Ist dies das Aus der Lootbox? Epic entfernt Zufallskisten aus Rocket League für "die beste Erfahrung"

Künftig wisst ihr, was ihr bekommt, wenn ihr Geld hinlegt.

Wunderbar. Psyonix und Epic Games nehmen die verzufallten, kostenpflichtigen Lootkisten aus Rocket League raus. Schon bald gibt es ein System, bei dem man vorher sieht, was man bekommt. Ihr wisst schon - wie bei jeder anderen normalen Transaktion auch.

Ich bin die Tage mal wieder über eine Kirmes geschlendert, wobei mir auffiel, dass wir gedanklich schon lange auf "Lootboxen" eingestellt sind. Hier ein Stand, der Lose verkauft, dort ein "Geschicklichkeitsspiel" (Anführungszeichen beachten!), das natürlich komplett zugunsten des Betreibers manipuliert wurde, andernorts ein Wirrwar aus Fäden, aus dem man einen rausfummelt, an dessen anderem Ende mit Glück kein böser Plaste-Kram oder nach Lösungsmittel riechendes Plüschtier hängt (wer's glaubt, wird seelig!).

Das entschuldigt die Idee von Lootboxen in Spielen natürlich nicht, soll nur illustrieren, dass wir schon länger blind Geld hinlegen, um … irgendwas zu bekommen, das wir mir großer Wahrscheinlichkeit weder wollen noch brauchen. Doch vielleicht waren einige Angestellte von Psyonix auch letztens auf dem Jahrmarkt und hatten nach einem Dutzend Anläufen, mit einem fast schwerelosen Ball einen verdächtig stabilen Turm aus Dosen zu Fall zu bringen, auf einmal keine Lust mehr auf derartige Geschäftspraktiken?

Im Blog des Entwicklers steht jedenfalls:

"Hier bei Psyonix und Epic Games als Ganzem, haben wir uns dem bestmöglichen Erlebnis für alle unsere Spieler auf der Welt verschrieben. Um dieses Ziel zu erreichen, entfernen wir später dieses Jahr alle bezahlten, zufallsbasierten Kisten aus Rocket League und ersetzen sie durch ein System, das euch vorher exakt die Items zeigt, die ihr kauft."

Dass das wie eine revolutionäre Idee klingt, sagt viel darüber aus, wie weit es mit dieser Praxis bereits ist. Aber trotzdem: Wenn da von "Epic als Ganzem" gesprochen wird - dem neuen Big Player an der Store-Front -, bevor man Lootboxen aus dem Definitionsbereich des "bestmöglichen Erlebnisses" streicht, kann man schon von einem Signal sprechen, das hier gesetzt wird.

Was denkt ihr? Nur ein Strohfeuer oder der Anfang vom Ende der Lootboxen?

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Über den Autor:

Alexander Bohn-Elias

Alexander Bohn-Elias

Stellv. Chefredakteur

Alex schreibt seit 2001 über Spiele und war von Beginn an bei Eurogamer.de dabei. Er mag Highsmith-Romane, seinen Amiga 1200 und Tier-Dokus ohne Vögel.

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Endlich wieder eine echte Alternative.

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