Sieben PlayStation 3 - Klassiker, die ihr auf PlayStation Now dringend nachholen solltet

Von Bildungslücken und anderweitig spannenden Spielen.

PlayStation Now ist mit über 650 Spielen eine umfassende und immens praktische Bibliothek, die es erlaubt, mit maximaler Leichtigkeit und Unverbindlichkeit einmal quer durch einen guten Teil der PlayStation-Historie zu surfen.

Ohne größeren Aufwand oder viel Hardware - habt ihr keine PS4, reicht schon ein nicht mal mittelmäßiger PC mit guter Internetanbindung und einem Controller - erlebt ihr viele der aktuellen wie vergangenen Highlights noch einmal - so kann man Spiele-Streaming auch als Gaming-Geschichtsstunde verstehen.

Alles zur Technik, den Vorraussetzungen und Kosten zu PlayStation Now lest ihr hier.

An dieser Stelle wollen wir euch sieben Highlights aus der PS3-Generation ans Herz legen, die es aus diversen Gründen wert sind, dass man sie über PlayStation Now noch einmal erlebt. Gleichzeitig könnte man das über Dutzende PS3-Games im Aufgebot des Abo-Dienstes sagen. Hier also ehrenhalber ein paar Spiele, die es so knapp nicht in unsere Auswahl schafften, dass sie sich immerhin eine Erwähnung redlich verdient haben ...

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Also, komplette erste Killzone- und Uncharted-Trilogie, Journey, Injustice: Gods Among Us, DMC HD Collection, Mega Man 9 und 10, Metal Gear Solid HD Collection und Rising Revengeance, Ico und Shadow of the Colossus Classics HD, The Darkness 1 und 2, Catherine, Civilization Revolution, Braid, Machinarium, Resident Evil Code Veronica X, Infamous 2, Batman: Arkham Asylum, Flower und Dishonored - wir haben euch alle aus verschiedenen Gründen lieb und ihr werdet eure Spieler finden!

1. Bioshock Infinite

Ebenso wie Bioshock 1 und 2 im Programm, aber der wohl am hitzigsten diskutierte und damit interessanteste Teil der Reihe. Sicher auch einer der Gründe, warum Irrational Games im Anschluss an die bewegte Entwicklung so öffentlichkeitswirksam implodierte, dass 2K erst jetzt, sechs Jahre nach Erscheinen des Spiels, anfängt, mit neuer Truppe an einem Nachfolger zu arbeiten.

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Infinite selbst ist ein Spiel zum Verlieben, wenn man über das solide, wenngleich eher zweckdienliche Gameplay hinwegsieht, das ein wenig zu sehr der eigenen Superkräfte-getriebenen Ballervergangenheit nachhing. Was zum Debüt 2007 noch originell und taktisch war, fühlte sich 2013 ein wenig nach Pflichtprogramm an. Gut, dass die Handlung und das Weltdesign alles wieder rausreißen. Booker DeWitts Gewaltmarsch durch die wohl hochtrabendste Twilight Zone-Episode aller Zeiten schwingt sich zum Finale in einer eskalierenden Spirale immer wilderer Enthüllungen zu einem ebenso kolossalen wie rührenden Gehirnverbieger auf und sagt am Schluss noch eine Menge über das Geschichtenerzählen in Videospielen an sich. Aber auch im Anlauf auf den Hype, der euch mit dem in ein paar Jahren kommenden Nachfolger entgegenschlagen wird, ist es ein faszinierender Titel, den man erlebt haben sollte.

2. The Elder Scrolls IV: Oblivion

Klar, wenn einem der Sinn nach Bethesda-Rollenspielen steht, hat PlayStation Now auch Fallout 3 und New Vegas zu bieten, die jedes auf seine Weise die Reise wert sind. Und Oblivion ist sicher nicht einmal das beste Elder Scrolls. Aber es ist aus heutiger Sicht eine wahnsinnig spannende Zeitkapsel, und ein Wegbereiter, der zwei Konsolengenerationen - und mal schauen, vielleicht auch eine Dritte - definieren sollte, wie Todd Howards Studio Rollenspiele macht. Überhaupt ist es ein Spiel voller wahnsinnig toller A-ha-Momente. Der erste Schritt raus aus dem Verlies an die frische Luft und in die malerischen Landschaften Cyrodiils hinein dürfte einer der magischsten Augenblicke der gesamten PS3-Generation sein. Das erste Mal durch ein daedrisches Portal in die Höllenwelt Oblivion hinein zu lunzen, ist ein Horrortrip, der sich gewaschen hat.

