Conan Unconquered ist They Are Billions für Zombie-Allergiker

Eine permanente Verteidigungsschlacht.

Conan, der Barbar! Ein tolles Low-Fantasy-Szenario mit Muskeln, Schwertern, Monstern und feinen Erinnerungen an Arnold Schwarzenegger zu seinen besten Zeiten - aber eignet sich das für ein Echtzeitstrategiespiel?

Ja, sagt Entwickler Petroglyph. Und Conan Unconquered ist nicht nur ein Echtzeitstrategiespiel, sondern ein ziemlich althergebrachtes noch dazu. Nicht unbedingt die genaue Steuerung einzelner Truppenteile entscheiden hier die Schlacht, manchmal ist es auch einfach nur die schiere Masse an Truppen. Mit den Ressourcen Gold, Holz, Stein, Metall und Vieh sowie zusätzlich noch Sternenmetall und Befehlsgewalt gibt es erstaunlich viele, eigentlich fast schon zu viele Rohstoffe, der Dreiklang aus Holz, Gold und Öl aus einem WarCraft 2 wirkt dagegen fast schon mickrig. (Eine Arnold-Lizenz hat das Spiel übrigens leider nicht.)

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Conan. Nicht Arnold

Und sonst so? Naja, die einzelnen Missionen in Conan Unconquered laufen weitgehend immer nach dem gleichen Muster ab. Ihr baut eure Basis auf und befestigt sie und hofft dann, dass ihr stark genug seid, um den nach und nach immer stärker werdenden Wellen an Feinden etwas entgegenzusetzen. Was in der zeitgenössischen Echtzeitstrategie eigentlich weder gern gesehen ist, noch wirklich funktioniert - nämlich das konsequente Einigeln in die eigene Basis - gehört hier zum Grundprinzip.

Freunde des guten alten C&C-Basisbaus werden sich wohlfühlen, wenn sie akribisch ihre Mauern um die Basis ziehen und Wachturm an Wachturm bauen. Nur: Im Gegensatz zu Command & Conquer fühlt ihr euch hier ständig unter Druck, denn die nächste Gegnerwelle besteht nicht aus drei doofen GDI-Buggys, sondern aus Horden von Gegnern, die an They Are Billions erinnern. Was diejenigen freuen dürfte, die Zombie-Konkurrenz zwar interessiert, aber für die das Untoten-Thema längst auserzählt ist.

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Sieht nicht nur wie früher aus, fühlt sich auch so an.

Arnold würde das ja im Alleingang machen, aber weil sein Antlitz hier fehlt, müsst ihr Einheiten bauen. Nahkämpfer sind gut gegen die Kavallerie, Fernkämpfer gegen Nahkämpfer - ein klassisches Schere-Stein-Papier-Prinzip, das euch Conan Unconquered sogar direkt im Menü verrät.

Und Conan? Den lasst ihr als besonders starke Heldenfigur übers Schlachtfeld laufen. Könnt ihr übrigens alles auch zu zweit im Koop spielen. Aber auch dann: Ihr müsst diese Art von Gameplay schon mögen, denn die Optik motiviert euch nicht zum Spielen. Vom HUD bis zur Spielgrafik sieht Conan Unconquered aus, als wäre es vor acht bis zehn Jahren erschienen - aber hey, das passt immerhin zum bisweilen zermürbenden Spielgefühl. Die Geschichte ist außerdem mäßig bis nicht vorhanden.

Aber hey, wenn ihr Bock auf Massenschlachten im Minutentakt habt, bei denen ihr am Schluss über Leichenberge laufen könnt, die nicht schon vorher (un)tot waren, dann ist das vielleicht im nächsten Sale einen Blick wert. Denn der zentrale Zyklus aus Aufbau und Verteidigung funktioniert gerade für zwischendurch ganz ordentlich.

Entwickler/Publisher: Petroglyph/Funcom - Erscheint für: PC - Preis: 29,99 Euro - Erscheint am: erhältlich - Gespielte Version: PC - Sprache: deutsche Texte, englische Sprachausgabe - Mikrotransaktionen: Nein

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Über den Autor:

Markus Grundmann

Markus Grundmann

Freier Autor

Seine ersten Videospiele konsumierte Markus auf dem Game Boy. Heute spielt er so ziemlich alles, bei dem er auf Knöpfe drücken kann – mit besonderer Vorliebe für Nintendo und extravagante Indie-Titel.

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