Borderlands 3 ist so überdreht und ungezogen wie eh und je

Schimpf und Schande. Und Loot, Loot, Loot.

Hallo ihr Schlappschwänze! Was kann ich dafür, dass ihr euch in diesen Text verirrt habt? Martin hat mir gesagt, ich soll ein paar Impressionen vom Borderlands-3-Beginn zusammenfassen, er sagte aber nicht, dass mich hier nur ein stinkender Haufen Weicheier erwartet! Verschluckt euch gefälligst dran - ihr werdet alle sterben - TOD FÜR ALLE!!!

Wie, ihr seid immer noch da? Na gut, dann seid ihr bestimmt abgehärtet genug, um auch den Rest dieser Schimpfkanonade - ähm - dieses "Work in Progress" zu ertragen. Wie ihr seht, geht einem der launige Wortschatz von Borderlands 3 wunderbar schnell in Fleisch und Blut über. Es vergeht keine Minute des Open-World-Lootshooters, in der nicht irgendjemand eine neue Beschimpfung rausrotzt - mal richtet sie sich gegen meine Heldin, dann wieder beleidigt meine Schützin ihre Kontrahenten aufs Übelste. Der Tod dürfte für die meisten angesichts des pausenlosen Geschwafels eine Erlösung darstellen, denke ich mir in manchen Momenten.

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Die arme Figur erinnert mich irgendwie an 'The Boys'

Alles ist so "over the top", völlig überzeichnet, wie man es von den beiden ersten Teilen auch kennt. Fragt jemand an einer Tür nach dem Kennwort, antwortet meine Begleitung lapidar: "Das Passwort ist: 'Mach die scheiß Tür auf, bevor ich dir eine Kaffeemaschine in den Arsch ramme!'" Das sind die Umgangsformen, wie sie in den ersten Stunden auf Pandora und später an anderen Locations zum vollkommen normalen Ton gehören. Ist nicht für jeden, aber wer so was cool findet, wird sich hier wie zuhause fühlen.

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Größenwahnsinnig? Aber höchstens ein bisschen. Ein bisschen viel.

In Borderlands 3 haben irgendwie alle ständig nur Quatsch im Kopf. Das ist, als würde man einer Comedy-Show auf Crack in Dauerschleife lauschen. Das kann lustig sein, aber auch mal nerven - je nachdem, wie man drauf ist. Wenn gerade niemand in der Nähe ist, der einen vollquasselt, läuft garantiert eine Flimmerkiste mit einem selbst erklärten "Star" oder skurrile Radiodurchsagen durchbrechen knarzend die nicht vorhandene Stille. Wer hier durch die Gegend rennt oder fährt, will keine Ruhe, sondern pausenlose Bespaßung.

Das gilt natürlich auch für die Actionseite - hier wird auf alles geballert, was nicht befreundet ist. Im Zweifel wird selbstverständlich erst geschossen, für Fragen ist anschließend immer noch alle Zeit der Welt - wobei der Übergang doch eher fließend ist. Es gibt kaum einen Feind, der nicht ohne kessen Spruch über den Jordan geht. "Diesen Planeten fand ich eh doof" - so kann man schon mal abtreten. Normale Typen gibt es in den Grenzlanden ohnehin nicht, hier hat jeder eine mehr oder weniger originelle Geschichte zu erzählen - selbst wenn es darum geht, nur mal kurz eine Fedex-Quest abzuschließen. Gerne laufen die Charaktere dann nur in Unterhose durch die Ödnis, outen sich dabei als vollkommen übergeschnappte - aber gleichzeitig liebenswerte Vollhonks.

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Nunja ... Jeder bekommt den Abgang, den er verdient. Oder, war es eine 'sie'?

Ballern kann man bis ins Delirium, dabei ist alles wunderbar bunt, auch die Feinde zerplatzen in schöner Regelmäßigkeit in ihre blutigen Bestandteile. Das ist brutal, wird aber so dermaßen comichaft inszeniert, dass es im Vergleich zu Gears 5 wie ein Kindergeburtstag für Erwachsene wirkt.

Die Lootspirale dreht sich natürlich ohne Unterlass, wobei ich die Belohnungen in den fünf, sechs Stunden des Prologs eher als mau empfunden habe. Gut möglich, dass sich das im späteren Spielverlauf ändert. Trotzdem fühle ich mich der Gegnerübermacht jedoch niemals unterlegen, Borderlands 3 (ich spiele auf "normal") wirkt ausgewogen und lässt sich solo prima zurückgelehnt auf dem Sofa rumlungernd wegspielen, ohne groß in Schweiß auszubrechen.

Ich weiß nicht, wie es euch geht - ihr Weicheier - aber für einen launigen Abend ist das allemal Unterhaltung genug, zumal es (bei mir) keine nennenswerten technischen Startprobleme gab. Digital Foundry misst in Sachen Bildraten auf den Konsolen allerdings einige Bildraten, die wir in den kommenden Tagen mit Blick auf einen eventuellen Patch im Auge behalten werden.

So oder so: Während ich mich bei Rage 2 gepflegt gelangweilt habe, spricht mich diese Art von Haudrauf-Mentalität und lockerem Open-World-Gameplay zumindest fürs Erste durchaus an. Ob mich Borderlands 3 auch über längere Zeit bei der Stange halten kann? Das verrate ich demnächst im vollständigen Review. Noch ein Tipp, wenn ihr selbst Pandora unsicher macht: Holt die zusätzlichen Belohnungen, die ihr mit dem VIP und SHiFT-System kostenlos abgreifen könnt. Genaueres dazu erfahrt ihr auf der Seite Borderlands 3: Alle VIP- und SHiFT Codes für goldene Schlüssel.

Entwickler/Publisher: Gearbox/2K - Erscheint für: PC, PS4, Xbox One - Preis: ca. 60 Euro - Erscheint am: erhältlich - Sprache: Deutsch - Mikrotransaktionen: Ja, kosmetisch - Getestete Version: PC

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