Doom Eternal angespielt: Ein Spiel ohne Rückwärtsgang

Es ist das Ende der Welt. Und doch sind es die Bösen, die Angst bekommen.

Mit einiger Skepsis erwarteten Hardcore-Gamer 2016 die Veröffentlichung des Doom-Reboots. Wie sich zeigte, war die Sorge größtenteils unbegründet - zumindest die Kampagne überzeugte mich persönlich von vorne bis hinten. Der außerhalb von id Software entwickelte Multiplayer war dagegen eher enttäuschend.

Drei Jahre später erhalten wir jetzt Nachschub - Doom Eternal soll das spektakuläre Dämonenmassaker toppen. Aber wie will man den Hochgeschwindigkeits-Shooter noch übertreffen? Auf einem Event in London durfte ich Teile des Spiels etwa eine Stunde lang ausprobieren.

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Den Gegnern schießt ihr dank der neuen Engine nun die Rüstungsteile und Waffen einzeln vom Leib.

Die Story kurz zusammengefasst: .

Ich gebe zu, der Witz war etwas billig - Doom machte zwar noch nie für durch seine ausschweifende Handlung von sich reden, aber ein bisschen mehr kann ich euch schon noch erzählen. Doom Eternal setzt dort an, wo der Vorgänger endete - nämlich mit einem Cliffhanger (Achtung, natürlich Spoiler voraus!). Der Doom Slayer, unser gepanzerter Dämonen-Schlächter, stoppt die Invasion der fiesen Kreaturen, wird am Ende jedoch von Dr. Samuel Hayden verraten, um sich plötzlich mit der mysteriösen Artefaktwaffe The Crucible aus dem Staub machen.

Da unser Demo-Level nicht genau zu Beginn des zweiten Teils beginnt, sondern irgendwo mittendrin, wissen wir noch nicht, wie der Cliffhanger aufgelöst wird. Nur eines ist klar: Die Dämonen sind zurück und terrorisieren diesmal sogar die Erde - und so haben wir die Rechtfertigung für einen weiteren Einsatz des Monsterkillers.

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Er ist mir ins Messer gelaufen, so glauben Sie mir doch!

Als technische Grundlage für die höllische Schlachtplatte dient übrigens die brandneue id Tech 7 - Doom Eternal ist damit das erste Spiel, das von ihr angetrieben wird. Laut id Software ist die Engine in der Lage, zehn Mal so viele geometrische Details darzustellen wie ihr Vorgänger. Obwohl ich durchaus ein verbessertes Schadensmodel auszumachen meine, mag ich anhand dieser kurzen Demo und mangels direkter Vergleichsmöglichkeiten nicht beurteilen wollen, ob das jetzt allgemein in einem großen grafischen Sprung resultiert. Wichtiger ist aber ohnehin, dass die Action selbst bei Horden herumspringender Gegner und jeder Menge Splatter-Effekte flüssig und butterweich über den Bildschirm donnert.

Außerdem ermöglicht die neue Technik, Teile der Dämonenrüstung und ihres Körpers abzuballern, was sich auch spielerisch bemerkbar macht. So schieße ich etwa dem Incubus das Geschütz vom Rücken, bevor ich ihm dann den Rest gebe. Auch bei anderen Höllenkreaturen legt man erst prominente Schwachpunkte lahm, bevor es ihnen final an die Gurgel geht. Das bringt nebenbei den Vorteil, dass der Doom Slayer weniger Schaden einstecken muss. An Splatter-Szenen mangelt es hier natürlich nicht, die Kill-Moves wurden im Vergleich zum "ersten Teil" sogar deutlich erweitert.

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Mengenmanagement im Schnelldurchlauf. Doom Eternal konzentriert sich auf atemlose Action.

Aber, das ist der einfache Teil von Doom Eternal, merke ich, als ich mich durch einen zerstörten Vorposten auf Phobos metzele, um zum Mars zurückkehren zu können. Wo schon das 2016er Reboot ein frenetisches Tempo forciert und dem Spieler allerhand abfordert, legt Eternal tatsächlich einen Zahn zu. id Software bezeichnet das Game als "Power Fantasy Action Puzzle" und nach wenigen Minuten ist mir klar, was sie damit meinen: Wer sich darauf verlässt, ständig über Munitionskisten oder Heil-Items zu stolpern, wird nicht weit kommen.

