Layton's Mystery Journey: Katrielle und die Verschwörung der Millionäre (Switch) - Test: Die Freuden des Rätselns

Gelungene Umsetzung.

Nach zahlreichen Spielen rund um und mit Professor Layton war die Zeit reif für einen Reboot. Einer, der nicht die komplette Serie über den Haufen wirft, aber die Dinge ein wenig anders anpackt und einen anderen Charakter in den Mittelpunkt rückt. Immer noch eine Layton - Katrielle, die Tochter des Professors -, aber eine, die auf eigenen Beinen steht und ihre eigenen Fälle löst. 2017 habt ihr das auf dem 3DS getan und mittlerweile geht das ebenso auf der Switch, die somit ihren ersten Layton-Titel erhielt.

Bei Katrielle geht es alles in allem ein wenig bodenständiger zur Sache. Keine Zeitreisen, keine Bedrohungen für die Welt. Vielmehr geht es um Probleme der Bewohner von London beziehungsweise Kriminalfälle, die die Stadt in Atem halten. Angefangen mit einem verschwunden Zeiger des Big Ben ... Es sind kleinere Aufgaben, deren Lösung euch je nach Fall und Schnelligkeit einen Abend beschäftigen, dann geht es weiter mit dem nächsten.

Das schmeckt nicht jedem Fan der Reihe, wenngleich mir die einzelnen Episoden viel Spaß bereiteten. So kommt Abwechslung ins Spiel, wenn regelmäßig die Charaktere und Geschichten wechseln, euch mit immer neuen und unvorhergesehen Dingen konfrontieren. Die zwar wie erwähnt keine riesengroßen Ausmaße annehmen, aber unterhaltsam ist es definitiv, das Geheimnis hinter einem vermeintlichen Mord zu lüften, der auf einer alten Legende basiert. Oder herauszufinden, wer die alles entscheidende Szene am Ende eines Kinofilms bei der Premiere verschwinden ließ.

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Wer kennt sie nicht, die Lust auf Tentakelspaghetti? (Layton's Mystery Journey: Katrielle und die Verschwörung der Millionäre - Test)

Im Kern ist es die klassische Layton-Formel aus Story und Rätseln, die weitestgehend miteinander verknüpft sind - hier halt in Form kleinerer Fälle. Wie gewohnt marschiert ihr von Gegend zu Gegend, sucht die Bereiche beziehungsweise den Bildschirm nach Hinweisen zu eurer aktuellen Aufgabe ab, befragt Personen, findet Hinweismünzen oder neue Rätsel. Verzwickt ist das nicht, der weitere Weg ist immer klar, daher kommt ihr in den Geschichten gut voran.

Die sind alles in allem gut erzählt und überzeugen vor allem durch die Darstellung der einzelnen Charaktere, von den Haupt- bis zu den Nebenfiguren. Jede von ihnen hat ihre eigene Persönlichkeit, ihre eigenen Macken und Eigenheiten. Als Begleiter steht euch zum einen Ernest zur Seite, Assistent und gleichzeitig in Katrielles Friendzone gefangen. Zum anderen stoßt ihr direkt zu Beginn auf den sprechenden Hund Sherl, der euch auf euren Abenteuern begleitet und den nicht jeder Mensch versteht - hört sich ein wenig nach Meisterdetektiv Pikachu an. Und Gespräche gibt es hier zuhauf, die Figuren haben einiges zu sagen, dabei schwingt häufig eine Prise Humor mit - Langeweile kommt dabei nicht auf.

Während ihr euch durch die Fälle arbeitet, sammelt Katrielle einen entscheidenden Hinweis nach dem anderen, bis es sechs Stück sind und die Lösung vor ihrer Nase liegt. Vor eurer ebenso? Es ist ein geradliniges Spiel und die spannende Frage ist hier eher, ob ihr die gleichen Schlüsse zieht und ob ihr richtig liegt. Sind alle Hinweise zusammengetragen, folgt die Auflösung und ihr seht, ob ihr mit eurer Vermutung richtig lagt - falsch machen lässt sich hier nichts.

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Ihr ermittelt in verschiedenen Bereichen von London. (Layton's Mystery Journey: Katrielle und die Verschwörung der Millionäre - Test)

Auf euren Abenteuern löst ihr eine ganze Menge Rätsel. Level-5 fährt hier die größte Zahl an Rätseln auf, die es in der Serie bis dato gab. Was sich nicht immer positiv auf die Qualität auswirkt, denn die schwankt. Harte Nüsse sind ebenso dabei wie offensichtliche Aufgaben, aber ebenso irritierende Fragestellungen, deren Lösung in ein wenig Frust umschlägt. Dass bei so vielen Rätseln der ein oder andere Ausfall dabei ist, überrascht nicht. Es hält sich zum Glück in Grenzen, insgesamt bieten sie viel Abwechslung, bringen euch häufig dazu, um die Ecke zu denken. Wenn es hakt, helfen euch die Hinweismünzen, die ihr hier in rauen Mengen findet.

