40 für 2020 - Die spannendsten, coolsten und wichtigsten Spiele für das neue Jahr. Platz 30 bis 21

Vorfreude ist die schönste Freude. 

Und weiter geht es mit unserer Auswahl der 40 größten, interessantesten und spannendsten Spiele, die unserer Meinung nach dieses Jahr herauskommen werden. Viel Spaß mit den Plätzen 30 bis 21.

Die anderen Teile dieser Artikelreihe findet ihr unter diesen Adressen:

30. Iron Harvest (King Art, PC, PS4, Xbox One, 1. September)
Iron Harvest hier auf die Wunschliste setzen

Martin: Hey, Echtzeitstrategie ... Spannendes Szenario mit diesem Post-WW1-Vibe, aber aufgrund des Genres bleibe ich außen vor. Was ist eigentlich aus der guten alten Waben-Taktik geworden? Früher wäre das die grenzunspielbare Umsetzung eines obskuren Avalon-Hill-Brettspiels gewesen. Was auch nicht viel besser gewesen wäre. Whatever, man kann sie nicht alles spielen.

Benjamin: Das war schon Ende 2018 cool, als ich es für eine Vorschau spielte. Es ähnelt Company of Heroes und ist spielerisch anspruchsvoll. Wer Echtzeitstrategie mag, muss das hier auf seinen Merkzettel schreiben.

Alex:... und noch dazu von King Art aus Bremen, meiner neuen Wahlheimat. Tolle Art Direction und bei den Besten geliehene Spielsysteme ergeben einen extravaganten, aber durchweg attraktiven RTS-Entwurf.

Markus: Kommt es mir nur so vor oder wird 2020 ein richtig gutes Jahr für RTS-Fans? Iron Harvest hat sich dafür mal nicht das übliche futuristische Setting ausgesucht, sondern stattdessen das frühe 20. Jahrhundert in einem alternativen Universum / Zeitstrang / Parallelwelt(??) gewählt. Hier gibt es noch keinen Dieselskandal, weshalb große dieselbetriebene Mechs die Spitze der technisch machbaren Waffengewalt darstellen. Mit seinem Basenbau und dem Aufeinanderprallen der Kriegsmaschinerie erinnert es mich jedenfalls stark an Command & Conquer und schon deshalb werde ich den Titel im Auge behalten.

29. Streets of Rage 4 (DotEmu, PS4, Switch, Xbox One, PC, 2020)/Windjammers (DotEmu, Switch, Stadia 2020)
Streets of Rage 4 hier auf die Wunschliste setzen

Martin: Das ist nicht das meisterwartete Spiel des Jahres, sondern des Jahrzehnts! Ach, was sage ich, das Jahrtausends! Schließlich ist es ein Jahrtausend her, dass Streets of Rage 2 für immer definiert hat, wie das perfekte Prügelspiel auszusehen hat. Und zu klingen! Master Yuzo schrieb einen Score für die Äonen und bis heute spiele ich einmal im Jahr SoR2, weil es einfach so gut ist. Erst Die Hard im Dezember und direkt danach Streets of Rage. Das Weihnachten vor Weihnachten. Kann Nummer vier da jetzt überhaupt eine Chance haben? Ich bin wirklich guter Dinge! Auch dachte ich lange Zeit, dass Windjammer, das vielleicht beste Neo-Geo-Multiplayer-Spiel praktisch vergessen wäre, bis DotEmu es sich vornahm. Der Look ist hüben wie drüben noch ungewohnt und erinnert auf nicht so gute Art an das neue Shaq-Fu - das aber von anderen Leuten kam -, aber spielerisch dürften da Welten dazwischen lieben, so wie auch damals. Und vor allem: Sensei Koshiro ist wieder mit an Bord. Was kann also schiefgehen?

Markus: Kaum wartet man ein Vierteljahrhundert, schon gibt's die Fortsetzungen!

Alex: Streets of Rage ist für mich vor allem deshalb interessant, weil ich nicht sicher bin, ob in diesem Genre noch Leben steckt. Wenn diese Leute hieran scheitern, dann wissen wir, dass es an der Zeit ist, das scrollende Beat-'em-Up als das in Erinnerung zu behalten, was es ist: Ein schöner Teil unserer Vergangenheit, der in der Zukunft nichts verloren hat. Windjammers 2 dagegen? Das ist im Grunde unverwüstlich und dürfte in seiner Neuauflage auch 2020 noch einer der besten Mehrspielertitelwerden, die man sich wünschen kann.

