Falle griechische, was ja auch passt, wenn man zuvor Assassin's Creed Odyssey gemacht hat. Gods and Monsters heißt das Ganze, sieht ein wenig nach Zelda Breath of the Wild - entfernt - und ... das wars. Wow, Schleudertrauma zurück in die E-Sport-Arena, wo ein Rainbow-Six-Match ansteht und die Konferenz sehr abrupt beendet scheint.

Wer auf das nächste Assassin's Creed hoffte oder hören wollte, dass Beyond Good and Evil 2 dieses Jahr kommt, musste enttäuscht sein. Persönlich muss sich sagen, dass ich von dem dritten Watch Dogs weit mehr angetan war als vom zweiten, dass Setting und die Prämisse haben Potenzial, das kann was werden - oder im üblichen Open-World-Sumpf enden. Gods and Monsters ist mal was Großes, Neues, das an sich ist immer begrüßenswert. Und dazwischen gab es eine Menge solide Produktpflege, vor allem die neuen Missionen für The Division 2 klangen nach etwas, das ich auf jeden Fall spielen möchte. Spektakulär ist was anderes, solide trifft es wohl, die Ubi-Show fällt damit perfekt in das bisherige E3 2019 Muster.

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Über den Autor:

Martin Woger

Martin Woger

Chief Editor - Eurogamer.de

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