Das Gameplay von Doom Eternal ist noch mehr als sein Vorläufer darauf ausgelegt, euch von einer Malaise in die nächste zu hetzen (sprich: ein Arena-Kampf nach dem anderen) und setzt dabei auf ein aggressives Ressourcenmanagement. Das heißt: Was ihr benötigt, um zu überleben, müsst ihr vor allem den Dämonen entreißen - und zwar im wahrsten Sinne des Wortes.

Glory Kills - die berüchtigten, brutalen Nahkampf-Finisher - sind noch wichtiger als früher, versorgen sie euch doch mit lebenswichtigen Heil-Kits. Munition erhalte ich andererseits durch erfolgreiche Attacken mit der Kettensäge, die zumindest in der Demo-Version bereits freigeschaltet und fest auf einen Button bzw. Key gemapped ist. Ähnliches gilt für den Flammenwerfer. Ich muss also zwischen den Salven permanent strategisch darüber nachdenken, welche Ressource gerade am dringendsten benötigt wird und die Dämonen entsprechend um die Ecke bringen, wenn ich nicht mit heruntergelassenen Hosen dastehen will.

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Teilweise fühlt man sich wie in einem Platformer, nur mit mehr Dämonen an den Hacken.

Was sich auf dem Papier so einfach und klar liest, erweist sich in der Praxis natürlich als viel schwieriger als gedacht. Immer wieder drücke ich in der Hektik den falschen Knopf - anstatt die Waffe nachzuladen oder zu wechseln, verpasse ich den Feinden eine Salve aus dem Flammenwerfer oder betätige aus Versehen die Kettensäge. Das ist nicht allein der Tatsache geschuldet, dass man bei dem Event mitten in die Kampagne geworfen wird und nur wenig Zeit hat, sich mittels eines speziellen Tutorials an das Gameplay zu gewöhnen. Vielmehr gehört diese Art von Gehetztheit inmitten des tobenden Gefechts und der zeitweise panikartigen Suche nach Nachschub zum immanenten Spielprinzip. Doom Eternal will Spielern nicht die Gelegenheit geben, sich auszuruhen, die Gegner in Ruhe zu studieren und dann zu filetieren. Hier muss alles in Supertempo abgehen, damit die Rechnung des Shooters aufgeht.

Um der doppelten Anzahl von Dämonen Herr zu werden, ist der Doom Slayer mit einigen neuen Upgrades ausgestattet: Wie der Predator verfüge er nun über eine an der Schulter montierte Wumme (eben der bereits erwähnte Flammenwerfer), außerdem setze ich eine Dash-Attacke ein, die Feinde im Nu aus den Socken haut. Weitere Neuerungen gibt es bei den Waffen-Mods und der Power-Rüstung zu verzeichnen. Die Super Shotgun verfügt nun beispielsweise über einen Alternativangriff (Grapling Hook), mit dem ich mich an die Gegner herankatapultiere, bevor ich sie mit Blei vollpumpe und in einem Blutregen zerplatzen lasse. Guten Appetit! Von der "Invasion"-Mechanik, die im Vorfeld (QuakeCon 2018) mal angeteast worden war, gab es diesmal nichts zu sehen. Was aber durchaus dazugehörte, war das Extra-Leben-Feature. Sammelt man unterwegs Zusatzleben ein, gibts beim Ableben eine zweite Chance. Der Bildschirm färbt sich grau ein und ich kehre nicht umgehend zum Checkpoint zurück. Das nimmt zumindest ein wenig Druck vom Spieler.

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Herrliche Aussichten.

Wenn ich nach diesen ersten Eindrücken gehe, handelt es sich bei Doom Eternal spielerisch gesehen um eine aufgebohrte Version des Vorgängers. Das kommt nicht weiter überraschend, schließlich war die 2016er-Variante bereits eine komplette Neuentwicklung. Der Doom Slayer hat anno 2019 einige neue Methoden erhalten, die Monster aus den Latschen zu boxen. Andererseits ist der Spielablauf jetzt noch hektischer, die Ressourcenbeschaffung noch enger ans frenetische Gameplay geknüpft. Man muss wirklich alle Möglichkeiten der Killermaschine ausnutzen und ständig aggressiv nach vorne preschen, um Erfolg zu haben. Das macht Spaß, kann aber auch ganz schön in Stress ausarten, weil es keine Zeit zum Durchschnaufen gibt. Vielleicht werde ich ja einfach nur zu alt für den Scheiß!

Entwickler/Publisher: id Software/Bethesda Erscheint für: Nintendo Switch, PS4, Xbox One, PC - Geplante Veröffentlichung: 22. November - Angespielt auf Plattform: PC

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