28. Trials of Mana (Square Enix, Switch, PS4, 24. April)
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Alex: Nach dem Testlauf mit der neu aufgelegten Kollektion nun also das vollumfängliche, aufwändige 3D-Remake des hierzulande bis letzten Sommer nie erschienenen dritten Teils. Sieht extrem putzig aus und könnte die damals sehr populäre Reihe wieder schlagartig ins öffentliche Bewusstsein zurückrufen. Der Wiedererkennungswert ist trotz des Revamps hoch, einige der Spielsysteme waren damals ihrer Zeit voraus, auch wenn das SNES dezent überfordert und das Spiel sichtlich nicht zuende entwickelt war. Schön, dass es jetzt seine zweite Chance bekommt.

Martin: Ach ja, die Mana-Serie. Nett, dass Square Enix sie noch nicht aufgegeben hat. Schließlich hatte sie ihren einen, großen, alles definierenden Erfolg auf dem Super Nintendo, das ist ja mittlerweile ein wenig her. Alles danach? Entweder hierzulande nicht umgesetzt oder nur nett. Sie waren nie wirklich schlecht, aber es kam nie wieder ein weiteres für die Jahrzehnte. Ist es jetzt soweit? Ich will ehrlich sein: Ich sehe hier ein weiteres nettes Spiel auf uns zukommen. Das, wenn es wirklich Glück hat, so gut wie Ys VIII wird. Wenn es Pech hat, dann wird es so nett wie das letzte Game, das die RPG Factory ausspuckte und so belanglos war, dass ich ein paar Monate später nicht mal mehr den Namen weiß. Nun, das Problem wird Trials of Mana nicht haben. Dafür sorgt die Legende von vor zig Jahren.

27. Carrion (Phobia Game Studio, PS4, Xbox One, PC, 2020)
Carrion hier auf die Wunschliste setzen

Martin: Ah, ein Metroidvania mit einem Twist, das hatten wir ja seit ... Einer Woche nicht mehr? Egal, ein gutes davon geht immer und Carrion sieht schon ziemlich abartig aus, wenn man als endomorphe Masse cthuthulianischer Machart durch die Level marodiert. Dazu eine schicke Pixel-Optik und der entsprechende Soundtrack, ist alles eine ziemlich sichere Bank.

Alex: Carrion war das nächste der Spiele, die zu den Game Awards 48 Stunden lang eine Demo bereitstellten und gefiel auch auf den zweiten Blick ganz ausgezeichnet (meinen ersten Eindruck lest ihr hier). Es hat nicht zu knapp hypnotische Qualitäten, wie man als stetig wachsendes Tentakelbiest durch diese Tunnel und Korridore glitscht und dabei alles verspeist, was schreien kann. Wunderbar ekelig und auch dieses Jahr für den einen oder anderen NSFW-Thumbnail gut.

Markus: The Thing - das Spiel. Die Idee ist mal was anderes, als als der übliche Feld-Wald-und-Wiesen-Held das Böse zu bekämpfen.

26. Warcraft 3 Reforged (Blizzard, PC, 29. Januar)

Martin: Das war eines der wenigen Spiele neben Age of Empires, bei dem ich mir so sehr wünschte, dass mir RTS Spaß machen würde. Was es beim Original für ein paar Missionen tat. Ich werde es wieder versuchen, weil es einfach so gut war und sicher wieder sein wird. Und wieder werde ich zum selben Schluss kommen. Schade.

Markus: Seit meinem letzten Kontakt mit WC3 sind zwar schon einige Jahre ins Land gezogen, doch auch heute gehört es für mich noch zu den besten RTS aller Zeiten, das viele, viele Stunden verschlungen hat. Dementsprechend freue ich mich auch schon auf die überarbeitete Version, die zumindest bislang eine ganz gute Figur abgibt. Schön ist auch, dass es neben der aufpolierten Grafik auch ein paar Verbesserungen am Spiel selbst gibt (wer hat nicht auf den "Watch Replay"-Button nach dem Match gewartet). Die neuen Sounds sind zwar etwas gewöhnungsbedürftig - eventuell richtet es Blizzard ja so ein, dass man die alten Sounds via Retro-Funktion aktivieren kann - aber damit kann ich leben.

