Subdivision Infinity DX lässt die Epik eines Wing Commander oder FreeSpace vermissen

Für ein wenig Weltraumgeballer taugt es aber allemal.

Was waren das noch für Zeiten, in denen sich Weltraumspiele Wing Commander, FreeSpace und Co. so richtig episch anfühlten. Das Schicksal der Menschheit steht auf dem Spiel, es gibt spannende Einsätze und große Weltraumschlachten. Das von den russischen Mistfly Studios entwickelte Subdivision Infinity DX strebt ein wenig in diese Richtung, an die Größen des Genres und an das Gefühl, Teil eines größeren Ganzen zu sein, reicht es indes nicht heran.

Zumal mir hier in diesem Moment ein paar Fragezeichen über dem Kopf schweben, denn nach offiziellen Angaben erinnert das Spiel an Titel wie Freelancer (nicht ganz), Independence War (kann ich gerade nicht sagen) Everspace (bis auf den Roguelike-Aspekt) und Mass Effect. Bitte, Mass Effect? Ich weiß beim besten Willen nicht, wie sie darauf kommen, mich erinnert hier nichts an Mass Effect. Oder ich sehe es einfach nicht.

Ein anderer kleiner Wermutstropfen: Zu Beginn des Spiels seht ihr das Geschehen einige Sekunden lang aus der Cockpitperspektive. Danach nicht mehr, es bleibt bei der Ansicht von hinten. Das ist schade, ich hätte mir hier nach den anfänglichen Eindrücken gewünscht, aus Sicht des Piloten zu fliegen. Ihr spielt hier Sergeant Jed Riddle, der auf den Rufnamen Rebel-1 hört und von LightWave Tech den Auftrag erhält, Probleme bei einer ihrer Fabriken zu untersuchen. Wie sich herausstellt, tummeln sich da einige böse Jungs und fangen gleich an, auf alles und jeden zu ballern. Und dahinter steckt natürlich mehr, als es zuerst den Anschein hat.

Es wird viel geschossen.

Nach und nach hangelt ihr euch mit eurem Raumschiff durch fünf verschiedene Sternensysteme, wo jeweils mehrere Missionen und ein abschließender Bosskampf auf euch warten. Ausufernd lang sind diese Einsätze nicht, wenngleich sie nicht zu schnell vorbei sind. Gutes Mittelfeld. Die meiste Zeit über ballert ihr dabei alles klein, was euch vors Fadenkreuz fliegt, mehr Abwechslung hätte dem Ganzen nicht geschadet. Hinzu kommen pro System Erkundungsmissionen, in denen ihr Rohstoffe von Asteroiden abbaut und euch Bauteile für neue Schiffe beschafft. Im Ansatz interessant, die Abläufe sind hier im Endeffekt ebenso gleich.

Schiffe lassen sich indes nicht allein bauen, gut die Hälfte ist für Credits erhältlich, die ihr zum Beispiel für erfüllte Missionen erhaltet. Je nach Schiff gibt es unterschiedliche Werte, wie Schnelligkeit und Panzerung, ebenso haben spätere Raumschiffe mehr Waffenslots. Dafür steht euch ein umfangreiches Arsenal an aufrüstbaren Waffen zur Verfügung, von Kanonen bis hin zu Raketen. Standardprogramm ohne echte, außergewöhnliche Dinge.

Wenngleich Subdivision Infinity DX eine spektakuläre Inszenierung - häufig langweilige Textboxen statt Zwischensequenzen - oder eine Cockpitperspektive vermissen lässt, macht es Spaß, sich hier durch den Weltraum zu ballern. Ihr seid schnell drin im Geschehen, alles ist zugänglich und unkompliziert. Das virtuelle All erwecken die Entwickler mittels der Unreal Engine 4 zum Leben, die für ein paar schicke Panoramen sorgt. Fliegt aber nicht zu nah an Asteroiden heran, denn dann habt ihr die Möglichkeit, die Pixel zu zählen. Ein Schönheitsfleck auf einem ansonsten ansehnlichen Titel.

Hier ein etwas schwieriger Zwischengegner.

Das Handling der Raumschiffe funktioniert gut. Ihr fliegt nicht nur vorwärts oder rückwärts, ihr driftet mithilfe des linken Sticks nach rechts/links und oben/unten. So schwebt ihr um gegnerische Schiffe herum und nehmt sie aufs Korn. Euer Schiff visiert Feinde automatisch an, wenn diese in der Nähe des Fadenkreuzes sind, ihr drückt dann den Trigger und die Geschosse landen so gut wie immer im Ziel. Klappt nach kurzer Eingewöhnungsphase häufig gut, ab und an geht mir die Fixierung auf einen Gegner zu schnell verloren.

Im Endeffekt bewegt sich Subdivision Infinity DX nicht auf dem Niveau eines Must-haves. Es schadet jedoch auch nicht, einen Blick zu riskieren, wenn ihr Spaß an solchen Titeln findet. Aktuell ist das aber mit ein wenig Vorsicht zu genießen: Beim Spielen hat es mein Save Game zerlegt, das dann im Ladebildschirm die korrekte letzte Mission anzeigte, aber nach abgeschlossenem Ladevorgang stand ich mit allem bei Null. Kein Geld, kein Fortschritt. Da half der Cloud-Spielstand ebenso wenig, es war exakt der gleiche. Ich weiß bis jetzt nicht, ob es am Spiel lag oder ob was anderes der Grund dafür war. Hatte ich einfach Pech? Passiert ist passiert, die Entwickler sind informiert.

Entwickler/Publisher: Mistfly Games/Crescent Moon Games, Blowfish Studios - Erscheint für: PC, PS4, Xbox One, Switch - Preis: ca. 13 Euro - Erscheint am: 8. August - Gespielte Version: Xbox One - Sprache: Englisch - Mikrotransaktionen: nein

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Über den Autor:

Benjamin Jakobs

Benjamin Jakobs

Leitender Redakteur News

Seit 2006 bei Eurogamer.de dabei, Redakteur und hauptverantwortlich für den Newsbereich. Begann seine Spielerlaufbahn auf dem PC mit Wing Commander, UFO und dem Bundesliga Manager, spielt mittlerweile aber hauptsächlich auf den Konsolen, genauer gesagt Xbox One, Xbox 360, Switch, PS4, Wii U, PS3 und 3DS. Ist grundsätzlich für viele Spiele und Genres offen und mag vieles, was mit Science-Fiction zu tun hat, kann aber mit JRPGs nicht wirklich viel anfangen. @f1r3storm auf Twitter.

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