Square Enix hatte in den letzten Jahren ein paar sehr starke Shows abgeliefert, dieses Jahr wollen die Leute ein Spiel endlich sehen. Square Enix weiß das und sie lassen sich nicht zweimal bitten.

Es beginnt mit einem Remake. Und ja, natürlich ist es Final Fantasy VII. Ein 22 Jahre altes Spiel wird bejubelt und ja, ich kann es irgendwie verstehen. Für viele Leute war dieses Spiel wichtig und zumindest die Render-Szenen, für die es damals - unter anderem - so gefeiert wurde, sehen fantastisch aus. Zwei Blu-Rays braucht es, um sie zu halten, richtet euch also auf einen 100-GB-Download ein. Auch wurde es inhaltlich noch mal erweitert. Der Kampfscreen, früher ein simpler Hintergrund, bindet sich in die Welt ein.

Der Kampf selber wirkt vom Ablauf etwas weniger sperrig mit einer Mischung aus leicht interaktivem Warten auf den ATB-Balken und dann habt ihr die Möglichkeit, besondere Manöver und Aktionen auszuführen. Ihr schaltet zwischen den Charakteren im Kampf durch, es wird optionale Shortcuts geben, damit ihr nicht immer durch die Menüs müsst, alles wirkt viel flüssiger und ehrlich gesagt nach weit mehr Spaß, als ich früher damit hatte. Die Sprachausgabe der Charaktere mag etwas klischeehaft sein - hat Cloud gerade "shit" gesagt? -, ist aber effektiv. Resident Evil 2 könnte in der Kategorie der Remakes seinen Meister gefunden haben, das hier sieht weder von Optik noch Spiel nach einem zwei Dekaden alten Titel aus. Wer nicht wüsste, dass es ein Remake ist, kann es einfach für das neue Final Fantasy halten. Und ich hätte als nicht der größte Fan des Teils nicht gedacht, dass ich es so enthusiastisch sagen würde: "Das will ich spielen!" Und bald kann ich. Relativ bald zumindest. Wer auf der E3 ist, darf es schon mal anspielen, der Rest von uns ist dann am 3.3.2020 dran. Die Collectors Edition könnt ihr ja schon mal vorbestellen.

Womit kann man da noch folgen... Man zeigt erst mal einfach, wie beliebt Life is Strange 2 war. Und belässt es dabei. Im Winter kommt dann aber Final Fantasy Chrystal Chronicles, ein weiteres Remake. Octopath Traveller kann man auch noch mal zeigen, schließlich kam es ja auch für den PC.

Endlich kommt mit Dragon Quest Builders 2 ein Titel, den es noch nicht gibt, der Trailer zeigt bunteste Farben und bekanntes Gameplay. Nun, nicht ganz bekannt, es gibt jetzt auch Fahrzeuge. Und mehr Farming, denn das Farmer-Genre ist ja auch beliebt, vor allem zusammen mit ein paar Freunden, von denen ihr bis zu drei online dazu holt. Alles wirkt runder, epischer, all das, was eine Fortsetzung bieten sollte. Sichere Bank, da sollte nicht viel schiefgehen.

Für die Switch kommt Dragon Quest XI, was an sich nicht so spektakulär wäre, gäbe es da nicht den optionalen 2D-Look. Es schient so, als könntet ihr Dragon Quest XI komplett so spielen, als wäre es 1992. Schwer vorzustellen ist das nicht und ein guter Grund, dieser Version noch mal eine Chance zu geben.

In der Indie-Ecke kommt etwas, das an alte Amiga- oder mehr NeoGeo-Zeiten erinnert. Top-Down-Racing aus einer Dreiviertelsicht. Warum nicht. Der folgenden E-Sport-Shooter Bataillon 1944 passt dann so gar nicht in das übliche Square-Enix-Bild und sieht auch nicht sonderlich anders aus als jedes andere Spiel dieser Art. Wer es bei Spielmodi und Waffen klassisch möchte, kann hier wahrscheinlich Spaß haben. Auch direkt, ist schon draußen.

Wer die Square-Enix-Musik mag, darf sich freuen, dass es diese jetzt auf allen Streaming-Services wie Spotify und Co. gibt. Nice. Dann ein Winz-Trailer zum DLC von Kingdom Hearts 3 - Winter dieses Jahr -, bevor es mit Final Fantasy XIV weitergeht. Hier steht das nächste große Add-On Shadowbringer an - 2. Juli -, zu dem auch sonst schon alles gesagt wurde. Fast zumindest, den Launch-Trailer haben sie sich für heute noch aufgehoben.