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Zugleich begründete Oblivion gewissermaßen die inoffizielle Tradition, dass die Nebenquests eines Bethesda-RPGs die interessanteren Geschichten erzählen. Unvergessen ist etwa der Ausflug in ein Ölgemälde hinein - solche und viele andere Augenblicke sind es, die Oblivion auch über seinen geschichtsträchtigen Status hinaus noch heute spielenswert machen.

3. God of War 2 HD

Jüngere Semester kennen Kratos vor allem aus dem PS4-Reboot - als innerlich brodelnde, grimmige Vaterfigur, die auch im hohen Norden nichts von wettergemäßer Oberbekleidung hält. Da aber Ascension von 2013 heute kaum noch jemand kennt und God of War 3 schon bald zehn Jahre auf dem Buckel hat, ist es vollkommen denkbar, dass einige neuere Fans den "alten" Kratos gar nicht kannten. Auf PlayStation Now gibt es gleich fünffach die Gelegenheit, den Ursprüngen des Antihelden näherzukommen, sollte man sie verpasst haben. Aber nach unserem Dafürhalten ist es der zweite Teil, der am besten auf den Punkt bringt, warum diese Serie unter PlayStation-Fans Kultstatus genießt.

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Gleichzeitig vermittelt God of War 2, das ursprünglich auf der PS2 erschien und hier in der HD-Neuauflage vorliegt, auch am besten, warum dieser Figur ein modernerer, etwas mehr in sich gekehrter Reboot gewissermaßen vorherbestimmt war: Diesen Wüterich hätte man auch in einem Spiel auserzählen können - tat man aber nicht. Das stimmt einerseits froh, denn zu welchem Spektakel dieser Charakter und seine spezielle Version des griechischen Götter-Pantheons seine Entwickler befähigten, das sollte man gesehen haben. God of War 2 ist zusammen mit dem PS4-Reboot das stärkste Spiel der Reihe!

4. Metal Gear Solid 4: Guns of the Patriots

Und noch eins von der kontroversen Sorte. Und sei es nur, weil Guns of the Patriots für viele der Moment gewesen sein dürfte, an dem Hideo Kojimas Spielerbasis sich in Bewunderer und ... nun ja ... die Gruppe von Leuten aufgespalten haben dürfte, die merken, dass seine Art, eine Geschichte zu erzählen, doch nichts für sie ist. Aber das sind Befindlichkeiten. MGS4 ist so oder so ein durchweg faszinierendes Spiel. Nicht die besten Level-Designs, die Kojima je kreierte, aber unfassbar viele schön-seltsame WTF-Momente und Gameplay-Einfälle, die so nur ihm kommen konnten.

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Am Schluss macht er nicht nur nach meinem Dafürhalten eine etwas zu ordentliche Schleife an jeden einzelnen Handlungsfaden, was gerade rückblickend und hinsichtlich der dann doch noch weiteren Fortsetzung der Serie in Peace Walker und MGS5 recht bemüht schien und auf viele offene Fragen nicht die befriedigendsten Antworten fand. Und doch wird man über dieses Spiel mehr nachdenken als über die meisten anderen. Und der Gedanke, dass es mittlerweile viele nachgewachsene PlayStation-Fans gibt, die dieses Spiel nie erlebt haben, fühlt sich schlichtweg falsch an. Dieses Spiel nicht zu kennen, ist eine der wenigen echten Bildungslücken in diesem Medium.

5. XCOM: Enemy Within

Wie schon die unvergessene Microprose-Vorlage UFO: Enemy Unknown setzte auch Firaxis' erste Neuauflage XCOM Standards, an denen sich seit Jahren andere messen lassen müssen. Nicht zuletzt Firaxis selbst, die mit XCOM 2 nicht ganz dieselbe Fan-Liebe erfuhren, wie noch mit ihrem ersten Teil und dessen fantastischer Erweiterung Enemy Within, die ihr auf PlayStation Now dringend nachholen solltet, wenn ihr sie verpasst habt. Was hier passiert, ist schlichtweg eine Sternstunde der rundenbasierten Taktik.

