Warum Swag and Sorcery kein gutes Rollenspiel ist … aber ein umso besserer RPG-Dorf-Manager

Held sein, aber hip!

Ihr habt es möglicherweise satt, in Retro-Rollenspielen als kleine Pixelfiguren eine Spielwelt zu erkunden, eure generischen Fähigkeiten aufzuleveln und eure Motivation daraus zu ziehen, hin und wieder neue Fähigkeiten zu erhalten. Ich kann das verstehen, schließlich gibt es unter den zahlreichen Steam-Releases inzwischen so viele mittelmäßige Spiele, die diesem Anspruch gerecht werden, dass es schwierig ist, in diesem Wust noch ein ansprechendes zu finden.

Und auf den ersten Blick sieht auch Swag and Sorcery so aus, als gehörte es in diese Kategorie. Allein die Tatsache, dass es aber aus der Feder der Macher von Graveyard Keeper und Punch Club ist, hat mich aber neugierig gemacht und letzten Endes kann ich sagen: Die Neugier hat sich gelohnt.

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Eure liebenswerte Stadt baut ihr nach und nach durch das Erkämpfen von Rohstoffen aus.

Swag and Sorcery spielt sich nämlich weit weniger wie ein Rollenspiel, sondern vielmehr wie ein klassischer Manager. Ihr baut ein Fantasy-Dorf auf und werbt darin Helden an. Die schickt ihr dann auf Quests, die sie weitgehend automatisch ausführen. Eingreifen könnt ihr nur bedingt, indem ihr beispielweise vor Ablauf eines Levels kapituliert, um so zumindest einen Teil der bis dahin gegrindeten Items zu retten. Erfahrungspunkte gibt es erst gar nicht, eure Helden wertet ihr in einer Trainingshalle auf.

Worauf es nun ankommt, ist das Management bestimmter Ressourcen - mit denen könnt ihr nicht nur Waffen oder Rüstungsteile herstellen, sondern auch neue Gebäude errichten. Etwa das Labor, mit dem ihr Heiltränke basteln könnt.

Und ja, im Grunde wiederholen sich dabei viele Schritte immer wieder, aber irgendwie fühlt sich das Management meiner Heldentruppe letzten Endes an wie das Steuern einer Fußballmannschaft. Das geht soweit, dass ihr schlechtgelaunte Helden in einem Spa wieder motivieren müsst. Komm' schon, du schaffst das, weiter, immer weiter!

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Im Kampf habt ihr über eure Helden kaum Kontrolle.

Das ist dann auch einer der Gründe, warum das tolle Wort "Swag" im Titel vorkommt. Eure Helden sind furchtbar hip - das bedeutet, dass sie beispielsweise an Modewettbewerben teilnehmen können und auf diese Weise Preise gewinnen. Es gibt allen Ernstes auch Trendfarben, außerdem bestimmte Vorlieben der Jury. Insgesamt ist Swag and Sorcery zwar vielleicht ein bisschen zu grindig ausgefallen - ihr müsst wirklich auf jede Menge Missionen gehen, um irgendwelche Rohstoffe zu erhalten, die ihr dringend braucht - insgesamt gibt's aber eben doch immer auch etwas anderes zu tun. Ganz wie in einem guten Fußball-Manager eben.

Falls ihr als Manager-Spiele theoretisch mögt, nicht aber Sportspiele ... naja, das hier kostet knapp zehn Euro.

Entwickler/Publisher: Lazy Bear Games, Uroboros Games/tinyBuild - Erscheint für: PC - Preis: 9,99 Euro - Erscheint am: erhältlich - Gespielte Version: PC - Sprache: deutsche Texte - Mikrotransaktionen: Nein

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Über den Autor:

Markus Grundmann

Markus Grundmann

Freier Autor

Seine ersten Videospiele konsumierte Markus auf dem Game Boy. Heute spielt er so ziemlich alles, bei dem er auf Knöpfe drücken kann – mit besonderer Vorliebe für Nintendo und extravagante Indie-Titel.

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