gamescom 2019: Es war meine erste Begegnung mit Final Fantasy und jetzt möchte ich Final Fantasy VII Remake haben

Mittendrin statt nur dabei.

Meine Erfahrungen mit Final Fantasy gehen gegen Null. Früher habe ich, wenn ich mich richtig erinnere, mal kurz eins ausprobiert, wobei ich mich beim besten Willen nicht daran erinnern kann, welches das war. Ich spielte ein wenig Dissidia Final Fantasy NT, was ja in dem Sinne kein "richtiges" Final Fantasy ist, auf der PS4 an und das war es. In Anbetracht dessen war es zumindest mal interessant, dass Martin mir den Termin für Final Fantasy VII Remake auf der gamescom auf meinen Terminkalender schob.

Dadurch eröffnet sich zugleich eine neue Perspektive. Wie ist es, diesen beliebten Titel gänzlich ohne nostalgische Gefühle zu erleben? Sagen wir es so: Geschadet hat es nicht. Das hier ist ein vollständiges Remake, am ehesten vergleichbar mit Capcoms Bemühungen bei Resident Evil 2. Daher seid ihr dank der Third-Person-Perspektive auch mehr mittendrin im Kampf, ausgehend von älteren Screenshots.

Gleich vorweg: Viel spielen ließ sich mit der gamescom-Demo nicht. Es waren ein paar normale Scharmützel und ein Bosskampf gegen einen Roboter. Und dazu die deutsche Synchronisation, die einen guten Eindruck hinterlässt. Vorwiegend gab es auf der gamescom also Eindrücke zu den Kämpfen, die hier in Echtzeit ablaufen.

Mit Cloud stürzt ihr euch mitten ins Geschehen und schwingt sein Schwert, um Gegner zu attackieren. Je nach Kontrahent springt er bei den Attacken automatisch in die Luft. Im Kern gibt es hier drei wichtige Aktionen: Attackieren, Blocken und Ausweichen. Alles selbsterklärend und eingängig, es braucht im Grunde keine Einarbeitungszeit, um das zu beherrschen.

Natürlich mangelt es dem Kampfsystem darüber hinaus nicht an Tiefgang. Da hätten wir zum Beispiel die ATB-Leiste, die sich beständig durch eigene Attacken erfüllt. Erreicht sie bestimmte Punkte, führt ihr verschiedene Kommandos aus, heilt euch oder absolviert spezielle Attacken, die jeweils einen Balken der ATB-Leiste beanspruchen. Die verursachen dann unter anderem Schaden oder füllen die Schockanzeige des jeweiligen Gegners schneller auf.

Ist Letztere voll, gerät der Attackierte in eine Art Schockzustand und ist kurzzeitig gelähmt, ebenso erleidet er währenddessen mehr Schaden. Es lohnt sich auf jeden Fall, sie vor allem bei größeren Gegnern beziehungsweise Bossgegnern immer wieder ans Maximum zu bringen, um sie vorübergehend zu schwächen. Außerdem gibt es noch einen kleineren Limit-Balken. Der füllt sich bei Cloud und bei seinen Begleitern, wenn sie Treffer einstecken. Im Endeffekt nützt es euch somit auch, wenn ihr getroffen werdet, denn ist der Balken voll, geratet ihr in einen Limitrausch und habt die Möglichkeit, eine besonders effektive Limit-Attacke auszuführen.

Wählt ihr Kommandos, Magie oder Gegenstände aus, pausiert das Spiel zwar nicht im Hintergrund, wird aber extrem verlangsamt, damit ihr in Ruhe die Befehle erteilen könnt. Ebenso ist es in den Kämpfen möglich, zwischen den einzelnen Charakteren zu wechseln, sie direkt zu steuern und ihre Attacken einzusetzen. Oder aber ihr bleibt bei Cloud und erteilt ihnen Befehle.

Nach den kleineren Scharmützeln ging es in der gamescom-Demo gegen einen Bossgegner zur Sache. Der Kampf teilte sich in mehrere einzelne Phasen auf, abhängig davon, wie viel Schaden ihr bereits angerichtet habt. Mit jeder neuen Phase setzte sich dieser größere Roboter stärker zur Wehr, erhielt neue Attacken wie Raketenangriffe und eine Stromladung, die alles im näheren Umkreis schädigt. Und das alles inszenieren die Entwickler äußerst effektreich, sowohl was die einzelnen Attacken betrifft als auch die Zwischensequenzen. Zu Beginn einer Phase feuert der Roboter eine Salve Raketen an die Decke. Daraufhin regnen Trümmer aufs Schlachtfeld hinab, hinter denen ihr euch in der nächsten Phase dann versteckt, um nicht von einem riesigen Laser getroffen zu werden.

Was hier nicht passierte, aber möglich ist: Ein Gegner kann mit seinem riesigen Fuß zum Beispiel Cloud am Boden festpinnen, wodurch dieser bewegungsunfähig ist. Dann wechselt ihr zu Barret und feuert auf den Gegner, bis Cloud sich selbstständig befreien kann.

Es war zwar nur ein relativ kurzer Abschnitt auf der gamescom spielbar, aber hier zeigt sich schon das hohe Spieltempo bei den Kämpfen, bei Bosskämpfen gerät man fast in eine Art Rausch auf dem Ritt bis zum Ende der Auseinandersetzung. Final Fantasy VII Remake geht hier ein hohes Tempo, was mir entgegenkommt, und lässt zugleich nicht an Tiefgang durch zusätzliche Kommandos und dergleichen vermissen. Ich habe jetzt zwar noch nicht viel von der Story mitbekommen, aber das angespielte Gameplay empfand ich als mitreißend. Es weckte in mir die Lust auf mehr, Final Fantasy VII Remake ist auf dem besten Weg, der erste Teil der Reihe zu werden, den ich durchspiele.

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Über den Autor:

Benjamin Jakobs

Benjamin Jakobs

Leitender Redakteur News

Seit 2006 bei Eurogamer.de dabei, Redakteur und hauptverantwortlich für den Newsbereich. Begann seine Spielerlaufbahn auf dem PC mit Wing Commander, UFO und dem Bundesliga Manager, spielt mittlerweile aber hauptsächlich auf den Konsolen, genauer gesagt Xbox One, Xbox 360, Switch, PS4, Wii U, PS3 und 3DS. Ist grundsätzlich für viele Spiele und Genres offen und mag vieles, was mit Science-Fiction zu tun hat, kann aber mit JRPGs nicht wirklich viel anfangen. @f1r3storm auf Twitter.

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