BMW Sim Live 2019 - Sim-Racing-Event mit realer und virtueller BMW M2 CS Racing-Premiere

Mitchell deJong gewinnt das mit 10.000 Euro dotierte Pro-Rennen in der BMW Welt.

Woran erkennt man einen echten Sim-Racing-Profi? Nicht unbedingt an der mit Firmenlogos zugekleisterten Jacke, sondern daran, dass bei einem Turnier die Schuhe ausgezogen vor dem Racing-Seat stehen und die Rennhandschuhe immer griffbereit in der Tasche stecken. Mit dicken Sohlen fehlt einfach das notwendige Feingefühl bei den Bremsvorgängen und für einen trotz schwitziger Hände festen Griff am Lenkrad braucht es eben auch die passenden Handschuhe, erklärt mir ein Pro-Fahrer beim BMW Sim Live 2019-Event in der BMW Welt München.

Im Vergleich zu E-Sport-Schwergewichten mit millionenschweren Preisgeldern, wie League of Legends oder Counter Strike, fristet Sim-Racing zwar eher noch ein Nischendasein, aber die Szene ist aktiv und wächst stetig. rFactor 2, iRacing, Assetto Corsa, F1 oder Gran Turismo Sport gehören zu den beliebtesten Rennsimulationen auf PC oder Konsole und in den Online-Ligen wird erbittert um den Sieg auf den virtuellen Strecken gekämpft. Eine preiswerte Methode, den Einstieg in den realen Motorsport zu schaffen, kostet doch ein Jahr im echten Kartsport gut und gerne eine sechsstellige Eurosumme.

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Erstmals wurde mit dem BMW M2 CS Racing ein neues Fahrzeug real und virtuell gleichzeitig vorgestellt.

Das wachsende Interesse unterstützt BMW Motorsport nur zu gerne als Ausrichter von Turnieren und Events. So auch bei dem BMW Sim Live 2019 in der Münchner BMW Welt, bei der die besten Sim-Racer der Welt gegen Werksfahrer und Fans der weißblauen Marke angetreten sind. Sieger unter den Profis wurde der Amerikaner Mitchell deJong von VRS Coanda Simsport, der nach einem fantastischen iRacing-Rennen auf seinem virtuellen BMW M8 GTE als erster über die Ziellinie des Daytona International Speedway raste und sich 10.000 Euro als Siegprämie sicherte. Michi Hoyer aus Deutschland triumphierte im Fan-Wettbewerb und nahm immerhin noch 5000 Euro mit nach Hause.

Das Interesse der Autohersteller an Sim-Racing ist hoch, erreicht man mit solchen Veranstaltungen doch potenzielle Zielgruppen, die sich nicht regelmäßig an den Austragungsorten realer DTM-Rennen einfinden. BMW hat die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit genutzt und gleich den brandneuen BMW M2 CS Racing auf die Bühne gestellt. Ein Novum ist es, dass erstmalig das echte Auto und sein virtuelles Abbild gleichzeitig Premiere gefeiert haben.

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Trotz Coaching durch einen BMW-Werksfahrer hat es für mich nur für den vierten Platz gelangt. rFactor 2 ist aber auch ein echtes Simulationsbrett.

Auch ich durfte ein paar Runden mit dem M2 auf dem Nürburgring drehen, zwar nur in der Rennsimulation rFactor 2, aber dafür in einem Fanatec Racing-Seat mit Original Sparco-Sitz, wie er auch im BMW verbaut ist. Das Set würde ich mir genau so auch gerne ins heimische Zocker-Zimmer stellen. Uns Amateuren wurde ein Werksfahrer von BMW zur Seite gestellt, der mit Tipps zur Strecke und Hinweise zu Bremsmanövern, Schaltvorgängen und dem Spiel mit dem Gas die Proberennen gecoacht hat. Für mich hat es trotzdem nur für den vierten Platz in meiner Gruppe gelangt, aber rFactor 2 ist auch ein echtes Brett an Simulation und der geringste Fahrfehler wird gnadenlos bestraft. Vielleicht hätte ich mir auch die Schuhe ausziehen sollen.

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Das Pro-Rennen wurde mit der unter Sim-Racern favorisierten Simulation iRacing ausgetragen.

Für BMW ist Sim Live 2019 erst der Beginn eines auf Dauer ausgelegten Engagements in der Sim-Racing-Szene. Im Gespräch mit Rudolf Dittrich, Leiter Fahrzeugentwicklung BMW Motorsport, erfahre ich mehr über die Zukunftspläne des Autobauers: Die Zusammenarbeit mit den Software-Studios wird noch intensiver, man stellt nicht nur bereitwillig Daten auf Anfrage zur Verfügung, sondern geht mit neuen BMW-Modellen auch proaktiv auf die Simulationsmacher zu.

Mit Erfolg, das gute Kooperations-Klima hat beispielweise die Entwickler von iRacing dazu bewogen, zugunsten von BMW eine Ferrari-Challenge aus dem Programm zu nehmen. Eine Präferenz für eine bestimmte Simulation seitens BMW ist übrigens nicht vorhanden, rFactor 2 und iRacing dominieren zwar unter den Sim-Racern auf dem PC, aber an einem Gran Turismo Sport auf der PS4 führt, gerade als Hersteller von DTM-Fahrzeugen, kein Weg vorbei.

Öffentliche Events sollen die Wandlung von der Nische zum E-Breitensport unterstützen, herausragende Sim-Racer können über die Qualifizierung in Online-Ligen und als Sieger von Hallen-Turnieren den Sprung in den realen Motorsport schaffen, unter Umständen sogar als Werksfahrer eine Anstellung finden. Man hat in München immer ein offenes Auge für Talente. Dittrich ist davon überzeugt, dass Sim-Racing als E-Sport erst am Anfang steht und meint schmunzelnd: "Da drüben, nicht weit von der BMW Welt, steht das Olympia-Stadion, das bekommen wir auch mal mit Zuschauern gefüllt."

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Über den Autor:

Ulrich Wimmeroth

Ulrich Wimmeroth

Freier Autor

Mag Rollenspiele und Ego-Shooter, sammelt Retro-Konsolen und nutzt seinen PC hauptsächlich zum Schreiben über Spiele. Und für Strategie natürlich. Und das seit Dekaden.

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