Von Techland sehen wir dann was zu Dying Light 2 - SE hat den Nordamerika-Vertrieb -, dann ein wenig mehr Remaster mit Romancing Saga 3, was jetzt nicht ganz so viel Liebe erfahren hat wie Final Fantasy VII; aber Retro-Fans glücklich machen sollte. Dann splittet sich zu meiner großen Freude Final Fantasy Brave Exvius in zwei Spiele auf. Als würde es nicht reichen, dass ich mein Mobile-Gaming-Geld in das eine versenke. Wobei der Spin-Off Brave Exvius: War of the Visions sehr viel mehr an Final Fantasy Tactics erinnert.

People Can Fly hat dann einen Trailer zu Outriders im Gepäck, der aber außer, dass es Mitte 2020 kommt, wenig zu sagen hat. Macht nichts, die Bulletstorm-Macher kommen auf die Bühne und sagen ein paar Worte zu dem, was ihr neuer Shooter zu bieten hat. Es soll eine Art Best-of ihrer vorigen Titel werden, Koop - bis zu drei Spieler, Drop in/out - oder Solo spielbar, einer, bei dem die Story nicht unwichtig ist. Ein düsteres Setting mit einer gewissen Tiefe, es wirkt nach etwas, das man von Zeit zu Zeit einfach spielen möchte, die gleiche Ecke, die Gears bedient. Vormerken, im Winter kommt mehr.

Oninaki wird dann als Action-RPG mit auf den ersten Blick generischer in Kürze erhältlich sein und falls es nicht genug Remakes und Remaster für einen Abend waren, werfen sie auch noch Final Fantasy VIII in den Mix. Wirkt so wie die X-Remaster vernünftig poliert, aber alles andere als beeindruckend. Was auch nicht zu erwarten war.

Schließlich, endlich, Crystal Dynamics Avengers macht seine Aufwartung und es sieht aus wie... ein Videospiel. Ziemlich gut, aber ehrlich spielerisch gesagt etwas billig. Hier kommt es am Ende wohl auf das Feeling beim Steuern an, wie sich Iron Man fliegt oder ob Gewicht in Hulks massigem Körper liegt. Und die Story startet zumindest dramatisch genug, die Zerstörung von San Francisco ist ein solider Auftakt. Jahre später müssen die nach der Katastrophe verstreuten Helden dann natürlich wieder zusammenfinden. Klingt sehr angemessen. Ich will, dass dieses Spiel fantastisch wird. Aber nach dem Trailer bin ich Gameplay-seitig noch nicht überzeugt. Hier dürfte auch viel am Koop hängen, mit bis zu vier Spielern online.

Captain America, Thor, Hulk, Black Widow und natürlich Iron Man sind die Besetzung und eine gute Mischung für ein Koop-Vergnügen. Weil das ein Videospiel ist und man nicht diese Leute für Massen an Voice-Overs anheuern kann, müssen andere Sprecher ran und natürlich ist Nolan North dabei, er darf Iron Man übernehmen.

Wie auch das große Vorbild wird es nicht nach einer Runde vorbei sein, das Spiel ist auf Jahre und zig Erweiterungen ausgelegt und neue Erweiterungen und über die Jahre kommende Helden werden nichts extra kosten, es wird auch keine Lootboxen geben. Aber keine Sorge, es wird ihnen schon was einfallen, für das ihr Geld zahlen könnt.

Wer die erste Runde Beta spielen will, braucht eine PS4, denn die Partnerschaft hat man diesmal mit Sony geschlossen. Ansonsten erscheint das Spiel am 15.5.2020. Also ehrlich gesagt früher als gedacht.

Square Enix hat ein Remake, das so groß ist, dass es wirklich ein neues Spiel sein könnte und für viele sicher ist - 22 Jahre sind eine lange Zeit - und mit Avengers einen Titanen von einem Spiel in der Pipeline. Alles dazwischen ist kompetente Pflege für Final Fantasy 14, viele kleinere Remaster und mit Outriders eine Wildcard. Passt zum Rest von 2019. Solide, Highlights im Programm, aber keineswegs ein Fall von all Killer, no Filler.

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Über den Autor:

Martin Woger

Martin Woger

Chief Editor - Eurogamer.de

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