Call of Duty: Modern Warfare - Wie weit gehst du, um die Welt zu retten?

Ein erster Blick auf die Kampagne des Reboots

„Wir sind doch alle Mörder!", erklärt süffisant der abtrünnige General mit breitem russischem Akzent in einem Verhör. Bei dem Gefangenen handelt es sich um den Wolf, einen der „Bad Guys" mit dem ihr es in der Kampagne des Reboots von Modern Warfare zu tun bekommt und serientypisch vor der Aufgabe steht, die freie Welt vor einer akuten Bedrohung zu retten.

Diesmal hat sich eine international agierende Organisation Marke Al-Qaida einer großen Menge eines neuen Nervengifts bemächtigt und beabsichtigt den Westen mit verheerenden Terroranschlägen in die Knie zu zwingen. In der Rolle von drei spielbaren Kämpfern sollt ihr das nun tunlichst verhindern und macht euch auf zu Kampfeinsätzen rund um den Erdball. Soweit so bekannt.

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In der Kampagne übernehmt ihr abwechselnd die Rollen des CIA-Agenten Alex, des SAS-Elitekämpfers Kyle und der Rebellenführerin Farah.

Bei einem Event von Activison und Infinity Ward konnte ich ein wenig mehr über die Kampagne erfahren, die natürlich nicht auf gewohnte Blockbuster-Schauwerte und militärische Materialschlachten verzichtet, aber den Fokus auf schwer verdauliche Entscheidungen im Verlauf der Einsätze legt. Die Story soll deutlich düsterer angelegt sein, statt einem klar erkennbaren Gut und Böse moralische Grauzonen behandeln und während der Einsätze unangenehme Überraschungen bieten. Wie der stereotyp fiese Russe schon sagte: Eigentlich sind alle Beteiligten in einem Krieg Mörder.

Ein passendes Beispiel für die moralische Ambivalenz konnte ich im Verlauf der Mission Operation Clean House erleben. Eine Geheimoperation führt Captain Price, einige KI-Kameraden und den britischen SAS-Soldaten Kyle Garrick, dessen Rolle ihr übernehmt, in ein Wohnhaus in London. Hier vermuten die Geheimdienste zu Recht eine Zelle der Terrororganisation, die kurz vor der Ausführung eines weiteren Anschlags steht, der tausenden Menschen das Leben kosten kann.

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Dank neuer Grafikengine liefert das Modern Warefare-Reboot beeindruckende, photorealistische Bilderwelten.

Ausgerüstet mit Nachtsichtgeräten, die die Umgebung in gespenstisches grünes Licht tauchen, schleicht der Trupp durch das Treppenhaus, öffnet mit Gewalt Türen und schaltet Feinde aus. Ihr erkennt zwar die Menschen, die euch im Dunkel nicht sofort sehen können, ob es sich dabei aber um einen Terroristen handelt, einen Zivilisten oder einen Gegner, der sich als Bewohner oder eine Geisel ausgibt, das müsst ihr in Sekundenbruchteilen entscheiden.

Bei einem Uzi-schwingendem Terroristen mitten im Raum ist das noch kein Problem, bei einer Frau, die bei eurem Eintritt die Hände hebt und zittert wird es problematisch. Ist es wirklich nur eine überraschte Bewohnerin oder greift sie doch noch zu einer versteckten Waffe, wartet unter dem Bett ein Bösewicht und ballert euch über den Haufen, wenn ihr den Raum verlasst? Das müsst ihr in kürzester Zeit entscheiden, die Wohnung sichern und euch bei euren Handlungen auch unweigerlich auf Kollateralschäden einstellen. Diese werden nicht nur durch eine schlechtere Bewertung eurer Leistung am Ende der Mission, sondern auch durch ein flaues Gefühl im Magen, quittiert.

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Modern Warfare-Ikone Captain Price kehrt zurück, allerdings nicht als spielbarer Charakter.

Als geradezu verstörend habe ich eine Szene empfunden, die sich gegen Ende der Mission ereignet. Ihr hört schon beim Aufstieg das Schreien eines Babys im Treppenhaus und aufgeregte Rufe. Wenn ihr eine Wohnung im obersten Stock betretet, steht ihr vor einer Frau, die mit Panik in den Augen ein Kleinkind aus dem Bettchen holt und vor sich hält. Nein, keine Sorge, diese Grenze überschreitet Modern Warfare nicht und ihr könnt nicht auf das Baby schießen. Nicht, dass ich es versucht hätte, im Gegenteil. Ich war wie gelähmt von dem überraschenden Ereignis. Aber man hat mir versichert, dass auch versehentlich bei einem Reflexzucken des Abzugsfingers nicht zu einer abscheulichen Szene gekommen wäre. Gottseidank.

