Lasst euch hypen: Phantom Brigade ist das Taktikspiel der Zukunft!

2020 kann nicht früh genug kommen!

Wie oft hat man das? Sieht einen Trailer von einem Titel, von dem man bisher wenig bis gar nichts gehört hat, und kann plötzlich an nichts anderes mehr denken? Einmal im Jahr? Glaube ich beinahe nicht. Ich habe mir jedenfalls schon lange kein Spiel mehr so feste und verzweifelt sofort herbeigewünscht wie jetzt Phantom Brigade.

Das Mech-Taktikspiel vom Cadence-of-Hyrule- und Necrodancer-Entwickler ist gewissermaßen die gewaltige, aufwendig produzierte Front-Mission-Fortsetzung, die man sich seit Jahren sehnlichst wünschte, verleiht dessen Rundentaktik aber einen einzigartigen, energiegeladenen Twist, der die Dynamik und das Spektakel eines Actionspiels mit reinbringt. Das habe ich so noch nicht erlebt.

Vielleicht lasse ich Brace Yourself Games das Spiel kurz selbst erklären - und glaubt ihr, nach diesem Trailer wandert das Spiel direkt auf eure Wunschliste:

Für alle, die das Video nicht anschauen können: Ihr kommandiert also einen Kleintrupp aus etwa drei Stockwerke hohen Mechs - ob es mehr als zwei werden, lassen bisherig Gameplay-Schnipsel nicht erahnen - über Schlachtfelder mit komplett zerstörbaren Häusern, um die Bewohner vor einer Invasionsstreitmacht aus ebenfalls Mechs und Panzern zu verteidigen. Der coole Dreh: Die Kombination aus Planungsphase, in der ihr ohne Zeitdruck Befehle gebt und Echtzeit-Phase, in der ihr euch zurücklehnt und zuschaut, ob und wie eure Taktik aufgeht.

Euch als Commander steht nämlich eine neuartige KI zur Verfügung, die den Zug des Gegners vorhersagt. Fast wie in Into the Breach, nur nicht ganz so konkret und wasserdicht. Ihr seht also Bewegungslinien auf dem Boden, die euch sagen, wohin eure Gegner fahren, schauen und feuern werden. Allerdings wird die Vorhersage ungenauer, je weiter ihr in die Zukunft blickt. Diese Bewegungen versucht ihr nun zu kontern, indem ihr euren Mechs vorgebt, wohin sie rennen, mit welchem Tempo, wo sie kurz warten sollen und ordert Feuer auf ein Gebiet oder wahlweise auf einen konkreten Feind an.

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Hier im Bild ist noch ein Vierer-Squad zu sehen.

Wie auf der Zeitleiste eines Videobearbeitungsprogramms ordnet ihr also Bewegung und Aktionen an, duckt euch hinter Häuser und aus eurer Deckung für Sperrefeuer heraus, flankiert, umgeht und dergleichen. Ihr bekommt immer direkt eine Vorschau, wann welche Figuren wo sind. Das Interfacve ist unglaublich sauber und übersichtlich. Dann wechselt ihr in die Durchführungsphase, um zu sehen, was passiert. Und hier kommt wird es dann haarig, denn natürlich kann schon euer erster Schuss euren Plan zum Scheitern verurteilen. In einer Szene des zweiten Videos wird das ziemlich deutlich, als der spielende Entwickler zufällig das Bein eines Mechs zerstört, auf den er im Vorbeilaufen feuert.

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Ein Ballett der Zerstörung.

Dieser strauchelt daraufhin, stürzt und läuft deshalb nicht auf der vorhergesagten Bahn weiter. Bevor er mit dem Gesicht zuerst in ein Wohnhaus kracht, kollidiert auch der Mech des Spielers leicht mit ihm und muss sich erst wieder fangen. Das sieht alles unfassbar spektakulär aus, denn alle Schüsse, Explosionen und einstürzende Bauten kann man in echten Max-Payne-Momenten jederzeit einfrieren und auch in Zeitlupe beobachten. XCOM war der erste Schritt, Taktik-Games wie Actionspiele aussehen zu lassen. Phantom Brigade legt da noch mal zwei Schippen drauf. Schon auf der nächsten Messe will BYG schon Nahkampfattacken und Finisher präsentieren, die je nach Piloten-Level umso spektakulärer werden, etwa die Pilotenkanzel eines feindlichen Mechs herausreißen (was es dann wiederum ermöglicht, Komponenten des Mechs für sein eigenes Arsenal zu bergen).

Die Missionen werden prozedural generiert, was dieses Ballett der Zerstörung ewig interessant halten sollte. BYG will, dass Phantom Brigade ein Geschichten-Generator wird, wenn es zum Beispiel darum geht, die ausgestoßene Rettungskapsel eines Piloten in dynamisch von Feinden besetztem Gebiet zu sichern oder eben nicht, wo dann natürlich Permadeath ins Spiel kommt, der dadurch tragisch wird, dass man krasse Mech-Beherrschung mal eben nicht im Vorbeigehen erlernt. Dazu gezielte Zerstörung von Gebäuden, Kollisionsschaden, taktische Selbstszerstörung - ich könnte nicht glücklicher darüber sein, was sich hier auf taktischer Ebene ankündigt.

Ich freue mich extrem auf dieses Spiel, zumal sich Brace Yourself Games mit seinem bisherigen Output als absolutes Qualitätsstudio erwiesen hat - auch wenn Cadence of Hyrule und Crypto of the Necrodancer natürlich keine Taktikspiele waren. Phantom Brigade startet seinen Early Access im Epic Games Store, wird zum 1.0 Release aber auch auf Steam erscheinen.

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Über den Autor:

Alexander Bohn-Elias

Alexander Bohn-Elias

Stellv. Chefredakteur

Alex schreibt seit 2001 über Spiele und war von Beginn an bei Eurogamer.de dabei. Er mag Highsmith-Romane, seinen Amiga 1200 und Tier-Dokus ohne Vögel.

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