Tiny Metal: Full Metal Rumble ist das neue Advance Wars für Nintendo Switch

Und auch für PC.

Elf Jahre ist es jetzt her, seit mit Days of Ruin der bis dato letzte Teil von Advance Wars für den Nintendo DS erschien. Vor einer Weile pries Alex Wargroove als das Advance Wars an, das Nintendo euch nicht geben will, wenngleich es in einem Fantasy-Szenario spielte. Und jetzt haben wir mit Tiny Metal: Full Metal Rumble im Grunde das echte Advanced Wars, das ihr von Nintendo nicht bekommt. Mit Panzern, Raketenwerfern und Helikoptern.

Es ist der Nachfolger des 2017 veröffentlichte Tiny Metal, mit dem Entwickler Area 35 versuchte, in die Fußstapfen der beliebten Rundenstrategie-Reihe zu treten. Das gelang damals ganz gut und heute klappt es noch viel besser. Habt ihr Advance Wars oder einen vergleichbaren Titel gespielt, findet ihr euch hier sofort zurecht. Ihr seht das Geschehen aus der Vogelperspektive und hier in 3D, die Kamera lässt sich rein- und rauszoomen und drehen.

Spielerisch bietet es die Rundenkämpfe, die ihr erwartet. Ihr versucht Gegner zu flankieren und das Terrain zu eurem Vorteil zu nutzen, zum Beispiel in Form von Deckung und Überraschungsattacken aus Wäldern heraus. Oder ihr verschafft euch Vorteile von erhöhten Positionen aus. Gleichzeitig gilt es dabei, die Stärken und Schwächen der jeweiligen Truppen zu beachten. Mit einem Sturmgewehr bewaffnete Soldaten richten gegen einen Panzer wenig aus, Grenadiere mit ihrer Panzerfaust umso mehr. Es ist Stein, Schere, Papier in Reinkultur. Eine große Zahl an Panzern hilft euch wenig, wenn ihr damit eine Armee konfrontiert, die darauf eingestellt ist.

Normale Soldaten kratzen höchstens am Lack von Panzern.

Eine gute Mischung ist das A und O, damit ihr in kritischen Situationen gut reagieren und euch auf neue Bedingungen einstellen könnt. Damit ihr nicht blind ins Verderben lauft, helfen euch zum Beispiel schnelle Aufklärer oder mit einem Radar ausgestattete Vehikel dabei, den Nebel des Krieges zu lüften. Auf den Maps erobert ihr Fabriken und Gebäude, steigert damit euer Einkommen und produziert neue Einheiten, um die Oberhand zu gewinnen. Ebenso lassen sich gegen einiges an Barem Heldeneinheiten aufs Schlachtfeld schicken, die ordentlich reinhauen.

Weiterhin lassen sich Fußsoldaten in Truppentransportern durch die Gegend karren, je nach Situation bringt ihr somit schnell den benötigten Nachschub an die Frontlinie. Indes achtet ihr darauf, dass euren Einheiten nicht Munition oder Treibstoff ausgehen, was schlecht wäre, wenn sie direkt vor dem Feind stehen. Euer Kommandant verfügt darüber hinaus über Spezialfähigkeiten, die sich aktivieren lassen, wenn die zugehörige Energieleiste bis zu einem spezifischen Punkt gefüllt ist. Diese bescheren euch verschiedene Boni, zum Beispiel erhöhte Verteidigungs- und Angriffswerte in einer Runde oder eine schnellere Eroberung von Gebäuden. Nützlich, wenn ihr in einer Runde zum Beispiel hart zuschlagen möchtet oder einen starken Angriff des Gegners erwartet.

Die KI bemüht sich dabei, euch das Leben so schwer zu gestalten wie es geht. Heißt: Sie versucht euch aktiv über die Flanke und mit den passenden Einheiten zu attackieren, nutzt das Terrain oder kombiniert ihre Truppen für vernichtende Angriffe. Einfach macht sie es euch nicht, schickt ebenso regelmäßig neue Einheiten in die Schlacht und versucht ihrerseits Gebäude für sich zu annektieren.

Zur Unterstützung aktiviert ihr Superkräfte.

Gleichzeitig ist in Tiny Metal: Full Metal Rumble nicht alles Gold was glänzt. Wenngleich das Spiel weit entfernt von schlimmen Problemen ist. Die Kampagne legt einen eher langsamen Start hin, verschwendet zu viel Zeit damit, euch in den ersten zehn Missionen die Eigenheiten des Spiels näherzubringen. Es kommt zögerlich in Fahrt, danach läuft es auf jeden Fall besser und ist motivierender, wenn ihr nicht mehr mit Erklärungen zugeschmissen werdet. Darüber hinaus bietet euch jede Mission durch drei erreichbare Ziele einen Grund, sie später nochmals in Angriff zu nehmen, wenn euer Ziel darin besteht, jede einzelne Aufgabe zu erfüllen.

Die anfänglichen Stunden und Missionen sind die quälendste Zeit, die ihr mit diesem Spiel habt. Danach gibt es euch viel zu tun, liefert spannende Missionen und obendrein einen Multiplayer- sowie einen Skirmish-Modus. Und läuft dabei im Dock und im Handheld-Modus der Switch überwiegend einwandfrei. Ein paar kleinere Stotterer zeigen sich hier und da, nichts davon bremst den Spielspaß aus. Die stilisierte Grafik sieht zudem schick aus.

Fabriken produzieren den benötigten Nachschub.

Tiny Metal: Full Metal Rumble ist mehr als ein Advanced-Wars-Klon, es ist ein Spiel auf Augenhöhe. Wenn Intelligent Systems mit Fire Emblem beschäftigt ist, warum lässt Nintendo nicht Area 35 an ein neues Advance Wars heran? Dass sie es drauf haben, beweisen sie mit diesem Titel. Trotz schwacher Anfangsphase ist Tiny Metal: Full Metal Rumble ein Fest für Rundenstrategen, das euch mit spannenden Missionen und forderndem Gameplay bei Laune hält. Wer nach mehr Advance Wars lechzt, kommt nicht umhin, einen Blick hierauf zu werfen. Vor allem zu dem günstigen Preis von 14 Euro, für den es zu haben ist.

Entwickler/Publisher: Area 35 - Erscheint für: PC, Switch - Preis: ca. 14 Euro - Erscheint am: erhältlich - Gespielte Version: Switch - Sprache: Deutsch, Englisch und andere - Mikrotransaktionen: nein

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Über den Autor:

Benjamin Jakobs

Benjamin Jakobs

Leitender Redakteur News

Seit 2006 bei Eurogamer.de dabei, Redakteur und hauptverantwortlich für den Newsbereich. Begann seine Spielerlaufbahn auf dem PC mit Wing Commander, UFO und dem Bundesliga Manager, spielt mittlerweile aber hauptsächlich auf den Konsolen, genauer gesagt Xbox One, Xbox 360, Switch, PS4, Wii U, PS3 und 3DS. Ist grundsätzlich für viele Spiele und Genres offen und mag vieles, was mit Science-Fiction zu tun hat, kann aber mit JRPGs nicht wirklich viel anfangen. @f1r3storm auf Twitter.

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