Doom Eternals Battlemode ist kein Ersatz für einen "echten" Multiplayer - und das ist gut so!

Der Doomslayer pfeift auf Regeln, die andere aufgestellt haben!

Gut, ein wenig Interpretationsspielraum ist hier schon noch. Aber nach allem, was man so hört, klingt es so, als käme Doom Eternal ohne traditionelle Mehrspielerkomponente aus. Kein Deathmatch, kein Capture the Flag, keine Domination. Marty Stratton von id Software ließ IGN gegenüber durchblicken, dass der auf der E3 gezeigte Battlemode der "primäre Multiplayer-Modus" sei.

Und obwohl die Formulierung nicht kategorisch ausklammert, dass da noch geläufigere Spielvarianten kommen, sieht es doch ganz danach aus, als hätte man Konsequenzen aus der Rezeption des Mehrspielermodus des letzten Teils gezogen. Der war okay bis launig, aber nichts, was hängengeblieben wäre. Niemand weint dem extern entwickelten und intern dann ein wenig gerade gebogenen Anhängsel eine Träne nach. Die einzigen Optionen für den Nachfolger schienen eine interne Runderneuerung oder eben: Mut zur Lücke.

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Einer coolsten Gegner in der Videospielgeschichte.

id Software wählt nun trotzdem einen spannenden Mittelweg, indem sie den Ansatz einer Mehrspieler-Variante für dieses Spiel von Grund auf neu erdachten. Ich könnte darüber nicht erfreuter sein, denn obwohl es immer noch eine kleine, aber aktive Modding-Community gibt, die Multiplayer-Karten für die alten Teile bastelt, stand Doom doch immer in erster Linie für den Kampf gegen Dämonen und dramatische Machteskalation in verschachtelten Labyrinthen voller Geheimnisse und versteckter Schikanen.

Ich habe keine Ahnung, ob er was taugt, aber zumindest auf dem Papier trägt der Battlemode dem Rechnung, indem er den Kampf des Doomslayers gegen die Monsterbrut in den Vordergrund rückt. Es ist eigentlich logisch, oder? All die Biester, mit denen man es in Doom zu tun bekommt, sind so dermaßen ikonisch - Mehrspielerpartien ohne sie auszufechten, fühlt sich seit jeher nicht ganz richtig an. Es fehlt einfach etwas ohne Cacodemon und Mancubus.

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Die neuen 'Schadenseffekte' sollen nochmal eine ganz andere Hausnummer sein wie im letzten Teil. Ich ... freu mich drauf? Glaube ich.

Also wirft sich im Battlemode der Held der Kampagne gegen ein Duo der mächtigeren Feinde aus der Hölle ins Gefecht. Die können ihrerseits weitere Biester beschwören, um nicht ganz alleine gegen die in waldgrünes Teflon gehüllte personifizierte Zerstörungswut dazustehen. So kommt für die eine Seite ein bisschen Taktik und Finesse ins Geschnetzel, während die Doomslayer-Seite sich über einen gewissermaßen endlosen Nachschub an sich dynamisch verändernden, zum Teil spielergenerierten Kampfarenen freut. Die waren bekannterweise schon an der 2016er Neuauflage das Beste - und so, wie es hier aufgezogen wird, könnte es auch ein Automat aus der Spielhalle sein. Es wirkt einfach herrlich oldschool.

Und über noch etwas freue ich mich: Nachdem seit Modern Warfare so viele Ego-Shooter Zeit und Aufwand darauf verschwendeten, mit den Platzhirschen zum Thema kompetitives Ballern in den Ring zu steigen, kehrt der Gedanke eines kleinen, verschrobenen Mehrspielerparts zurück, wie es ihn damals so häufig als nette Dreingabe gab, bevor alle Call of Duty sein wollten.

Ein lustiger Twist des Hauptspiels als kurzweilige, weniger aufwendige Alternative, wie man ihn oft genug gut gebrauchen kann. Etwa wenn man eben nicht einen vom Kampagnenkontext losgelösten Level noch einmal spielen will, sondern nur möglichst flugs mitten in die Action rein. Und die inhärente Asymmetrie erteilt den andernorts oft so bemüht vorgeschobenen "E-Sport"-Ambitionen vom Fleck weg eine Abfuhr.

Nachdem id mit Doom 2016 zur Essenz der Reihe zurückfand, liefern der Battlemode und die damit zusammenhängende Absage an "normale" Mehrspieler-Varianten den letzten Beweis, dass die Texaner durch und durch verstehen, was ihr Spiel zu etwas Besonderen macht. Der Battlemode erklärt weniger den Wettbewerb zur Kunstform als den Kampf an sich.

Eine Ansicht, die der Doomslayer vermutlich teilen würde.

Mehr Eindrücke zum Spiel hat Nedzad für euch auf der E3 2019 zusammengetragen, nachdem er Doom Eternal angespielt hatte.

Entwickler/Publisher: id Software/Bethesda Erscheint für: PC, PS4, Xbox One, Nintendo Switch - Geplante Veröffentlichung: 22. November - Angespielt auf Plattform: -

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Über den Autor:

Alexander Bohn-Elias

Alexander Bohn-Elias

Stellv. Chefredakteur

Alex schreibt seit 2001 über Spiele und war von Beginn an bei Eurogamer.de dabei. Er mag Highsmith-Romane, seinen Amiga 1200 und Tier-Dokus ohne Vögel.

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