Die gesamte Mission ist intensiv und authentisch inszeniert: Dazu trägt nicht nur die neue Grafikengine bei, die für eine beeindruckend photorealistische Darstellung der Charaktere und Umgebungen sorgt, sondern auch das starke Sounddesign. Ihr hört Schritte in den Etagen über euch, das bereits erwähnte Babygeschrei und den brutalen Sound der Waffen. Realistisch geben eben auch schallgedämpfte Waffen keineswegs nur ein kaum vernehmbares Plopp-Geräusch von sich, sondern krachen ohrenbetäubend in der Stille.

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Viel zu tun für Weltenretter: In der Kampagne kämpft ihr gegen eine Terrororganisation mit einem Arsenal an chemischen Waffen und einen abtrünnigen russischen General.

Neben dem Briten Kyle Garrick erlebt ihr die Kampagne auch aus der Sicht des CIA-Agenten Alex und der Rebellenführerin Farah des fiktiven Staates Urzikstan im Mittleren Osten. Dieser hat in der Vergangenheit unter der Invasion russischer Truppen leiden müssen, bei der auch Farahs Familie hingemetzelt wurde. Wie die individuellen Geschichten der drei Protagonisten miteinander verwoben werden, wird sich im Verlauf der etwa sieben bis achtstündigen Kampagne aufklären. Modern Warfare-Ikone Captain Price kehrt natürlich im Reboot zurück und bietet eine willkommene Unterstützung, spielbar ist er aber nicht.

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Im verlauf der Geschichte braucht ihr die Unterstützung der Freiheitskämpferin Farah und reist in den fiktiven Staat Urzikstan.

Auch wenn die imposanten High-Tech-Waffen und Ausrüstungen der Soldaten dem aktuellen Stand der Kriegsdinge entsprechen und authentisch im Spiel abgebildet werden, der Ablauf einer Geheimoperation wie Clean House ist in der Realität meist weniger actionreich. „Bei einer solchen Operation fallen nicht annähernd soviel Schüsse wie in einem Shooter, der eben auf Action und Unterhaltung ausgelegt ist.", erklären mir Mitchell Hall und Stephen Sanders im Gespräch. Die beiden Ex-Navy Seals haben in den letzten drei Jahren als militärische Berater den Entwicklern von Infinity Ward zur Seite gestanden, unter anderem auch die Darsteller der von Farah, Alex und Kyle einem militärischen Training unterzogen.

„Eine Tür eintreten und einfach auf gut Glück losballern, das ist keine Vorgehensweise, die eine Truppe jemals anwenden würde. Vorrangig der Schutz der eigenen Person und das Leben von Zivilisten stehen immer im Vordergrund, was nützt es denn der Operation, wenn man direkt in einen Kugelhagel rennt.", meint Hall. Dieser Taktik könnt ihr euch bei den Missionen auch bedienen, die Gegend ausgiebig erkunden, vorsichtig um eine Ecke schauen, die Waffe immer direkt im Anschlag, um bei einer Gefahrensituation sofort reagieren zu können. Im Spiel ist das nicht einfach umzusetzen, wenn Captain Pierce euch anraunzt sich zu beeilen, weil der Feind kurz davor steht eine Bombe zu zünden oder zu entkommen. Dann kommt es in der Hektik zu fatalen Entscheidungen, die Unschuldigen das virtuelle Leben kostet.

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Welche Agenda der CIA-Agent Alex verfolgt, ist noch nicht bekannt. Aber ihr dürft euch auf einige unangenehme Überraschungen gefasst machen.

Ich habe nur einen wirklich kleinen Teil der Kampagne sehen können, aber die authentische Inszenierung und das Gefühl con Dauerbedrohung und Stress haben mich beeindruckt. Ich laufe nicht einfach nur einem wild brüllenden Kameraden durch Schlauchlevel hinterher und niete alles um, was mir vor das Visier kommt. Ich muss in wenigen Augenblicken Entscheidungen treffen, die fatale Folgen haben können und werde mit moralisch schwer abzuschätzenden Situationen konfrontiert. Könnte ich auf Unschuldige schießen, gar ein Kleinkind töten, auch wenn mein eigenes Leben bedroht ist? Ich hoffe nicht.

Entwickler/Publisher: Infinity Ward/Activision Erscheint für: PC,PS4 Xbox One- Geplante Veröffentlichung: 25. Oktober 2019 - Angespielt auf Plattform: PC

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Über den Autor:

Ulrich Wimmeroth

Ulrich Wimmeroth

Freier Autor

Mag Rollenspiele und Ego-Shooter, sammelt Retro-Konsolen und nutzt seinen PC hauptsächlich zum Schreiben über Spiele. Und für Strategie natürlich. Und das seit Dekaden.

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