Alex: Warcraft 4 wäre zwar schöner, ich freue mich trotzdem schon darauf, dass Arthas mir zum zweiten Mal das Herz bricht.

25. Disintegration (V1 Interactive, PS4, Xbox One, PC, 2020)
Disintegration hier auf die Wunschliste setzen

Martin: Ich erwarte das beste Konsolen-Waffenhandling seit Destiny. Sonst? Nun, die Story scheint interessanter, als es die von Halo jemals war. Düstere Zukunft mit den Resten der Menschheit, Transhumanismus und coole Energiewaffen. Deus Ex ein paar Jahrzehnte weiter im Prinzip. Dazu Fahrzeuge, weil wer Halo machte, macht auch wieder schwebenden Fahrzeuge und aussehen tut es wirklich anständig. Das könnte was werden, wenn es um Sci-Fi-Ballern geht.

Markus: Was zunächst wie ein wilder Mix aus verschiedenen Genres wie Shooter, RTS, RPG, Simulation etc. aussieht (und im Endeffekt auch ist), von dem man meint, dass er eigentlich gar nicht funktionieren kann, tut es offensichtlich doch, wenn man sich die Gameplay-Videos ansieht. Das kommt auf jeden Fall auf meine 2020-Liste.

Benjamin: Habe letztens ein paar Ausschnitte davon in einem Gameplay-Video gesehen, aber so richtig vom Hocker gehauen hat mich das noch nicht. Was im fertigen Spiel beziehungsweise im Story-Kontext natürlich ganz anders aussehen kann. Ich warte ab, was dabei herauskommt.

24. Wasteland 3 (inXile, Multi, 19. Mai)
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Martin: Wenn die Formel bekannt ist, wenn das Gerüst steht, dann gibt es keine Überraschungen mehr. Gut so. Eine Schneedecke über die Wüste und auf geht es in freie Moralvorstellungen, bei denen der nächste Bösewicht kurz mal eben als wertvoller Begleiter angeheuert werden kann, ohne geläutert sein zu müssen. Komm' klar damit, Welt, ich hab' die Typen mit den dicksten Kanonen, Gerechtigkeit muss warten. Dazu noch das taktische Kampfsystem auf intelligente Weise streamlinet, ohne die Komplexität zu opfern und schon gehen wieder 50 bis 100 Stunden Lebenszeit dahin. Aber was will man sonst damit machen. Die Welt retten? Mache ich doch schon. Jeden Tag eine andere.

Alex: Der zweite Anlauf darauf, den Spielern zu zeigen, wie Fallout heute aussähe, wenn es nie den Schritt in die dritte Dimension gewagt hätte (mehr dazu lest ihr in unserem ausführlicheren Ersteindruck zu Wasteland 3). Ich glaube, für den Moment sagt mir das mehr zu. Mir liegt die Rundentaktik ohnehin eher, und wenn mir Outer Worlds eines gezeigt hat, dann, dass ich Ego-RPGs nach Bethesda-Strickmuster irgendwie überdrüssig bin (bis mit dem nächsten Elder Scrolls hoffentlich die Neuerfindung vieler Kernsysteme ansteht). Noch dazu im Game Pass ohne weitere Kosten enthalten.

23. Yakuza: Like a Dragon (Ryu Ga Gotoku Studio, PS4, 2020)

Martin: Yakuza mal mit Rundenkampf statt mit einem nicht mehr ganz zeitgemäßen Prügelsystem? I love it! Die Serie ist eh großartig und ich glaube, dass sich so noch mehr Details und Ideen in den Kampf einbringen lassen, die in mäßigen Action-Einlagen eher untergegangen wären. Die Vorlage für das neue Gebiet abseits von Tokyo klingt wie etwas, wo ich gern mal Urlaub machen würde. Dazu ein neuer Held und ein interessanter Aufhänger für die Story - was kann man mehr wollen?

