Battlefield V Pazifikkrieg: Stahl und Palmen

Im fünften Kapitel der "Tides of War" erwarten euch neue Fraktionen, Waffen, Fahrzeuge und drei riesige Schlachtfelder.

Nachdem im letzten Kapitel von Battlefield V die Schlachten des 2. Weltkriegs in Nordafrika und Griechenland ausgefochten wurden, geht es im fünften Teil der "Tides of War" in den Pazifikkrieg. Mit amerikanischen und japanischen Truppen bekommt ihr zwei neue Fraktionen an die Hand, mit denen ihr die verlustreichen Kämpfe um jede noch so kleine Insel vor Japan nachspielen könnt. Die beiden Karten "Iwo Jima" und "Sturm im Pazifik" erscheinen schon am 31. Oktober, im Dezember legen Electronic Arts und DICE mit einem Remaster von "Wake Island" einen bestens bekannten Schauplatz nach.

"Genau so episch wie der D-Day, nur mit Palmen." Laut den Entwicklern von DICE lautete so die knappe Vorgabe für die Schauplätze der neuen Mehrspielerkarten. Palmen kommen zwar in "Iwo Jima", der ersten von mir ausgiebig angespielten 64-Spieler-Begegnung, nur sporadisch vor, aber der Einstieg der amerikanischen Seite zeigt sich deutlich von dem Film "Der Soldat James Ryan" inspiriert. Im Spielmodus Conquest sollt ihr mit amerikanischen Truppen auf dem kargen Island "Iwo Jima" landen und die Stellungen der Japaner stürmen. Alternativ als japanische Fraktion die Invasion mit allen Mitteln verhindern.

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Im fünften Kapitel der Tides of War geht es mit amerikanischen und japanischen Truppen auf die Schlachtfelder des Pazifikkrieges.

Kein leichtes Unterfangen, denn sofort werdet ihr von den Kanonen in den gut geschützten Stellungen des Vulkans Suribachi in der Mitte der Insel unter Beschuss genommen. Der Respawn-Zähler sinkt schon bedrohlich, bevor ihr überhaupt aus den Landungsbooten steigen und die ersten Bunker am felsigen Strand unter Beschuss nehmen könnt. Teamarbeit ist angesagt, denn bis der erste Sherman Panzer bereitsteht, heißt es gegen Befestigungen anstürmen, im Kugelhagel zu Fuß den Kampf suchen und bei einem erhaltenen Treffer hoffen, dass sich ein Kamerad erbarmt und schnell Erste Hilfe leistet.

Die ikonische Schlacht von Iwo Jima, bei der, wenn auch erst nach den Kampfhandlungen, das berühmte Bild mit den amerikanischen Soldaten und der Nationalflagge entstand, ist Battlefield-typisch intensiv inszeniert. Beim Sturm auf die Stellungen der Japaner fliegen euch die Kugeln um die Ohren, Granaten schlagen mit ohrenbetäubendem Knall neben euch ein und es wimmelt vor Feinden, die über reichlich Kanonen und Panzer verfügen. Erfreulicherweise ist die Karte riesig und bietet genügend Raum, euer Squad etwas abseits vom Getümmel zu versammeln und einen Flankenangriff durchzuführen.

Vorausgesetzt, ihr spielt mit Menschen, die sich zumindest ein wenig mit Battlefield auskennen. Beim Probespiel mit einer bunt zusammen gewürfelten Truppe Kollegen, hat sich die Hälfte todesmutig, aber völlig sinnlos, den Verteidigern nach dem Motto "Wird schon schiefgehen" entgegen geschmissen. Das Resultat: Kein Raumgewinn, keine eroberten Flaggen und schwindende Respawns. Mit einer entsprechenden Taktik ist den gut verbarrikadierten Verteidigern aber beizukommen. Einfach mal mit den Squad-Kollegen einen Panzer bemannen und eine Schneise der Verwüstung hinterlassen oder auf dem Flugzeugträger, der als Hauptquartier der Amerikaner vor der Küste ankert, eine F4U Corsair besteigen und Luftangriffe zur Unterstützung der Bodentruppen fliegen oder gegnerische Zero-Jäger vom Himmel holen.

Schafft es der Invasiontrupp bis zur letzten Bastion der Japaner, dem ausgehöhlten Vulkan, steht euch noch ein dramatischer Tunnelkampf auf engstem Raum bevor. Mit etwas Glück habt ihr bis dahin eines der neuen Gadgets gefunden und könnt mit einem Flammenwerfer oder Samurai-Schwert ordentlich Unheil anstellen. Meiner Meinung nach ist die japanische Verteidiger-Fraktion auf der Karte im Vorteil: Wenn ihr bei der Landung der Amerikaner aufpasst und mit konzentriertem Feuer zusammen arbeitet, könnt ihr dem Gegner schon eine ganze Menge virtueller Leben rauben, bevor der Sturm auf die erste Flagge losgeht.

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Auf der frischen Karte 'Iwo Jima' sollt ihr mit amerikanischen Einheiten die Insel stürmen, respektive auf japanischer Seite die Landungstruppen zurückschlagen.

