Xbox Elite Wireless Controller Series 2: Test - Diese Trigger!

Aber wo sind meine Mikroschalter?!

Da ist er also nun, der Nachfolger des mittlerweile relativ legendären Xbox Elite Controllers, der für ein Weilchen des Ruf des wahrscheinlich besten Controllers genoss. Selbst heute ist das immer noch ein fast perfektes Gerät, nur leider keines mehr, dass man einfach so kaufen könnte. Nicht, dass es damals einfach gewesen wäre, aber mittlerweile scheint es bei den Preisen eher um Sammler zu gehen. Der Xbox Elite Wireless Controller Series 2 - mit vollem, etwas sperrigen Namen - liegt bei auch nicht gerade preiswerten 160 Euro, was heutzutage aber nicht mehr so sehr schockt. Die Konkurrenz - mit Ausnahme von Sony und Nintendo - hat mittlerweile eine Reihe von High-End-Controllern auf den Markt gebracht, bei denen jeder die eine oder andere Macke hatte. Mal die Verarbeitung, mal die Mikroschalter, irgendwo hakte es immer, wenn man um den dreifachen Preis eines regulären Controllers zahlen soll. Aber der Elite 2 wird jetzt doch bestimmt alles richtig machen ... oder?

In der wieder einmal sehr edlen Verpackung findet ihr erneut ein Hardcase mit einer Reihe von Extra-Sticks zum Wechseln. Diese werden mit Magneten am Controller gehalten und ihr könnt frei zwischen zwei regulären, zwei mit kleinerer Fläche, einem längeren und einem mit einer nach außen gewölbten, konvexen Form wechseln. Wie ihr die kombiniert, ist dabei rein eure Sache. Der lange Stick ist zum besseren Zielen gedacht, manche schwören auf die konvexe Form, der Elite denkt da an fast alle. Außer an die, die zwei konvexe Sticks haben wollen, wie am alten DualShock 3, die müssen immer noch zu Drittanbieter-Sets greifen oder einen Elite 2 auf Reserve holen. Die Sticks stecken sicher in der Box und auch an Plätze für die nach wie vor aushängbaren Tasten-Trigger an der Unterseite wurde gedacht. Zuletzt dürft ihr noch das Steuerkreuz austauschen, auch magnetisch und zwar ein klassisches Kreuz gegen eine leicht futuristisch wirkende Scheibe.

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Der Elite versucht sich im Gunmetal-Stealth-Design. Zeitlos, nehme ich an.

Sogar für die kleine Ladestation gibt es einen Platz. Statt dem Batteriefach hat der Elite 2 nun einen festen Akku mit sehr realistischen 30 bis 40 Stunden aktiver Spielzeit. Dieser Wert schwankte in den Wochen kaum und ist durchaus etwas, mit dem man arbeiten kann. Aufgeladen wird der Elite 2 über ein USB-C-Kabel mit entweder einem beliebigen Netzteil - es liegt eines in der Box - oder ihr nutzt den Lade-Knubbel im Paket. Auf diese kleine, recht massive Halterung, die ebenfalls mittels USB-C und ein passendes Netzteil am Strom angeschlossen wird, legt ihr den Controller direkt auf. Drei kleine Kontakte liegen dann auf dem Gegenpart am Lade-Knubbel und ... Ich nehme an, es ist hübscher, einen Knubbel als ein herumliegendes Kabel zu haben. Der Effekt ist der gleiche, je nach Stärke des Netzteils ist der Elite 2 in ein bis zwei Stunden wieder voll.

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Passt alles rein. Sogar das Kabel ...

