Gears 5: Die Kampagne bringt eine offene Spielwelt, RPG-Elemente und Stealth mit

The Coalition macht vieles anders, aber auch besser?

Hier geht es zu unserem Gears 5 Test.

Ein Trupp muskelbepackter Elitesoldaten mit mächtigen Waffen, die Horden anstürmender Monster möglichst blutig niedermetzeln: So könnte man das Spielprinzip von Gears of War in aller Kürze beschreiben. Ein krachender Deckungsshooter mit coolen Charakteren, die sich nach getaner Arbeit zwar nicht mehr eine Zigarre anzünden dürfen, aber immer noch genüsslich Gegner mit dem ikonischen Kettensägen-Lancer zerteilen.

Keine Sorge, der Actionanteil ist auch in dem kommenden Gears 5 immer noch immens hoch und weder am imposanten Waffenarsenal, noch an der schieren Menge fieser Gegner wurde gespart. Trotzdem ist der neue Serienteil deutlich anders als seine Vorgänger. Das bislang streng lineare Gameplay wurde um eine große, teilweise offene Sandbox erweitert, Rollenspielelemente und Stealtheinlagen hinzugefügt. Gears 5 ist größer und abwechslungsreicher als seine Vorgänger. Aber auch besser? Ich konnte bereits einige Stunden den zweiten und dritten Akt der Kampagne ausgiebig ausprobieren und mich mit den neuen Möglichkeiten der Spielwelt vertraut machen.

Zuerst aber ein paar Worte zur Handlung: Kait Diaz, die bereits in Gears of War 4 eine tragende Rolle gespielt hat, wird von schrecklichen Weltuntergangsvisionen geplagt, in denen der Schwarm, eine noch größere Bedrohung als die Locust, die Reste der Menschheit auslöscht. Die Vorhersehungen sind durchaus ernst zu nehmen, denn in den Adern von Kait fließt Locust-Blut. Um mehr über ihre tragischen Familienverhältnisse zu erfahren und ein wirksames Mittel gegen den Schwarm zu finden, bereist sie mit Kameraden, wie JD Fenix und Delmont Walker, den Planeten Sera. Mehr von der Handlung möchte ich nicht verraten, kann aber versprechen, dass ihr euch auf so manches Wiedersehen mit bekannten Figuren und einige unerwartete Wendungen gefasst machen könnt.

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Gears 5 erzählt die Geschichte von Kait Diaz, die ihren Locust-Wurzeln auf der Spur ist.

In zweiten Akt verschlägt es den Trupp in den Norden von Sera, ein riesiges schneebedecktes Gebiet mit Waldstücken und gefrorenen Seen. Im dritten Akt bereist ihr eine Wüste aus blutrotem Sand und stoßt auf geheimnisvolle Ruinen. Eine optisch willkommene Abwechslung zu den ansonsten eher matschig-braun gehaltenen Umgebungen der Vorgänger. Hier kommt auch gleich die erste Neuerung ins Spiel: Die lange Reise absolviert ihr nicht im Dauermarsch, sondern bequem mit einem Skiff, eine Art Windgleiter, mit dem sich völlig entspannt manövrieren lässt.

Im Einzelspielermodus übernehmt ihr die Steuerung des Gefährts, während die KI-Kollegen eine Kanone bemannen. Im Koop dürft ihr wahrscheinlich auch selber das Geschütz bedienen und euch Fahrzeugkämpfe liefern. Zusätzlich verfügt das Skiff über Lagerplatz für Waffen, mit denen ihr euch vor dem nächsten Scharmützel ausrüstet. Die Storymissionen werden mit einem Marker angezeigt und ihr könnt euch auf direktem Weg zum nächsten Feuergefecht machen. Oder ihr erkundet erst einmal in aller Ruhe die Umgebung. Fragezeichen markieren dabei auf der Karte die Standorte von optionalen Nebenmissionen, denen ihr euch widmen könnt.

Beispielsweise stoße ich mitten in der Eiswüste auf einen verfallenen Eisenbahntunnel. Natürlich lauert im Dunkeln ein Miniboss auf meine Truppe, der sich als Kugelschwamm erweist und mich fast die ganzen Munitionsreserven kostet. Der Lohn für die Mühe sind einige Sammelgegenstände, die weitere Informationen und Hintergründe zur Story liefern, und eine mächtige Reliktwaffe. Dabei handelt es sich um Variationen von Standardwaffen, die über besondere Durchschlagskraft oder andere Vorzüge verfügen und einen deutlichen Vorteil in den Gefechten verschaffen.

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Auf dem Planeten Sera kämpft euer Squad gegen die Bedrohung des Schwarms. Und das nicht nur in matschig-braunen Umgebungen, sondern auch in schicken Eiswäldern und im blutroten Wüstensand.

Auf meiner Erkundungstour bin ich auf ein halbes Dutzend Nebenmissionen gestoßen, die neue Spielelemente, abseits des klassischen Verschanzen-Rennen-Ballern-Prinzips aufzubieten hatten. Im Gegensatz zu den Storymissionen entdecken die Gegner euch meist nicht sofort Ihr könnt euch anschleichen und mit einem Genickbrecher oder einer Messerattacke hinterrücks die Feinde dezimieren.

Während Kait, Del oder JD in den Shooter-Passagen gewohnt von Deckung zu Deckung hechten und mit dem stattlichen Waffenarsenal aus Maschinengewehren, Pistolen und Granaten aus allen Rohren auf die ekligen Schwarm-Monsterhorden ballern, kommt mit dem Roboter Jack ein weiteres, spannendes Gameplay-Element hinzu. Jack ist zwar schon seit dem ersten Teil von Gears of War mit dabei, war aber bisher kaum mehr als ein Sidekick mit arg begrenzten Einsatzmöglichkeiten.

