Alien Isolation (Switch) - Test: Nicht perfekt, aber zeitlos wie Scotts Film

Endlich wieder nach Sevastopol.

Ich habe lange nach einer Ausrede gesucht, endlich mal wieder zu Alien Isolation zurückzukehren. Vor der Switch-Version bammelte es mir allerdings zugegebenermaßen ein wenig, zu häufig stießen mir in der Vergangenheit die variable Auflösung und zahlreiche andere Abspeckkuren aufseiten der grafischen Effekte sauer auf.

Ein Glück also, dass sich diese Befürchtung als komplett gegenstandslos herausstellt - warum genau, das erzählt euch Digital Foundry, hier nur so viel: Wo ich beim testweisen Wechsel vom PC- auf die PS4-Version 2014 kaum weiterspielen mochte, weil das Spiel im Direktvergleich so unsauber wirkte, sieht das Switch-Spiel für mich subjektiv nahezu fehlerfrei sauber aus, auch wenn hier und da der eine oder andere Effekt fehlt und die Auflösung ab und an niedriger ist. Tatsächlich ist es das erste Mal, dass ich mit einer Switch-Umsetzung rundum zufrieden bin - und nicht nur mit einem zugedrückten Auge, weil es jetzt ja auf einem Handheld läuft.

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Nicht nur die Umsetzung ist gut gelungen, auch das Spiel an sich ist fantastisch gealtert. (Alien Isolation Switch Test)

Das Spiel selbst? Dazu hatte ich ja seinerzeit eine in meinen Augen überraschend kontroverse Meinung (nachzulesen im ursprünglichen Alien Isolation Test). Dabei ging vermutlich ein bisschen unter, dass ich den Titel tatsächlich sehr schätzte, er nur als acht bis zehn Stunden Erlebnis deutlich besser gefunden hätte, als auf 20 gestreckt. Es hatte nach seinem vorläufigen Höhepunkt einfach nicht mehr viel zu sagen und verspielte mit nach hinten hinaus etwas zu krawallartigen Szenen so viel Kredit bei mir, das ich etwas geknickt aus dem Spiel ging. Das soll nicht bedeuten, dass ich dieses irrsinnig elegante und stilvolle Horrorspiel nicht dennoch sehr schätzen würde. Tatsächlich habe ich es sehr ins Herz geschlossen und hoffe, mit der Switch-Version bekommt es nachträglich noch ein wenig von der Aufmerksamkeit, die es verdient.

Seit 2015 ist Alien Isolation das letzte Wort in Sachen "Verstecken-und-weglaufen"-Horrorspiele, eine Kategorie, die Amnesia: Dark Descent einst begründete, und das liegt nicht zuletzt daran, dass vielerorts - eigentlich überall - die Atmosphäre des ersten Ridley-Scott-Films so genau eingefangen wird. Es ist ein Stück World-Building, das die besten Chancen hatte, als abgedroschene Fan-Fiction zu enden und schwingt sich in seinen besten Momenten zum packendsten Alien-Produkt seit dem zweiten Kinofilm auf. Selten hatte man ein intensiveres Gefühl dafür, von einer unnachgiebigen, cleveren Bestie gejagt zu werden. Die Spiele, in denen ich derartig lähmende Angst verspürte wie hier, mein sicher geglaubtes Versteck zu verlassen, kann ich an zwei Händen abzählen.

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Das Biest weiß, wann es sich rar machen muss. (Alien Isolation Switch Test)

Und in denen halte ich dank Switch im Handheld-Modus nun das Spiel in seiner Gänze, was nicht nur auf den ersten, sondern auch auf den zweiten Blick und eigentlich sogar bis zum etwas spät geratenen Schluss immer noch verblüfft, weil es so gut gemacht ist und so vorlagengetreu aussieht. Sehr willkommen ist auch die Möglichkeit, sich bei gehaltener L-Taste oder bei Gadget-Einsatz per Motion Sensor umzusehen. Funktioniert sehr intuitiv, auch wenn sich die Sicht mit dem Loslassen der Taste gern wieder von selbst zentrieren dürfte. Unterm Strich aber eine wertvolle Ergänzung.

Und das gilt im Grunde auch für Alien Isolation auf der Switch, das nicht nur das Horror-Segment auf der Nintendokonsole um einen Hochkaräter bereichert, sondern mit fünf Jahren auf dem Buckel auch eine komplett neue Zielgruppe vorfindet, die sich gerne mit ihm in Spinden und unter Computertischen verkriechen wird. Ich dachte eigentlich schon damals, auf dem Zenit der arg YouTuber-tauglichen Grusel-Games, die Zeit wäre reif gewesen für dieses ebenso beherzte wie schauderhafte Spiel. Ein Umstand, den wohl nicht nur ich falsch eingeschätzt hatte. Vielleicht sieht es ja heute, eine halbe Dekade später, vor frischem Publikum und nach endlos vielen Erwähnungen in Lieblingsspiellisten anders aus? Die Chancen stehen auf jeden Fall besser, als noch einmal einen guten Film in diesem Universum zu sehen.

Entwickler/Publisher: Feral Interactive/SEGA - Erscheint für: Nintendo Switch - Preis: ca. 35 Euro - Erscheint am: 5. Dezember - Sprache: Deutsch

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Über den Autor:

Alexander Bohn-Elias

Alexander Bohn-Elias

Stellv. Chefredakteur

Alex schreibt seit 2001 über Spiele und war von Beginn an bei Eurogamer.de dabei. Er mag Highsmith-Romane, seinen Amiga 1200 und Tier-Dokus ohne Vögel.

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