Benjamin: Hier geht's zwar um Teil sieben, aber ich bin froh, dass die Serie in diesem Jahr ihre Xbox-Premiere feiert. Was zwar wie gesagt nichts mit Yakuza 7 zu tun hat, aber ich wollte es mal erwähnt haben. Ein guter Grund, endlich mal reinzuschnuppern.

Alex: Schon ein mutiger Move, die Action komplett rauszunehmen, um auf Rundentaktik zu setzen. Wirkt entweder wunderbar zwanglos oder ein bisschen verzweifelt, weil man nicht wusste, wie man die Formel sonst noch weiterentwickeln sollte. Bei dieser Serie tippe ich auf ersteres.

22. Journey to the Savage Planet (Typhoon Studios, PS4, Xbox One, PC, 28. Januar)

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Martin: Zusammen mit dem Spiel, das als nächstes kommt, ist das hier ein weiterer Kandidat für halluzinogenes Art-Design und ich liebe es. Meine Sci-Fi kann gern immer ein wenig in Richtung Douglas Adams gehen, dazu kreatives Puzzle-Design, nicht prozedurale Welten, auf denen man nur Dinge findet, die man nie finden wollte und schnell wieder liegenlässt ... das hier wird das bessere, weil komplett anders entworfene No Man's Sky. Außerdem: Nach der Vorschau will ich endlich selbst lustige kleine Flattervögel an fleischfressende, rülpsende Pflanzen verfüttern.

Alex: Hat ein bisschen was von Oddworld, oder? Stranger's Wrath als Metroidvania, mit Humor, den man aufschnappt, wenn man per Anhalter durch die Galaxie unterwegs ist. Und das beste: Es kommt nächste Woche schon raus!

Markus: Furzende Vögel mit großen Kulleraugen, die man durch die Gegend kicken kann... was kann hier schon schiefgehen?

21. Psychonauts 2 (Double Fine, PS4, Xbox One, PC, 2020)
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Martin: Der Vorgänger war auf jeden Fall eine Anleitung, wie ich gezielt am Mainstream vorbeisteuere und eine verquere Idee perfekt umsetze. Nun, fast perfekt. Ganz ordentlich spielbar eher. Okay, ich gehöre zu denen, die immer der Meinung waren, dass hier die Ideen besser als das eigentliche Spiel waren. Aber wenn die Ideen so wild sind, dann kann man das durchgehen lassen. Wenn die Fortsetzung sich genau diesen Geist bewahrt hat, dann darf es sich gern wieder spielerisch ein wenig gehen lassen (nur nicht zu viel). Außerdem ist die pure Existenz eines der Zeichen unserer wunderbaren Zeit, dass man jedes Spiel machen kann, jede Fortsetzung, von der wir nie dachten, dass sie jemals kommt.

Alex: Ich habe ein bisschen Angst, das gebe ich gerne zu. Zu sehr liebte ich seinerzeit Psychonauts vor allem wegen seines Humors. Mittlerweile weiß ich nicht mehr, ob ich diesbezüglich mit Schafer und Co. noch auf einer Wellenlänge bin und die lange Entwicklungsdauer stimmt nicht gerade optimistisch. Dann wiederum freue ich mich schon länger auf einen kreativen, charakterstarken Hüpfer. Wenn der zweite Teil nur die Hälfte der Ideen auffährt, die den ersten vor so langer Zeit auszeichneten, ist eigentlich alles gut, oder?

Markus: Für viele gehört Psychonauts zu den Klassikern unter den Platformern, deren Fortsetzung lange Zeit nicht sicher war. Umso schöner ist es, nun zu sehen, dass es nach der Finanzierung durch ein Crowdfunding-Projekt schließlich doch noch einen zweiten Teil gibt. Obwohl es 15 Jahre für Teil zwei gebraucht hat, geht es bei der Handlung mehr oder weniger nahtlos weiter. Wer das Spiel also auf dem Schirm hat, sollte sich den ersten Teil ansehen (auf den gängigen Plattformen wie Steam oder GOG zu finden).

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Über den Autor:

Alexander Bohn-Elias

Alexander Bohn-Elias

Stellv. Chefredakteur

Alex schreibt seit 2001 über Spiele und war von Beginn an bei Eurogamer.de dabei. Er mag Highsmith-Romane, seinen Amiga 1200 und Tier-Dokus ohne Vögel.

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