Nehmt ihr den Elite 2 in die Hand, fällt das relativ hohe Gewicht - um die 350 Gramm - direkt auf, aber auf eine gute Weise. An der bekannten Xbox-One-Form wurde nicht viel verändert, die Hörnchen liegen ideal von Mittelfinger bis in die Handfläche, die rau gummierte Oberfläche der Griffe verhindert jegliches ungewolltes Rutschen. Diese Oberfläche macht mir aber auch ein wenig Sorgen: Über die Jahrzehnte hatte ich ein paar Geräte mit ähnlicher Texturierung, wie zum Beispiel die auch nicht gerade billige Harmony One Universalfernbedienung oder ein sehr teures HiFi-Gerät, die mit samtigeren, aber haptisch ähnlichen Kunststoff bezogen waren. Der löste sich mit der Zeit in eine klebrige Ekelmasse auf. Dauerte ein Jahrzehnt, aber dann wiederum habe ich diese Geräte auch nicht so oft angefasst wie meinen bevorzugten Controller. Das wäre der mögliche, aber keineswegs sichere Nachteil in so um die zehn Jahren, aktuell ist der Vorteil eine sehr angenehme und wertige Haptik - so wie damals auch bei den anderen Geräten ...

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... und die kleine Ladestation, auf die der Controller aufgelegt wird. Klappt ganz gut, sinnvoller Bonus.

Was die generelle Griffform angeht, dürfte mittlerweile jeder seine Erfahrungen gemacht haben. Für mich persönlich gibt es kaum einen Controller der letzten 30 Jahre, der sich besser und auch im stundenlangen Dauereinsatz besser gegriffen hat als der Xbox One, der noch mal eine dezente Verbesserung zum 360 war. Der Elite 2 rüttelt da an keinen Grundfesten und wenn ihr wisst, dass ihr diese Form liebt oder hasst, dann wisst ihr auch woran ihr hier seid. Aus meiner Sicht, wurde der für mich subjektiv ideale Controller noch etwas hübscher und haptisch wertiger, aber ich denke nicht, dass diese kleinen Aufwertungen das waren, was jetzt einem Dual-Shock-Verfechter zur Bekehrung fehlte.

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Unter der Faceplate: Das Ding ist noch mal schwerer zu zerlegen als der erste ...
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... auch wenn der äußere Rahmen wieder nur gesteckt ist.

Was die Tasten angeht, auf den ersten Blick fühlt sich alles perfekt an. Ihr habt butterweiche Trigger, die einen gewissen Druck brauchen, aber von der sensuellen Sorte, gefühlvoll, aber mit Kraft. Als würdet ihr an einem See im sanften Mondschein einer warmen Sommernacht, es muss '97 gewesen sein ... Okay, glaubt es mir einfach, ich mag die Trigger. Ein Feature, dass es '97 nicht gab, egal ob Sommernacht oder Gamepad, ist das Verkürzen des Triggerwegs, hier in drei Stufen mit einem etwas wuchtigen Schalter und zwar auf jeder Seite getrennt. Ich sehe den Nutzen für den maximalen Weg, so wie auch für den kürzesten. Mit dem in der Mitte konnte ich bisher nicht viel anfangen, aber wenn ihr bei einem Shooter ein wenig mehr Raum haben wollt, dann gibt es die Option. So oder so, das sind mit die besten Trigger, die ich je an einem Gamepad unter den Fingern hatte.

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Die Schwungräder scheinen mit denen des ersten Elite identisch, das Rumble-Feedback ist gut, aber nichts, was die Welt der Controller weiterbringt.

Das gilt auch für das Mikroschalter-Steuerkreuz, das magnetisch gehalten wird und gegen die vom Vorgänger bekannte Scheibe getauscht werden kann. Für altes Castlevania und neu Spiele bevorzuge ich das Kreuz, für Street Fighter, egal ob alt oder neu liegt mir die Scheibe besser, da die Viertelkreise und ähnliche Bewegungen sehr gut von den Fingern gehen. Es ist kein Ersatz für ein Fight Pad, aber schon sehr anständig für alle Lebenslagen.

