Door Kickers: Action Squad - Test: Hält, was der Name verspricht

Knallharte Polizeiarbeit.

Ab und an braucht es einfach was Unkompliziertes für zwischendurch. Ein Spiel, das ohne große Story auskommt, das ihr einfach so für ein, zwei oder mehr Level spielt und euch dabei gut fühlt, bevor ihr mit anderen Dingen weitermacht. Door Kickers: Action Squad fällt in diese Kategorie von Spielen und zugleich hält es exakt das, was sein Name verspricht.

Ihr tretet Türen ein und gebt als Teil einer Spezialeinheit der Polizei den bösen Buben Saures. Okay, es nicht nötig, die Türen zwingend einzutreten, sie lassen sich ebenso normal öffnen. Eintreten macht aber einfach mehr Spaß. Oder ihr platziert eine Sprengladung von außen an einer der stabileren Türen und tretet ein- oder zweimal dagegen, um die Schurken im nächsten Raum anzulocken, bevor ihr sie mitsamt der Tür in die Luft jagt.

Door Kickers spielt ihr aus einer seitlichen Perspektive und mit seiner Pixel-Optik hätte es gut auf Konsolen wie das SNES gepasst. Im Grunde ist das Spielprinzip einfach. Ihr seid die Polizei, auf der anderen Seite die Bösen. Nietet sie alle um. Und befreit Geiseln oder entschärft Bomben. Das fasst alles gut zusammen und je nachdem, wie schnell beziehungsweise vorsichtig ihr vorgeht, habt ihr einen Level in ein paar Minuten absolviert.

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Ihr nietet alle Bösen um. (Door Kickers: Action Squad - Test)

Was nicht heißt, dass es einfach wäre! Der Tod ereilt euch schnell, geht ihr unvorsichtig vor. Ein wenig vorausschauendes Spielen schadet hier mit Sicherheit nicht. Tretet ihr eine Tür auf, sind daneben stehende Gegner ganz kurz desorientiert, was euch dabei hilft, sie schnell über den Haufen zu schießen. Häufig gibt es zwei Wege in einen Raum, wobei einer unter Umständen einfacher zu handhaben ist als der andere. Es ist wichtig, abzuwägen, wie schnell ihr in der Lage seid, mit den Gegnern kurzen Prozess zu machen. Dauert das zu lang oder geht ihr es falsch an, erwischt es euch. Und dann beginnt der Level von vorne. Was aufgrund der Länge nie frustrierend ist, zumal ihr dabei im Normalfall lernt und es beim nächsten Versuch besser macht.

Das Spiel ermutigt euch so dazu, den effizientesten Weg zu finden, was nicht immer auf Anhieb klappt. Zudem gilt es, nicht wild drauflos zu ballern, da ihr mit Pech aufgrund der Streuung eurer Waffe eine Geisel erwischt. Wohlüberlegtes Vorgehen und einzelne, gezielte Schüsse sind der Schlüssel zum erfolgreichen Vorgehen. Zugleich verliert ihr ein wenig Gesundheit, wenn ihr Geiseln trefft - gut aufpassen beim Schießen. Stirbt eine, heißt es nicht gleich Game Over, allerdings erreicht ihr dann nicht mehr die höchste Sternebewertung am Ende.

Im Level erhaltet ihr durch das Befreien von Geiseln und das Töten von Gegnern Punkte, mit denen ihr zum Beispiel eine neue Schutzweste anlegt, eure Gesundheit auffrischt oder eine Spezialattacke auslöst. Bei Letzterer erledigt dann zum Beispiel ein Scharfschütze automatisch drei Feinde in eurer Sichtweite. Hier ist ebenso Abwägung gefragt, ob ihr jetzt eure gesammelten Punkte frühzeitig in eine neue Schutzweste investiert oder die Leiste bis zum Ende für den Spezialangriff füllt.

