Die 10 spannendsten Games für 2020: Das ist die Top 10 des Vorfreude-Countdowns

Und? Ist Cyberpunk auf der 1? (Spoiler: Ja, ist es.)

Kein Grund lange drumherum zu reden: Das hier sind die zehn Spiele, auf die wir uns am meisten freuen, mit größter Sorge blicken und aller Wahrscheinlichkeit nach am wenigsten überrascht sein werden:

Hier findet ihr die anderen Artikel zum Thema:

10. Elden Ring (Froom Software, PC, PS4, Xbox One, 2020)
Elden Ring bei Gamesplanet.com auf die Merkliste setzen.

Martin: Es wird das nächste Dark Souls. Nicht im dem Sinne, dass es so ein Game Changer wird, wie es die ersten beiden Souls damals waren, nicht im Sinne von Sekiro, das ein anderes Spiel ist, nicht im Sinne von Nioh 2, das versucht das letzte Dark Souls zu werden - woran es nicht auszusetzen gibt -, nein, Elden Ring dürfte Dark Souls 4 im Geiste sein und nach einer Phase des leichten Überdrusses bin ich nun wieder bereit dafür. Genug neue Impulse sollten durch den bekannten Co-Autor dabei sein, Del Toro hat sicher auch was beizutragen. Ja, ich bin bereit, mehr als, ich kann es gar nicht erwarten und wenn es nicht 2020 kommt, dann schreibe ich das im Januar 2021 halt noch einmal.

Alex: Schwieriger Fall: Dark Souls 3 war ohne Tadel. Zugleich merkte man eine gewisse Souls-Müdigkeit sich über das mittlerweile zu vertraute Prozedere legen. Umso gespannter darf man sein, ob From Software das ebenso empfand und was man dagegen zu tun gedachte. Die Abkehr vom Souls-Universum und die Kollaboration mit Guillermo Del Toro könnte schon ein gutes Anzeichen sein, das hier einiges anders laufen wird - und Sekiro war ja ebenfalls eine Dehnübung, die bewies, dass sich dieses Team noch in zig andere Richtungen strecken kann. Allerdings dürfte Bandai Namco so langsam mal mit erstem Gameplay-Material bei der Hand sein.

9. Watch Dogs 3 - Legion (Ubisoft, PC, PS4, PS5, Stadia, Xbox One, Xbox Series X, 2. Jahreshälfte 2020)
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Martin: Musste ja verschoben werden, der Brexit wurde ja auch verschoben. Muss ja zusammenpassen.

Benjamin: Puh, Teil drei schon ... ich spiel 2020 stattdessen Teil zwei. Vielleicht.

Markus: Das Kernfeature - viele unterschiedliche Charaktere (evtl. auch alle?) mit individuellen Fähigkeiten für den Widerstand zu rekrutieren, sie zu Leveln und mit ihnen dann Missionen auf unterschiedliche Herangehensweise zu absolvieren - hört sich schon mal recht interessant an (die Attentäter-Oma wird auf jeden Fall rekrutiert). Hoffentlich wird das Ganze aber nicht zu generisch.

Alex: Wird es Ubisoft gelingen, die Illusion einer Stadt voller individueller NPCs aufrecht zu erhalten? Ich habe so meine Zweifel, freue mich aber trotzdem irrsinnig auf den Versuch. Ich mochte schon den zweiten Teil sehr gerne und diese Sorte von Ambitionen gibt es in der Open World viel zu selten.

8. Ghost of Tsushima (Sucker Punch Productions, PS4, Quartal 2/3 2020
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Benjamin: Sieht cool aus, könnte was werden. Ich bin interessiert und habe ein Auge drauf. Bin schon mal froh, dass es nicht so herausfordernd wie Bloodborne beziehungsweise Dark Souls werden soll, dass macht es für mich interessanter.

Martin: Das Szenario gibt alles Mögliche her, das technische Talent von Sucker Punch auch, wird wieder nett bis sehr nett werden. So wie alle Games von denen. Aber wusstet ihr, dass es auf realen Begebenheiten basiert? Diese Insel und die Gebiete dahinter wurden zu der Zeit wirklich von Mongolen angegangen. Auch, dass die Japaner erst nicht mit der Kriegsführung der Mongolen klarkamen ist wahr, denn während japanische Kämpfer bis dahin praktisch exklusiv untereinander Krieg führten und dafür fast ausschließlich zu Kämpfen Mann gegen Mann auch während einer Schlacht herausforderten, rollten die Mongolischen Einheiten in geschlossener Formation über solche Spielchen hinweg.