Die Sticks wiederum sind schon fast ein klein wenig zu gut und springen etwas zu schnell an. Die tote Zone ist so klein, dass ich bei einem 2D-Spiel das Problem hatte, dass wenn ich den Stick zurückspringen lasse, die Figur sich umdreht. Der Stick geht noch einen winzigen Hauch und auch nicht mehr - der Widerstand, der ihn in der Mitte hält, ist recht hoch - in die andere Richtung und das reichte, dass die Figur sich in die andere Richtung drehte. Nervig, wenn man zu einem Boss rennt, loshacken will und das dann in die falsche Richtung tut. Aber das war ein Randproblem, bei jedem anderen Spiel, sei es Destiny, Outer Worlds, oder dem viel Präzision erfordernden Sniper Ghost Warrior Contracts - Test steht noch aus, ist aber eher Mittelmaß, so viel sei gesagt - erledigten die Sticks einen fantastischen Job. Wobei ich berichten über Stickbewegungen von Geisterhand gern glauben will, denn wenn der Stick mechanisch auch nur einen halben Millimeter neben dem toten Punkt liegt, dann gibt es sicher eine Bewegung, ohne dass jemand den Stick anfasst. Mein Elite 2 hat das nicht, sehr viele andere sicher auch nicht, aber ich glaube gern, dass das Problem vorkommen kann. Nur, dass ihr wisst, was los ist und ihr besser umtauschen könnt.

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Ahh, diese Trigger. Ein Traum in der Benutzung und auch die Konstruktion wirkt wertig und weniger abenteuerlich als bei manchem Konkurrenten.

Die Sticktasten sind relativ hart eingestellt, aber gerade noch gut genug. Unter ihnen liegen Mikroschalter, wie auch unter den Schultertasten, die ideal zu erreichen sind und ebenfalls ein klein wenig mehr Gegenwehr bieten, als man es sonst kennt. Kommen wir zu den vier Front-Knöpfen und, wie ihr an den Bildern seht, machte ich mir einige Mühe, um zu sehen, was hinter ihnen liegt. Ich kann nicht ganz ans Ziel, aber weit genug, um zu sehen, dass da ... Rubberdomes statt Mikroschalter liegen! Böse Rubberdomes, wie konnten sie nur!

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Alt und Neu. Abgesehen von dem dunkleren Silber sind auf den ersten Blick kaum Unterschiede zu verzeichnen.
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Unten dann: Dinge wie Sony-Batterien in einem Xbox-Controller sind nun nicht mehr möglich.

Zugegeben, ich machte mir die Mühe hauptsächlich, weil ich mir einfach nicht sicher war. Ihr habt einen so harten, sauberen Druckpunkt, es gibt ein Klacken, aber es fühlte sich eben nicht ganz nach MS an. War es dann auch nicht, aber verdammt, sind das gute Rubberdomes. Trotzdem nicht das, was hier verbaut sein sollte und für mich ein massiver Schwachpunkt. Fehleranfälliger, deutlich schnellere Abnutzung, selbst bei einer etwas ausgetüftelteren Konstruktion wie hier. Um es noch mal klar zu sagen, der Normalnutzer wird mit diesen Tasten wirklich glücklich sein, aber der kauft sich dann auch wieder kein Pad für 160 Euro. Microsoft ist mit diesem Vergehen nicht allein, zumindest sind ihre Tasten die besten, die ich je hatte, die keine Mikroschalter hatten und das ist wohl auch was wert.

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Wenn ich es weiter zerlegt hätte, gab es die echte Chance, dass das das Ende dieses Elite gewesen wäre, aber man sieht es auch so gut genug. Die Taste drückt gut erkennbar einen Rubberdome nach oben, auf der Platine ist der Kontaktpunkt zu erkennen.