"Sturm im Pazifik", die zweite neue Mehrspielerkarte, zeigt sich optisch in ganz anderem Gewand. Anstatt grauem Gestein, erwartet euch beim Insel-Hopping ein tropisches Palmen-Paradies mit einer guten Portion Far-Cry-Feeling. Die Ausgangslage der Mission ist ähnlich "Iwo Jima", ihr erobert auf amerikanischer Seite eine Reihe an Zielpunkten auf mehreren Inseln - das historische Vorbild ist der Kampf um die Marshallinseln -, respektive sollt diese in der Rolle der Japaner verteidigen.

Auch "Sturm im Pazifik" ist noch ein gutes Stück größer als die bisher erschienenen Battlefield-V-Schlachtfelder und bietet angenehm abwechslungsreiche Gebiete und Orte. Mal kämpft ihr in den Hangars eines Feldflughafens, liefert euch erbitterte Gefechte um Brücken, lauft durch Schützengräben oder überquert schwimmend, besser aber noch in den neuen Amphibienfahrzeugen, wie dem amerikanischen LVT oder japanischen KA-MI, das Wasser zwischen den Inseln. Wenn eine Seite nicht komplett versagt, könnt ihr auch wie gewohnt bei jeder Mehrspielerschlacht auf eine knappe Stunde Dauerballerei einstellen, die auch beim zehnten Durchlauf nicht langweilig wird.

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Die Verteidiger haben den erloschenen Vulkan Suribachi auf Iwo Jima zu einer schwer einzunehmenden Festung ausgebaut.

In höchster Not könnt ihr neue Verstärkungen herbeirufen, um euch Luft zu verschaffen. Beispielsweise eine Rakete im V1-Stil, die einen riesigen Schaden verursacht, einen Spezial-Panzer mit Raketenabschussrampe, Vorräte, die an einem Fallschirm herabgelassen werden oder eine dichte Rauchwand auf das Schlachtfeld beordern. Wenn ihr für den Bereich "Meine Kompanie" mehr Auswahl braucht, dürft ihr euch auf das Kapitel Pazifikkrieg schon mal freuen.

Neben Skins der amerikanischen und japanischen Fraktion baut ihr auch euer Waffenarsenal ordentlich aus. M4 Sherman und Type 97 Panzer, Zero und Corsair Flugzeuge, Amphibienfahrzeuge, Jeeps und Waffen, wie das Gewehr M1 Garand oder M 1919 A6 könnt ihr dann überall verwenden. Inszenatorisch kommt das Kriegsspektakel gewohnt wuchtig rüber und wenn ihr zwischen zwei Kopfschüssen, gefühlt aus dem Nichts, die Zeit habt, lohnt es sich, die in der Frostbite-Engine erschaffene Umgebung zu bewundern.

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Für die virtuelle Kriegsführung stehen euch neue Panzer, Amphibienfahrzeuge und Jagdflieger, wie die ikonische Zero A6M2, zur Verfügung.

Beispielsweise ist der Blick von den Hügeln Iwo Jimas auf die vor der Küste ankernden Armada ist schon beeindruckend. Das gilt auch für den ersten, kurzen Eindruck der Karte "Wake Island", die erst im Dezember erscheint. Fans werden das pazifische Schlachtfeld bestens kennen, immerhin war der Schauplatz bereits im Ur-Battlefield 1942 vorhanden und seitdem fester Bestandteil fast jeden neuen Serienteils. Die Überarbeitung des Klassikers ist definitiv gelungen und ihr könnt euch auf ein Wiedersehen mit dem Wake Atoll freuen.

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Nach dem tristen Eiland Iwo Jima kommt auf der Karte 'Sturm im Pazifik' fast schon Urlaubsstimmung auf.

Ich persönlich bin ja nicht so das Frontschwein, kassiere als normaler Angreifer zu viele frustrierende Treffer, als das ich dauerhaft als Fußsoldat im Multiplayer meinen Spaß hätte. Aber als Sanitäter oder Scharfschütze habe ich meinen Platz im Squad gefunden, der mir erlaubt, aktiv am Gelingen der Mission beteiligt zu sein und mich nicht ganz so nutzlos zu fühlen. Außerdem kann ich mich immer noch an ein Flugabwehrgeschütz setzen, das MG oder Geschütz eines Panzers bemannen oder feindliche Stellungen aus der Luft bombardieren. Und das werde ich in den neuen Missionen des Pazifikkrieg auch genauso wieder machen.

Entwickler/Publisher: Dice/Electronic Arts Erscheint für: PC,PS4 Xbox One- Geplante Veröffentlichung: 31. Oktober 2019 - Angespielt auf Plattform: PC

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Über den Autor:

Ulrich Wimmeroth

Ulrich Wimmeroth

Freier Autor

Mag Rollenspiele und Ego-Shooter, sammelt Retro-Konsolen und nutzt seinen PC hauptsächlich zum Schreiben über Spiele. Und für Strategie natürlich. Und das seit Dekaden.

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