Zwischendurch befreit ihr Geiseln, möglichst ohne diese auch zu erschießen. (Door Kickers: Action Squad - Test)

Zudem erhaltet ihr Erfahrungspunkte, durch die ihr Skills für die einzelnen Charakterklassen und mit den Sternen Ausrüstung für sie freischaltet. Das sind unterschiedliche Waffen und Gadgets. So gerne ich die freischaltbaren Granaten häufiger einsetzen würde, sie sind nicht effektiv zu nutzen. Ihr werft sie ausschließlich in einem Winkel geradeaus nach vorne. Es wäre spielerisch sinnvoller, wenn sich die Flugbahn vor dem Wurf beeinflussen ließe, um zum Beispiel eine Granate von einer unteren Etage durch ein Fenster in einen höher gelegenen Raum zu schleudern oder sie gezielt - und nicht auf gut Glück - eine Leiter nach unten fallen zu lassen, neben der ein Feind steht.

Die einzelnen Klassen verfügen natürlich über Stärken und Schwächen. Die Shield-Klasse steckt Feuer und Explosionen gut weg, Nahkampfangriffe weniger. Und der Assaulter ist spezialisiert auf den Kampf über größere Distanzen hinweg. Der "Off-Duty Guy" kommt gerade vom Jagdausflug, trägt noch seine kurze Hose und bringt Waffen mit, die die anderen nicht haben. Ein wenig mehr Skill erfordert indes Agent Fergie, die in der Lage ist, gleichzeitig in unterschiedliche Richtungen zu feuern und unter feindlichem Beschuss hindurch zu rollen. Anders gesagt: Es findet jeder die passende Klasse für sich.

Weitere Abwechslung kommt in manchen Levels durch verwundete Polizisten ins Spiel. Rettet ihr diese, sichern sie Gänge und halten euch Gegner vom Hals, die sich überraschend nähern. Einzelne Feinde nehmen eine Geisel als menschlichen Schutzschild, wenn ihr sie nicht schnell genug ausschaltet, und für manche Türen braucht ihr erst eine Schlüsselkarte. Und habe ich erwähnt, dass ihr zum Beispiel auch in einem fahrenden Zug unterwegs seid?

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Ihr verbessert eure Skills, schaltet neue Waffen und Ausrüstung frei. (Door Kickers: Action Squad - Test)

Neben der normalen Kampagne, die 84 Level in mehreren Kapiteln zu bieten hat, gibt es noch einen Endlos- und einen Zombie-Modus, ihr seid somit gut beschäftigt. Nicht minder wichtig: Jeder Level lässt sich auf Wunsch im Couch-Koop oder online zu zweit absolvieren!

Door Kickers: Action Squad ist eines dieser kleinen Spiele, die euch leicht entgehen können. Was schade wäre, denn wenn euch solche Spiele gefallen, würdet ihr definitiv was verpassen. Es ist leicht, in das Spiel hineinzufinden und es motiviert euch ständig dazu, die effizienteste Polizeiarbeit abzuliefern und euren Charakter zu verbessern. Immer für eine Runde zwischendurch gut, überzeugt es mit seinem schnellen und unkomplizierten Gameplay und ist prall gefüllt mit Inhalten. Schnell in die Hand genommen, für ein paar Runden gespielt und weiter geht es. Für 15 Euro [im Steam-Sale aktuell nur 5,99 Euro] gibt es bedeutend schlechtere Deals als das hier!

Entwickler/Publisher: PixelShard, KillHouse Games / KillHouse Games - Erscheint für: PC, PS4, Xbox One, Switch - Preis: 14,99 Euro auf Konsole, aktuell nur 5,99 Euro auf PC - Erscheint am: erhältlich - Getestete Version: Xbox One - Sprache: Deutsch, Englisch und andere - Mikrotransaktionen: nein

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Über den Autor:

Benjamin Jakobs

Benjamin Jakobs

Leitender Redakteur News

Seit 2006 bei Eurogamer.de dabei, Redakteur und hauptverantwortlich für den Newsbereich. Begann seine Spielerlaufbahn auf dem PC mit Wing Commander, UFO und dem Bundesliga Manager, spielt mittlerweile aber hauptsächlich auf den Konsolen, genauer gesagt Xbox One, Xbox 360, Switch, PS4, Wii U, PS3 und 3DS. Ist grundsätzlich für viele Spiele und Genres offen und mag vieles, was mit Science-Fiction zu tun hat, kann aber mit JRPGs nicht wirklich viel anfangen. @f1r3storm auf Twitter.

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