Die Tasten sind aber auch als das, was sie sind, ein Fortschritt zu dem Vorgänger, so wie auch die Paddles unter dem Pad. Das Prinzip, wie sie simpel eingehängt und gelöst werden können, und zwar jedes einzeln, blieb. Aber der Druckpunkt ist nun deutlich klarer ausgeprägt und man kann den Finger durchaus auf einem der hinteren Taster ruhen lassen, ohne dass ihr sofort eine Auslösung habt. Das war auch der Grund, warum ich sie beim alten Elite sehr selten nutzte, sie hier aber eigentlich jetzt schon die ganze Zeit verbaut blieben und - fast - nie störten. Bei normaler Pad-Haltung mit etwas größeren Händen - hab' nur diese - liegen Mittel- und Ringfinger direkt auf den Druckflächen, sodass ich mich hier nicht verbiegen muss. Das kann natürlich bei anderen Handformen etwas variieren, aber ich denke schon, dass die meisten eine gute Chance haben, gut drücken zu können. Lediglich bei einem Spiel, bei dem die Schultertasten wichtiger als die Trigger sind, wird es etwas anstrengend, da dann der Ringfinger weiter nach unten und damit vom Paddel runterrutscht. Aber da das jetzt nicht so viele Spiele sind, kann man das wohl vernachlässigen.

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Die Paddles haben sich in einem entscheidenden Punkt weiterentwickelt. Ihr löst sie jetzt nicht mehr aus, wenn ihr nur das Pad vorsichtig anguckt.

Die Hardware-Anpassungen hatten wir schon, jetzt noch ein wenig Software. Auf dem PC wird der Elite 2 natürlich sofort mit Freuden von Windows erkannt und kann in aller Regel ja auch nach Lust und Laune konfiguriert werden. Das gleiche gilt auch, zumindest im weitesten Rahmen mit der Xbox App auf der Konsole, wo ihr die Tasten konfigurieren könnt. Die Funktion, eine Taste als Umschalttaste auszuwählen und dann anderen Tasten alternative Funktionen zu geben, fand ich selbst nur bedingt relevant, aber das wird anderen anders gehen. Steuerkreuz oben halten und dann auf Y Steuerkreuz oben legen ... Keine Ahnung, es ist da, es funktioniert, irgendwem wird was Sinnvolles dazu einfallen.

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Ein Ferrari, bei dem man leider ein paar Golf-GTI-Reifen aufgezogen hat. Läuft, läuft gut, aber könnte schon noch besser sein.

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Aber eigentlich habe ich am Ende den Xbox Elite Wireless Controller Series 2 am Ende fast nur so benutzt, wie man ihn benutzen sollte: Als die Luxusversion des Xbox-One-Controllers. Des Controllers, der mir persönlich bis heute am meisten liegt und so bin ich mit einer noch mal optimierten, haptisch edlen Ausgabe davon so glücklich im Pad-Land, wie ich nur sein kann. Aber ich bin auch nicht verblendet und dass die Liebe meines Controllerlebens keine Mikroschalter unter den vier Tasten hat, das verzeihe ich nicht so leicht. Da können die Rubberdomes noch so gut sein. Was sie auch sind. Trotzdem. Dazu kommt auch, dass der Elite damals zwar nicht das Segment der Edel-Pads erfunden hat, aber in den Mainstream brachte und das prinzipiell nicht viel anders, als er es jetzt ist. Es gibt nun deutlich mehr Konkurrenz mit eigenen Stärken und Schwächen. Sicher, ihr habt im Elite 2 jetzt den festen Akku mit Ladestation und USB-C, das ist ein Vorteil. Alles wurde noch mal ein wenig hübscher, ein wenig feiner und diese Trigger ... Mmmhhhmm ... Also ja, wer eigentlich nur eine nettere Version des Elite haben wollte, der bekommt auch nicht mehr als das - so kann man einen wirklich exzellenten Controller auch zurückhaltend klingen lassen. Aber ich weiß, dass da noch ein klein wenig mehr geht. Dann beim Dritten halt.

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Martin Woger

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