In jedem Fall habt ihr eine Menge zu tun. In der Switch-Version sind über 40 Rätsel hinzugekommen und ein komplettes Jahr lang gibt es nach dem Release jeden Tag eine neue Rätselaufgabe als Download. Das bedeutet dann noch einmal über 300 Stück. Ebenso habt ihr weitere Mini-Spiele, in denen ihr zum Beispiel für einzelne Personen ein perfekt auf sie abgestimmtes Essen zusammenstellt. Oder ihr klappert jederzeit erledigte Fälle ab, um übersehene oder neu hinzugekommene Rätsel zu lösen. Es gibt Dinge zum Freischalten und einiges mehr, was euch gut 15 Stunden und mehr beschäftigt, wenn ihr allein die Story durchspielt.

Zu den weiteren Dingen, mit denen ihr zu tun habt, zählt gleichermaßen Katrielles Garderobe, die um 50 mögliche Outfits gewachsen ist und zugleich alle DLC-Outfits vom 3DS mit sich bringt. Indes habt ihr ebenso die Gelegenheit, ihr Büro in London mit neuen Einrichtungsgegenständen aufzuhübschen. Wer alles freischalten, sammeln und auf 100 Prozent bringen möchte, ist für längere Zeit beschäftigt .

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Zahlreiche Rätsel warten darauf, gelöst zu werden. (Layton's Mystery Journey: Katrielle und die Verschwörung der Millionäre - Test)

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Dass es sich hierbei ursprünglich um einen 3DS-Titel handelt, merkt ihr dem Spiel nicht an. Hintergründe und Charaktere haben die Macher wunderbar an die höhere Auflösung der Switch angepasst, zugleich gibt es einige schöne, Story-bezogene Zwischensequenzen im Anime-Stil für jeden Fall. Die Umgebungen hinterlassen einen detaillierten Eindruck, sind schön gezeichnet und erzeugen so ein stimmungsvolles Gesamtbild im virtuellen London. Zwar mangelt es ihnen an Bewegung und sie sind bis auf die Charaktere weitestgehend statisch, dafür vermittelt die Soundkulisse im Hintergrund durch Vögel und andere Geräusche einen Anflug von Lebendigkeit. Da geht technisch mit Sicherheit mehr, schön anzuschauen ist das Spiel aber im Handheld-Modus wie auf dem Fernseher.

Inwiefern der Fokus auf kleinere Fälle ein Anlass zur Kritik ist oder nicht, ist eine Geschmacksfrage, die jeder mit sich vereinbaren muss. Mich stört der Aufbau wenig und ich habe weiterhin Spaß beim Rätseln, wenngleich nicht jedes von ihnen überzeugend ausfällt. Es ist ein schönes, leichtherziges Spiel, das euch eine gute Zeit beschert und eure grauen Zellen noch ein ganzes Jahr nach der Veröffentlichung fordert. Habt ihr Layton's Mystery Journey auf dem 3DS durchgespielt, bietet die Switch-Version nicht den einen, alles entscheidenden Grund, sie noch einmal zu kaufen. Es sei denn, ihr seid ein absoluter Fan. Und habt ihr den Titel noch nicht gespielt, gibt es hier viel Rätselspaß, gut erzählte Geschichten und vor allem viel zu tun.

Entwickler/Publisher: Level-5/Nintendo - Erscheint für: 3DS (2017), Switch - Preis: zirka 30 bis 40 Euro - Erscheint am: erhältlich - Getestete Version: Switch - Sprache: Deutsch - Mikrotransaktionen: nein

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Über den Autor:

Benjamin Jakobs

Benjamin Jakobs

Leitender Redakteur News

Seit 2006 bei Eurogamer.de dabei, Redakteur und hauptverantwortlich für den Newsbereich. Begann seine Spielerlaufbahn auf dem PC mit Wing Commander, UFO und dem Bundesliga Manager, spielt mittlerweile aber hauptsächlich auf den Konsolen, genauer gesagt Xbox One, Xbox 360, Switch, PS4, Wii U, PS3 und 3DS. Ist grundsätzlich für viele Spiele und Genres offen und mag vieles, was mit Science-Fiction zu tun hat, kann aber mit JRPGs nicht wirklich viel anfangen. @f1r3storm auf Twitter.

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