Die Katanas zu der Zeit waren gegen die Rüstungen der Invasoren ungeeignet, es war auch das erste Mal, dass die Japaner mit Schwarzpulver-Bomben konfrontiert wurden. Am Ende jedoch hatte es die japanische Seite deutlich leichter Nachschub zu bekommen und die mongolischen Krieger, oft Reiter und Bogenschützen, konnten bei Schiffkämpfen und bei Überfällen durch japanische Samurai ihre Stärke nicht ausspielen. Das Ganze dauerte nur ein paar Wochen und ein Großteil der flüchtenden mongolischen Flotte sank dann auch noch in Stürmen. Das große Bedrohungsszenario des Spiels war im Großen und Ganzen für die japanische Seite also mehr ein kleiner militärischer Schluckauf an der Grenze und für die Mongolen ein fester Grenzmarker, den sie einmal mehr ein paar Jahre später verschieben wollten, aber erneut kläglich scheiterten. Jetzt habt ihr auch noch was gelernt, bevor wir uns dann später an einer sicher eher losen Interpretation des Geschehens erfreuen werden.

Alex: Ich gebe zu, mein Enthusiasmus hierfür ist ein wenig verhaltener, als er nach dem bisher gesichteten Material eigentlich sein müsste. Sucker Punch macht die wohl kompetentesten Open-World-Superkräftespiele, die man kriegen kann, schwang sich in deren Rahmen aber auch selten zu echter, zeitloser Größe auf. Tsushima könnte dieses Spiel sein, bei dem man nicht länger nur mit Wasser kocht, sondern das gewisse Etwas fand. Zudem ist das Szenario einfach himmlisch schön nachempfunden.

Markus: Auch wenn die Handlung eine andere ist, erinnert die Optik doch sehr an Sekiro: Shadows Die Twice, das für mich eines der Highlights 2019 war. Vermutlich geht es mir da nicht alleine so - also zumindest das, mit der Ähnlichkeit - daher muss sich Sucker Punch dem direkten Vergleich wohl auch stellen, wenn es soweit ist. Zumindest vom Schwierigkeitsgrad her wird es wohl schon mal keine solch harte Nuss, was es für die breite Masse zugänglicher machen dürfte. Ich bin gespannt.

7. Final Fantasy 7 Remake (Square Enix, PS4, 10. April 2020)
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Martin: Na super, bringen sie wieder mal die Heilerin um? Nun, diesmal bin ich vorbereitet und kaufe vorher ein paar Tränke extra. Vielleicht kommen wir auch gar nicht so weit, das war ja ein paar Stunden ins Spiel rein und das ist ja nur Teil 1 von Teil 7. Überhaupt bin ich der Meinung, so nett und relevant für den Generationswechsel damals Nummer 7 auch war, die Zeit und Energie, die hier einfließt hätte in ein neues Spiel gehen sollen. So toll war die Story damals nun auch nicht und das Spiel selbst ist eh schon fast ein anderes. Vielleicht sogar ein Besseres. Ach egal, ich kann den ganzen Tag über jedes einzelne Final Fantasy ab Teil 7 rumnörgeln, aber am Ende habe ich sie alle ausgiebig gespielt und meinen Spaß gehabt. Wird schon gut werden.

Alex: Bin gespannt, ob Cloud auch im Remake so unsympathisch wirkt. Aber ich gebe zu, Final Fantasy 7 übte damals eine gewisse Faszination auf mich aus, der ich mich nur schwer entziehen konnte. Dieses Remake ist trotzdem eines der riskanteren, wenn man bedenkt, wie legendär das Original doch ist.

Benjamin: Ich bin seit der letzten gamescom sehr interessiert, aber ich bezweifle, dass ich es auf der PS4 spielen werde. Und warum muss es ein Jahr lang PS4-exklusiv sein? Ich hoffe auf eine spätere Xbox-Version.

Markus: Remakes sind gerade voll im Trend, da ist es kein Wunder, dass man dem wohl besten Teil der FF-Reihe neu aufpoliert. Wenn Square Enix das auch nur halb so gut gelingt, wie Capcom bei Resi 2 (und danach sieht es bislang aus), dürfte dieses Remake ein Erfolg werden.

6. Resident Evil 3 Remake (Capcom, PC, PS4, Xbox One, 3. April 2020)
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Alex: Der dritte Teil ist nicht annähernd so gut wie der zweite - darüber hatten wir ja schon gesprochen. Gerade deshalb freue ich mich auf das Remake besonders, denn offenbar hat Capcom an extrem vielen Schrauben gedreht, um das Spiel auf eine neue Stufe zu heben. Dazu die exzellent austarierten Basics des letzten Remakes und ich kann vermutlich endlich meinen Frieden mit Teil drei schließen.

Benjamin: Der Vorgänger war euer Spiel des Jahres und das brachte mich dazu, ihn mir letztens zu kaufen. Ich denke zwar nicht, dass ich ihn vor diesem Remake hier durchspielen werde, aber das sieht auch so schon ziemlich gut aus. Bei der diesjährigen Wahl zum Spiel des Jahres hat es das Remake aber bestimmt schwerer.

Markus: Nach dem Erfolg des Resi 2 Remakes sind die Erwartungen hier natürlich hoch, es scheint aber mindestens genauso gut zu werden, da Capcom mit der gleichen Ernsthaftigkeit an die Sache herangeht. Interessant klingt auch der von NeoBards entwickelte Multiplayer-Modus, der ja eigentlich mal als Stand-Alone-Title geplant war und hier nun on Top dazukommt. Ich bin jedenfalls guter Dinge, dass das Resi 3 Remake ganz ordentlich wird.

