Vorwürfe sexueller Gewalt gegen Skyrim-Komponist Jeremy Soule und Night-in-the-Woods-Schöpfer Alec Holowka

Und auch ein Entwickler von Splash Damage steht im Fokus.

In den letzten Tagen haben mehrere Frauen öffentlich über sexuelle Gewalt in der Spieleindustrie gesprochen.

Im Zuge dessen erheben sie schwere Vorwürfe gegen bekannte Personen aus der Industrie. Die Vorfälle liegen zum Teil Jahre zurück, aber erst jetzt trauten sie sich, darüber zu reden.

Ausgangspunkt ist der Blogeintrag "calling out my rapist" von Game Designerin Nathalie Lawhead. Sie wirft Komponist Jeremy Soule, unter anderem bekannt für seine Arbeit an Skyrim und diversen anderen Spielen, vor, sie im Jahr 2008 vergewaltigt zu haben, als sie gemeinsam bei einem nicht näher benannten Studio in Vancouver arbeiteten.

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Die Anschuldigungen wiegen schwer.

Ebenso spricht sie von erschwerten Arbeitsbedingungen nach dem Vorfall. Sie musste um ihr Geld kämpfen und verlor letzten Endes ihren Job, was sie anhand dutzender Mails dokumentiert.

Was sie sich jetzt erwartet, sind Gegenreaktionen, Lügen, Entschuldigungen oder auch Fans, die sich gegen sie wenden könnten. "Meine Seite der Geschichte erhielt nie eine Chance", schreibt sie. "Aber ich versuche es. Ich teile das hier in der Hoffnung, dass diese Informationen ihren Weg zu anderen Frauen finden, damit diese Bescheid wissen."

Nach ihrer Äußerung meldete sich Synchronsprecherin Aeralie Brighton - die Stimme von Sein in Ori and the Blind Forest - zu Wort und gab an, Soule ebenfalls "zum Opfer gefallen" zu sein. "Ich bin dankbar, dass es bei mir nicht SO weit ging, aber es muss öffentlich gemacht werden, damit andere gewarnt sind", schreibt sie auf Facebook. "Danke für deinen Mut, Nathalie."

Im Anschluss daran schrieb Zoe Quinn (Depression Quest) über ihre Erfahrungen mit Indie-Entwickler Alec Holowka (Aquaria, Night in the Woods). "Ich habe fast über meine gesamte Karriere hinweg geschwiegen und ich kann es nicht mehr", erläutert sie auf Twitter. Zu lesen sind verstörende Erfahrungen von Quinn, die sich unter anderem in einem Badezimmer versteckte, um einem Angriff zu entgehen. Lawheads Blogeintrag, der sie "bis ins Mark erschüttert" habe, brachte sie dazu, sich jetzt dazu zu äußern.

"Er ließ mich nicht die Wohnung ohne ihn verlassen und gab mir auch nicht den Code, um hineinzukommen", sagt Quinn. "Ich hatte Angst zu gehen." Beide hätten eine Beziehung begonnen, in der Holowka "regelmäßig gemein und gewaltsam" gewesen sei.

"Wir glauben Zoes Darstellung über das Verhalten von Alec, wir sind sehr traurig und sehr verärgert", schreibt Scott Benson auf Twitter. Er arbeitete mit Holowka gemeinsam an Night in the Woods.

Indes kam ein dritter Vorfall durch Indie-Entwicklerin Adelaide Gardner ans Licht. Auf Twitter warf sie in einem längeren Beitrag Luc Shelton, einem Programmierer bei Splash Damage, wiederholten psychologischen und physischen Missbrauch vor.

"Es ist jetzt zwei Jahre her und immer mal wieder, wie jetzt gerade, erkenne ich, dass ich noch immer Angst vor ihm habe", schreibt Gardner. "Er ist ein Land entfernt, ich werde ihn nie wieder sehen und er hat keine Möglichkeit, mich zu kontaktieren. Und dennoch habe ich so viel Angst wie an dem Tag, als ich zum letzten Mal seine Wohnung verließ."

Auch andere Frauen und nicht-binäre Menschen, darunter Insomniacs Autorin Mary Kenney, teilten ihre Erfahrungen mit Missbrauch und Belästigungen. Andere, wie Mina Vanir, brachten Vorwürfe wieder zum Vorschein, die früher, als sie sich erstmals dazu äußerte, wenig beachtet wurden.

Es ist nicht das erste Mal, dass es solche Vorwürfe in der Industrie gibt. Es könnte ein wichtiger Moment sein, der dazu führt, dass sich viele weitere Menschen zu solchen Problemen äußern. Der Industrie, in der Sexismus, Missbrauch und toxisches Verhalten noch weit verbreitet sind, würde es nicht schaden, wenn sich was ändert.

Quelle: The Verge

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Über den Autor:

Benjamin Jakobs

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Leitender Redakteur News  |  f1r3storm

Seit 2006 bei Eurogamer.de und spielt hauptsächlich auf Konsolen. Mag Sci-Fi, Star Wars UND Star Trek. @f1r3storm auf Twitter.

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