Prey- und Dishonored-Schöpfer gründet neues Studio - neue Spiele-Ankündigung auf den Game Awards

"Das will ich als Kreativer erreichen: Jemanden mit meinem Spiel berühren"

2017 verließ Arkane-Studios-Gründer Raphael Colantonio das Studio, das für Dishonored, Prey, Dark Messiah of Might and Magic und Arx Fatalis große Anerkennung gewann.

Damals hieß es, er wolle Zeit mit seinem Sohn verbringen und darüber nachdenken, was ihm für seine Zukunft wichtig sei.

Nun steht aber offenbar die Ankündigung seines neuen Spiels kurz bevor. Wie GamesIndustry.biz berichtet, gründete er mit einem alten Arkane-Kollegen, Julien Roby das neue Studio WolfEye Studios - und auf den Game Awards in der Nacht vom 12 . auf den 13. Dezember wird bereits ihr neues Spiel vorgestellt.

"Viele Leute fragten mich, 'warum hast du [Arkane] verlassen? Das ist doch der Himmel?'", so Colantonio. "Und das war es irgendwie auch. In meinem Fall, ich brauchte einfach eine Pause. Ich hatte 18 Jahre im selben Raum hinter mir und musste mich definieren. Das war so eine Identitätsgeschichte. Wer war ich ohne Arkane? Das war ein sehr wichtiger Schritt für mein Wachstum."

"Mit WolfEye wollten wir wirklich zu den zentralen Ideen zurück, die wir beide an Spielen mögen, sowohl als Spieler als auch als Designer", fügt Roby hinzu. "Wir mögen es, wenn Spiele auf Spieleraktionen reagieren, die Welt auf die Dinge reagiert, die sie tun, und in denen das Erlebnis dem Spieler gehört. Dorthin wollten wir zurück, anstatt ständig von den Komplexitäten abgelenkt zu werden, die mit Spielen einhergehen, die technisch fordernder sind. Stück für Stück entfernt sich der Fokus der Entwicklung weg von dem eigentlichen Erlebnis, hin zu Detailfragen, die das Erlebnis am Ende nicht großartig verändern."

Aktuell bestehe das Team aus weniger als 20 Leuten. Was den neuen Titel angeht, sollte man also keine neue Triple-A-Produktion erwarten. Aber Colantonio sieht das grafische Wettrüsten ohnehin kritisch:

"Je mehr man in diese Richtung der Entwicklung geht [er meint technisch opulente Grafik], desto weniger flexibel wird man, Veränderungen vorzunehmen. In einer Welt, in der es beim Spielemachen um Innovation geht, Forschung und Entwicklung und Dinge auszuprobieren, drückt die Schwere der Grafik und Produktion stark auf die Flexibilität, erschwert es Ideen fallenzulassen, anderes auszurprobieren. Weil alles so teuer geworden ist, wird das Team dann unglücklich, wenn man eine Richtungsänderung vornimmt."

Gleichzeitig ist ihnen ein guter Look für ihr Spiel nicht egal: "Das heißt nicht, dass wir Grafik nicht mögen. Wir sind große Fans von toller Art Direction, faszinierender Welten, interessanter Geschichten. Aber man muss unterscheiden zwischen Art Direction und Grafik. An Spiele mit mächtiger Art Direction erinnert man sich immer. An Spiele mit toller Grafik erinnert man sich nur, wenn sie beides haben."

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Mehr als dieses Bild gibt es bisher nicht.

Was das neue Spiel angeht, mag er noch nichts Konkretes verraten, nur so viel:

"Ich will, dass die neuen Generationen die Chance bekommen, einige der Arten zu erleben, auf die mich Videospiele als Kind berührten", sagt Colantonio. "Jede Generation wird von einem anderen Spiel berührt, manchmal treffe ich Leute, die über Arx Fatalis auf dieselbe Art sprechen, wie ich über Ultima rede. So entwickelt sich die Welt. Alle zwei bis drei Generationen recycelt man Kunst - deshalb sind die 80er zurück. Die Männer und Frauen, die jetzt das Sagen haben, waren in den 80ern Kinder. Also machen sie jetzt Filme, die an die 80er erinnern."

"Das will ich als Kreativer erreichen: Jemanden mit meinem Spiel berühren, es wird ein sehr ehrliches Spiel. Ich will nicht so viel Geld wie möglich damit verdienen und mit dem Cash abhauen. Ich versuche, ein ehrliches Spiel ganz nach meiner Leidenschaft zu erschaffen."

Das Interview ist gute Lektüre, werft einen Blick darauf. Wenn WolfEye sein neues Spiel ankündigt, hört ihr von uns mehr dazu. Was auch immer von diesen Leuten kommt, es kann nur interessant werden.

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Über den Autor:

Alexander Bohn-Elias

Alexander Bohn-Elias

Stellv. Chefredakteur

Alex schreibt seit 2001 über Spiele und war von Beginn an bei Eurogamer.de dabei. Er mag Highsmith-Romane, seinen Amiga 1200 und Tier-Dokus ohne Vögel.

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