Taktikperle Battle for Wesnoth: Ein lebendiges Stück Spielegeschichte - und komplett gratis

Die Open-Source-Projekt reift seit 15 Jahren zu etwas ganz Besonderem. 

Seit 2005 gibt es Battle for Wesnoth schon - ein Open-Source-Projekt, an dem ungezählte Leute mitgewirkt haben, um es zu einem der besten Rundenstrategiespiele zu machen, die man für Geld nicht kaufen muss - sondern sie komplett umsonst bekommt. Ein stetig fortgeschriebenes Kapitel in der Demokratisierung der Spieleentwicklung, das David White hier ins Leben rief, um Hexfeldherren selig zu machen.

Seit letztem Jahr ist Wesnoth nun auch gratis auf Steam zu haben und steht dort auch für Multiplayer-Partien mit Leuten aus der eigenen Freundesliste zur Verfügung - nur einer von vielen Schritten, mit dem dieses wunderbare Taktikspielchen stramm in die Zukunft marschiert. Aber einer der wichtigsten, wenn man sich nicht nur mit der Zielgruppe zufriedengeben will, die man bereits hat, sondern vielleicht auch ein paar neue Fans gewinnen möchte.

17 (SIEBZEHN!) Kampagnen gibt es mittlerweile, in denen ihr eure Armeen unterschiedlicher Rassen über in sechseckige Grundeinheiten strukturierte Felder zieht, Völker-spezifische Grundeigenschaften und -Talente berücksichtigt (Elfen sind im Wald stärker, Orks zum Beispiel bei Nacht) und Burgen und Dörfer einnehmt, um eure Kriegskasse zu füllen und für Einheitennachschub zu sorgen. Die gewinnen in Schlachten selbstverständlich Erfahrungspunkte und spezialisieren sich beim Stufenaufstieg weiter, sodass man mit der Zeit auch ein wenig an ihnen hängt und um sie herum plant.

Die Geschichten und Dialoge sind mit einigem Pepp geschrieben und sogar zum Großteil ins Deutsche übersetzt (und das auch noch gut!), die Benutzerführung ist lobenswert selbsterklärend und für ein so altes Spiel macht es sich selbst auf höher auflösenden Monitoren noch ausgezeichnet. Selbst die Musik ist toll und unterstreicht, dass hier viele, viele Leute sehr lange bei der Arbeit waren. Natürlich ist es technisch arg auf dem Boden geblieben, Sprite-basiert und spärlich animiert - das hier soll schließlich immerhin selbst auf einem Laptop noch laufen. Aber es wirkt auch wahnsinnig ausgereift, fertig und rund.

6
Lasst euch von der kruden Grafik nicht abschrecken. Zumal hübsche Charakterporträts und aufpeitschende Musik einiges für die Atmosphäre tun

Und - wie gesagt - es ist komplett umsonst. Wäre Advance Wars Tolkien lesend und Heroes of Might and Magic spielend im Mitteleuropa der Neunzigerjahre durch die Pubertät gegangen - vielleicht wäre Battle for Wesnoth dabei herausgekommen. Ein rundherum schönes, taktisch anspruchsvolles und endlos einnehmendes Fleckchen High-Fantasy-Taktik, in das man reuelos ganze Nächte versenkt, bis Fire Emblem: Three Houses rauskommt. Unbedingt ausprobieren!

Entwickler/Publisher: The Battle for Wesnoth Project - Erscheint für: PC, iOS, Android - Preis: PC kostenlos, mobile 4,49 Euro - Erscheint am: erhältlich - Sprache: Deutsch, nicht komplett übersetzt - Mikrotransaktionen: nein

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Über den Autor:

Alexander Bohn-Elias

Alexander Bohn-Elias

Stellv. Chefredakteur

Alex schreibt seit 2001 über Spiele und war von Beginn an bei Eurogamer.de dabei. Er mag Highsmith-Romane, seinen Amiga 1200 und Tier-Dokus ohne Vögel.

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