15 Minuten mit Pokémon Schwert und Schild können erstaunlich nichtssagend sein…

Im ersten Moment erinnerte es mich an Let's Go.

Wie viele Eindrücke lassen sich aus 15 Minuten mit Pokémon Schwert und Schild mitnehmen? Wenige bis keine, leider hatte ich auf der gamescom aufgrund der zeitlich begrenzten Demo nicht Zeit für mehr, erwartet daher keine umfassenden Eindrücke darüber, ob das hier jetzt so lala oder der geilste Scheiß aller Zeiten ist. Mehr als zum Innenleben einer einzelnen Arena im Spiel gab es nicht zu sehen, keine offene Welt, keine Dyna-Raids und was noch dazugehört.

Zugegeben, im ersten Moment hatte ich eher das Gefühl, eine Art Erweiterung zum letztjährigen Pokémon Let's Go spielen. Der Grafikstil in der Arena und die Perspektive erinnerten mich stark an das Remake des ersten Pokémon. Was jetzt für mich nichts Schlechtes bedeutet, ich hatte so direkt ein vertrautes Gefühl. Bevor ich mich in den Kampf gegen den Trainer stürzen konnte, der diese Arena beherrscht, galt es andere Hürden zu meistern.

Zum einen warten dort andere Trainer auf euch, die ihr zuerst in ihre Schranken verweist, bevor ihr euch mit dem Boss befasst - eine Art kleines Vorspiel. Hinzu kam ein wenig Rätselei, wenngleich das hier keinerlei Herausforderung war. Es war nötig, an verschiedenen Ventilen zu drehen, um so Wasserfontänen an- und abzuschalten, bevor sich der Weg fortsetzen ließ. Nichts, was euch lange aufhält.

Waren die kleineren Trainer noch keine harte Nuss, änderte sich das beim Arenaleiter. Der stellte mich mehr auf die Probe als zuvor. Was mir hier ebenso auffiel: Das Interface in den Kämpfen entspricht im Grunde eins zu eins dem aus Let's Go. Okay, das hat ja ganz gut funktioniert, warum also nicht? Es überrascht nicht, dass sich Game Freak an dem Spiel orientiert, das die Serie erfolgreich auf die Switch brachte. Ihr wählt hier die einzelnen Attacken aus - auf Knopfdruck seht ihr, was sie bewirken -, wechselt das Pokémon, nutzt Gegenstände (die in der Demo nicht vorhanden waren) oder zieht euch zurück.

Ansonsten läuft es hier so, wie ihr es kennt: Die Pokémon gehören zu einzelnen Typen und für jedes davon gibt es ein passendes Gegenstück, das ihr nach Möglichkeit in eurem Team habt, um erfolgreich zu sein. Wenn nicht, wagt ihr einen neuen Anlauf mit angepasstem Team. Zugleich hatte ich in der Demo die Chance, einen ersten Blick auf die Dynamaximierung und Dynamax-Attacken in Aktion zu werfen. Infolge der Dynamaximierung erhalten Pokémon zum einen eine enorme Größe und gewinnen an Stärke hinzu.

Ihre Attacken sind nicht allein effektiver, sie bringen obendrein weitere Effekte mit und lösen zum Beispiel Regen aus, der Wasser-Pokémon stärkt, oder erhöhen die Angriffswerte all eurer Pokémon. Anders ausgedrückt: Eine nützliche Sache. Um dieses Feature zu nutzen, braucht ihr ein Dynamax-Band. Wann und wie ihr das im Spiel bekommt ... keine Ahnung, hier war es einfach da. Überlegt euch gut, wann ihr es einsetzt: Pro Kampf ist das einmal möglich und der Effekt hält nicht länger als drei Runden an. Wechselt ihr zwischendrin das Pokémon, geht der Effekt ebenso verloren, wie ich auf die schmerzhafte Tour lernte. Und dann nutzte mein Kontrahent dieses neue Feature und plättete in drei Runden mein halbes Team ohne große Probleme. Autsch.

Nutzt ihr zuerst die Dynamaximierung, setzt ihr sie zeitgleich mit eurem Gegenüber ein oder lasst ihr ihn oder sie zuerst machen? Je nach Situation entscheidet der Einsatz den Kampf und bedenkt, dass die Dynamax-Pokémon gut reinhauen. Gleichzeitig sind sie stark anfällig für Attacken, die ihre Schwächen ausnutzen, damit die Balance erhalten bleibt.

Zum Schluss sah es nicht gut aus für mich, zum Glück bereitete das Zeitlimit der Demo ein Ende, bevor mich der Arenaleiter komplett in den Boden stampfte. So blieb mir die absehbare Niederlage erspart. Und was ziehe ich jetzt für ein Fazit zu dieser Demo? Schwierig, im Grunde ist es mir nicht möglich, das Spiel auf dieser Basis vernünftig einzuschätzen. Die Kämpfe laufen nach bekanntem Muster ab, Dynamax ist ein Ersatz für Mega-Entwicklungen und Z-Attacken. Machte Spaß in diesen 15 Minuten. Darüber hinaus? Abwarten und Tee trinken, ganz der englischen Inspiration der Galar-Region entsprechend. In den bisherigen Direct-Ausgaben zum Spiel sah ich mehr, als ich hier anspielen konnte. Und auch das reicht nicht für einen umfassenden Eindruck. Dass Schwert und Schild nicht den gesamten Pokédex unterstützen, tangiert mich weniger als langjährige Fans, ist für mich daher kein großer Kritikpunkt. Warten wir ab, was am Ende dabei herauskommt.

Entwickler/Publisher: Game Freak/Nintendo - Erscheint für: Switch - Preis: ca. 60 Euro - Erscheint am: 15. November - Gespielte Version: Switch

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Über den Autor:

Benjamin Jakobs

Benjamin Jakobs

Leitender Redakteur News

Seit 2006 bei Eurogamer.de dabei, Redakteur und hauptverantwortlich für den Newsbereich. Begann seine Spielerlaufbahn auf dem PC mit Wing Commander, UFO und dem Bundesliga Manager, spielt mittlerweile aber hauptsächlich auf den Konsolen, genauer gesagt Xbox One, Xbox 360, Switch, PS4, Wii U, PS3 und 3DS. Ist grundsätzlich für viele Spiele und Genres offen und mag vieles, was mit Science-Fiction zu tun hat, kann aber mit JRPGs nicht wirklich viel anfangen. @f1r3storm auf Twitter.

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