Jetzt ist Jack ein vollwertiges Gruppenmitglied und verfügt über eine Reihe an mächtigen offensiven und defensiven Fähigkeiten. Auf Knopfdruck wird der über dem Schlachtfeld schwebende Roboter herbeigerufen, der dann Gegner mit Stromstößen lähmen, Energiefallen auslegen oder in besonders brenzligen Situationen, wenn ihr unter Dauerbeschuss hinter einer Deckung festgenagelt seid, euch auch kurzfristig tarnen kann. So könnt ihr ohne Gefahr die Position wechseln und der Brut weiter den Garaus machen.

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Die Spielwelt ist weitaus größer als bei allen anderen Gears-Teilen und ihr durchquert die offenen Abschnitte in einem wendigen Windgleiter.

In der offenen Welt und den Missionen sammelt ihr Komponenten ein, mit denen ihr Jack Upgrades verpasst. Über einen nicht allzu verzweigten Skill-Tree schaltet ihr Rollenspiel-typisch neue Fähigkeiten frei, die sich schnell in den knackigen Arena-Ballereien als äußerst nützlich erweisen. Jack kann zum Beispiel Waffen und Munition besiegter Gegner herbeiholen, ohne das ihr die Deckung verlassen müsst. In einer besonders kniffligen Situation, wurde mein Squad von einem halben Dutzend Snipern aus großer Entfernung unter Beschuss genommen und hat bei jedem Sprintversuch zur nächsten Deckung heftige Treffer kassiert.

Die Lösung: Mit den Stromstößen von Jack einen Sniper ausschalten und dessen Scharfschützengewehr apportieren lassen. Keine fünf Minuten später waren die Gegner erlegt und mein Trupp weitergerückt. Es lohnt sich unbedingt, nach den Komponenten Ausschau zu halten und dafür auch mal eine Nebenmission zu absolvieren, denn eine der erweiterten Fähigkeiten die Jack erwerben kann, ist das Hijacking. Dabei übernimmt der Robo-Helfer den Körper eines anvisierten Gegners und schlachtet seine eigenen Artgenossen. Der Zeitraum der Übernahme lässt sich von ein paar Sekunden auf eine Minute steigern und in dieser Zeit lässt sich schon eine Menge Unheil stiften.

Laut Studioboss und Creative Director Rod Fergusson ist Jack als Einsteigercharakter konzipiert. Spielt ihr mit bis zu drei Freunden im lokalen Splitscreen oder im Online-Koop, kann er von einem Spieler gesteuert werden und steht dank der Flugfähigkeit und einer Tarnkappenfunktion nicht direkt im Kreuzfeuer. Gears 5 ist im Xbox Game Pass enthalten und Fergusson erwartet eine Menge neuer Spieler, die bislang mit der Serie keine Berührung hatten. Jack ist dann die beste Wahl, um einen frustfreien Einsteig in die beinharten Ballereien zu bekommen. Besonders in den mittleren und höheren Schwierigkeitsstufen fliegt euch das Blei nur so um die Ohren, während auf der leichtesten Einstellung eine narrensichere Zielhilfe und gnädig gestimmte Feinde Hardcore-Zocker nicht unbedingt zufrieden stellen werden.

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Um die Bedrohung durch den Schwarm abzuwenden, müsst ihr euch mit allerhand ekligen Monstern anlegen.

Neben der filmreif inszenierten Kampagne, mit der ihr gut 20 Stunden Spielzeit verbringen werdet, wenn ihr auch die ganzen optionalen Nebenmissonen mitnehmt, könnt ihr euch zudem auf eine ganze Reihe Mehrspieler-Modi freuen. Im Versus-Modus kämpft ihr in Teams gegen menschliche Spieler, in Escape und Horde gilt es, mit einem Squad die Angriffe der Schwarm-Monster zu überleben. Dabei dürft ihr nicht nur Gears-Helden wie Kait, Del oder JD wählen, auch die Spartaner Emile-A239 und Catherine-B320 aus Halo: Reach oder Sarah Connor aus dem Terminator-Franchise stehen unter anderem als Spielfigur zur Verfügung.

Eine teilweise offene Spielwelt, Rollenspielelemente und Stealtheinlagen: Zugegeben, ich war erst einmal ganz schön skeptisch, ob der eingeschlagene Weg in Gears 5 für mich auch in die richtige Richtung gehen würde. Aber nach gut fünf Stunden Kampagnenspielzeit kann ich sagen, die Neuerungen bereichern enorm das bekannte Deckungsshooter-Gameplay. Eine echte Evolution der Serie und meiner Meinung nach genau das, was das Franchise jetzt gebraucht hat, um nicht zu einem Anachronismus zu werden. Mit dem exzellent zu steuernden Skiff gemütlich die abwechslungsreichen Gebiete des Planeten Sera erkunden und Nebenmissionen absolvieren, um mächtige Reliktwaffen oder Verbesserungen für Robo-Jack zu erbeuten, das macht mächtig Laune. Wenn ich nicht schon einen Game Pass besitzen würde, ein besseres Argument für das Xbox-Spieleabonnement, als zum Erscheinungstag direkt Gears 5 ohne zusätzliche Kosten spielen zu können, lässt sich kaum finden.

Entwickler/Publisher: The Coalition/Xbox Game Studios Erscheint für: Xbox One, PC - Geplante Veröffentlichung: 10. September 2019 - Angespielt auf Plattform: Xbox One

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Über den Autor:

Ulrich Wimmeroth

Ulrich Wimmeroth

Freier Autor

Mag Rollenspiele und Ego-Shooter, sammelt Retro-Konsolen und nutzt seinen PC hauptsächlich zum Schreiben über Spiele. Und für Strategie natürlich. Und das seit Dekaden.

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