Das Beste an Fallout 76? Diese ebenso beeindruckende wie unterhaltsame Spielerfalle

Mathe ist die Hölle!

Nun gut, Fallout 76 (Test) war nicht das, was sich Bethesda vorgestellt hatte - von Fans und Kritikern ganz zu schweigen. Darüber hinaus gab es diverse PR-Probleme, von windigen Collector's-Edition-Beilagen über Querelen um das Abo-Modell bis hin zur Verschiebung allseits gewünschter Features, wie etwa der menschlichen NPCs für die nukleare Einöde. Aber die Spieler, die dabei blieben, machen trotzdem das Beste draus. Dass das ausgerechnet die Form einer durchtriebenen Falle für andere Spieler annimmt, ist mehr Fallout, als man bisher hoffen durfte.

Der kanadische User Vault101manguy hat schon in der Vergangenheit durch sein Deathclaw-Labyrinth, den "Spieler-Ofen" und die Murder-Church auf sich aufmerksam gemacht. Jetzt hat er wohl sein perfides Meisterwerk abgeliefert: Eine tödliche Schule, aus der man nur entkommt, wenn man eine Mathe-Aufgabe löst. Wieso fühle ich mich plötzlich in die zehnte Klasse zurückversetzt ... ?

Die Falle besteht aus einem kleinen, aber durchaus einladenden Schulgebäude, samt Schließfächern, Tischen, Bücherregalen und kleinen Details der Marke "Mathe-Hausaufgaben von Seite neun sind Montag fällig" auf einer Tafel. Wer dann aber den "Tutoring-Room" betritt, erlebt eine morbide Überraschung, die auch aus einem Saw-Film stammen könnte, wenn die Sünde des Protagonisten gewesen wäre, in der Zehnten fast gewohnheitsmäßig "krank" gewesen zu sein, wann immer Mathe anstand (schon wieder diese Flashbacks ...).

"Neugierige Wastelander, die die Schule untersuchen und den Raum betreten, werden merken, dass sich die Tür mechanisch hinter ihnen schließt", erklärt Vault101manguy auf Reddit. "Dann beginnt das Spiel."

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Nicht so schlimm wie damals.

An der Wand prangt ein Schild: "ruhig bleiben, Mathe machen, Tür öffnen, um zu überleben" - daneben ein Keypad, auf dem man das Ergebnis der Aufgabe eingeben muss. Eigentlich nicht so schwer, wenn man noch die alte Regel "Punktrechnung vor Strichrechnung" kennt und sich daran erinnert, dass das Multiplikationszeichen im Deutschen ein Punkt ist statt ein kleines x: 230 x 10 + 2. 2302 ist also das Ergebnis, auf das man aber nicht zwangsweise so schnell kommt, wenn die Bude ringsum euch herum lichterloh in Flammen steht, die euch zu verbrennen drohen.

Die Spieler werden verbrannt und verstrahlt bis zum Tode. Einfach per Schnellreise hinausteleportieren können sie sich nicht, weil über ihnen eine einzelne, versteckte Bloatfly über den Spielern verhindert das. Vault101manguy nennt die Fliege Charles.

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Charles ist auf den Bildern leider nicht zu sehen.

Hier das Ergebnis dieser Falle im Video. Den meisten "Teilnehmern" hat es nach Angaben von Vault101manguy tatsächlich gefallen, immerhin ließ der Ersteller dieser Mordsschule alle Opfer ihre Sachen wieder aufheben, wenn sie hierher zurückkehrten. Und es ist nicht so, dass der Test nicht fair gewesen wäre. Vault101manguy habe er erst die Flammen aktiviert, wenn er das Gefühl hatte, die Spieler hätten verstanden, was zu tun war. Feiner Kerl!

"Ich habe in der letzten Zeit eine Menge spielererstellte Fallen gesehen. Normalerweise geht es nur darum, einen anderen Spieler in einem Raum ohne Ausgang zu fangen und sie dann zu verbrennen, bis sie sterben. Manchmal ist das lustig, aber wo bleibt da der Sport?", erklärt der angehende Superbösewicht. "Wo ist das Spiel? Wo die Aufregung. Wenn man immer schon das Ergebnis kennt, wenn man den Hebel umlegt, ist das doch nicht spannend ... gibt es keinen Nervenkitzel. Ein Spiel muss man gewinnen können."

"Leichen mögen brennen, aber nichts brennt heller als die Hoffnung, zu überleben."

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Über den Autor:

Alexander Bohn-Elias

Alexander Bohn-Elias

Stellv. Chefredakteur

Alex schreibt seit 2001 über Spiele und war von Beginn an bei Eurogamer.de dabei. Er mag Highsmith-Romane, seinen Amiga 1200 und Tier-Dokus ohne Vögel. test

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