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Woran das liegt? Nun, zuvorderst an der Kleinigkeit, dass es kaum ein Taktikspiel gibt, dass kompromissloser mit Vorurteilen dem Genre gegenüber aufräumt. Das hier ist einfach in die Hand zu nehmen, steuert sich mit dem Controller bestens und entwickelt auf Anhieb einen beneidenswerten Spielfluss. XCOM ist komplex, aber alles andere als kompliziert. Höchst überlegt, aber niemals langweilig. Klug und gemütlich, aber wenn es darauf ankommt, mit der Krawallattitüde eines dummen Actionfilms gesegnet. Es spielt sich locker, lässt einen aber trotzdem gespannt über jede Entscheidung grübeln und liefert reihenweise Heldenmomente, die ein Call of Duty nicht besser einfangen könnte. Man merkt eben, dass Firaxis drinsteckt, wenn man mitten in der Nacht - und damit meine ich eher 2:30 Uhr als 23:30 Uhr - merkt, was man seinem Biorhythmus da gerade antut.

6. Red Dead Redemption Undead Nightmare

Auch wenn das erste Red Dead Redemption ein unsterblicher Klassiker und eines der absoluten Highlights auf PlayStation Now ist, so ist das vielerorts ein wenig in Vergessenheit geratene Spin-off Undead Nightmare doch seine ganz eigene Empfehlung wert. Eine bessere Side-Story zu einem großen Blockbuster haben in der Geschichte der Videospiele nur wenige abgeliefert. Am ehesten noch Rockstar selbst, die mit ihren Episodes of Liberty City bewiesen, dass konzisere, überschaubarere Abenteuer manchmal für packendere Abende gut sind als allzu ausufernde Open-World-Beschäftigungsmaßnahmen. Für nicht wenige gilt Undead Nightmare deshalb als unverzichtbare Ergänzung zu Red Dead Redemption, für einige sogar als das insgesamt bessere, weil konzentriertere Spiel.

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Und natürlich waren Zombies im Wilden Westen 2010 noch deutlich frischer als heute, wo im Kino selbst Sinn und Sinnlichkeit noch von Untoten heimgesucht und Abraham Lincoln auf Vampirjagd geschickt werden. Doch in Undead Nightmare steckte eine so nette Mischung aus albernen wie ernsten Haupt- und Nebenmissionen, dass das Durchspielen einer Videospiel-Wundertüte glich. Wer einmal die Sasquatch-Mission gespielt hat, der weiß, wozu Rockstar in seinen besten Momenten in der Lage ist.

7. Ninja Gaiden Sigma 2

Ninja Gaiden Sigma 2 war die letzte Sternstunde von Team Ninja, bevor der Entwickler eine lange Talfahrt machte und sich erst mit Nioh so richtig wieder erholte. Diese Reihe ist vor allem deshalb so interessant, weil sie die Spitze dessen darstellte, was man damals den Spielern in Sachen Schwierigkeitsgrad zumuten konnte, bevor Demon's Souls und Dark Souls Härte neu definierten - langsamer, methodischer. Ninja Gaiden Sigma 2 war längst nicht mehr so fair und austariert wie sein Vorgänger, aber es ist immer noch ein wundervoll knackiger Geschicklichkeitstest für all diejenigen, die sich gerne in einem Spiel verbeißen, Konter-Timings lernen und darin aufgehen, die Übersicht über einen gut gemischten, aggressiven Gegner-Mob zu behalten.

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Wem Soulslikes mittlerweile zu einförmig geworden sind, aber dennoch weiter gerne gefordert wird, findet dank PlayStation Now in Ninja Gaiden Sigma 2 eine neue, alte Art von Herausforderung, die ihn lange beschäftigen und erfüllen dürfte. Und wer weiß ... Vielleicht kehrt Team Ninja nach Nioh 2 ja noch einmal zu Ryu Hayabusa zurück?

Sollte euer Interesse an PlayStation Now geweckt sein, findet ihr hier mehr Details oder ihr versucht es direkt mit einer Gratis-Woche PlayStation Now.

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