Martin: Wenn ich das jetzt dann spiele, kann ich sagen, dass ich Resi 3 auch gespielt habe? Das ist nämlich der einzige Teil, den ich nie angefasst hab. Wie viel anders wird es wohl werden? Spielt es eine Rolle? Gibt es genug gute Horror-Spiele? Wenigstens sind es nicht nur Zombies. Ich hasse Zombies.

5. Halo: Infinite (343 Industries / SkyBox Labs, PC, Xbox One, Xbox Series X, 4. Quartal 2020)
Halo: Infinite bei InstantGaming.com vormerken.

Martin: Wenn Sie das Flair der damaligen ersten Halo-3-Teaser mal in ein Spiel bekommen würden, dann wird das ganz groß. Aber es wird wieder nur ein Halo-Spiel werden. Alles andre würde mich so sehr überraschen, wie es das Halo 1 damals geschafft hat. Und das war eine ziemlich große Überraschung.

Benjamin: In bin gespannt, was 343 Industries hier aus dem Hut zaubert und inwiefern es die Hardware der neuen Xbox Series X ausnutzt. Nach Halo 5 erwarte ich wieder mehr vom Master Chief. Ob es sonst große Revolutionen beim Gameplay geben wird? Ich vermute eher nicht.

Alex: Nicht, dass wir wüssten, was Halo Infinite eigentlich ist - ob nun Service Game (weil "Infinite") oder "nur" der sechste Teil der Reihe -, aber es wird schon nach den kurzen Teasern klar, was es auf jeden Fall sein will: Eine Erinnerung an den Moment, der einem 2001 auf der ersten Xbox die Beine unterm Hintern wegzog. Die Landung auf einer Welt auf dem Inneren eines galaktischen Rings, bei der man sich jederzeit sicher war, irgendwann vielleicht mal von der anderen Seite auf den Ort hinunterspucken zu können, an dem man sich gerade befand. Es ist bis heute eine der faszinierendsten Skyboxen überhaupt.

Die Natur dieses Gestirns, sein Geheimnis (das zugegebenermaßen interessanter war als die Auflösung), ist der Grund, warum viele Halo bis heute idealisieren, nicht der Master Chief, nicht Cortana. Sicher: Bungie baute die beste Steuerung für Shooter auf Konsolen, setzte Maßstäbe beim Kampfdesign und Gegner-KI. Aber der Hintergrund, vor dem das alles passierte, war zumindest mir unfassbar wichtig. Dasselbe Spiel als Space Marine in grau-stählernen Raumschiffbäuchen, wäre einfach nicht das gleiche. Deshalb bin ich froh, dass Infinite offenbar mal wieder eine Ringwelt in den Vordergrund rückt.

Markus: Nachdem Halo: Infinite als Launch-Title für die Xbox Series X bestätigt wurde und Bonnie Ross bei seinen Weihnachtsgrüßen mitgeteilt hat, dass "2020 das größte Jahr aller Zeiten für das Halo-Franchise" wird, erhofft man sich hier natürlich einen neuen Meilenstein. Mal sehen, ob man den geweckten Erwartungen auch gerecht werden kann.

4. Dying Light 2 (Techland, PC, PS4, Xbox One, verschoben auf unbestimmtes Datum 2020)
Dying Light 2 bei Steam auf die Wunschliste setzen.

Alex: Techland beherrscht den mehr oder weniger fließenden Wechsel zwischen entspanntem Zombieschlachten und panikartigen Wegrennen mittlerweile so perfekt, dass das optimale Untoten-Überlebensspiel im Grunde nur noch Formsache ist - und sie holen sich trotzdem noch mit Chris Avellone einen der besten Autoren ins Boot, um eine sich weit verzweigende Geschichte zu schreiben, die der Spieler auf viele kleine und große Art beeinflussen darf. Das hier ist so viel ambitionierter, als es vielleicht den Anschein hat und eines der spannendsten Sequels, die mir je untergekommen sind.

Martin: Zombies, immer Zombies. Coole Welt, spannende Gameplay-Umbauten, nette Parcours-Mechaniken, aber warum zur Hölle immer diese öden Zombies.

Benjamin: Mein Interesse an Zombie-Spielen hält sich aktuell - bis auf wenige Ausnahmen - in Grenzen. Und bisher sah ich hiervon nichts, was diese Meinung geändert hatte.

Markus: Für mich am Interessantesten sind die scheinbar gigantischen Auswirkungen der Entscheidungen, die man im Verlauf des zweiten Teils trifft. Der Trailer mit der versunkenen Stadt, die man zwar entwässern und damit einen ganz neuen Teil der Spielwelt begehbar machen kann, dafür aber auch neue Gefahren auf die Welt loslässt, hat das ganz zumindest schon mal gut demonstriert. Stellt sich nur die Frage, ob solch gewichtige Entscheidungen auch ausreichend vorhanden sind und es nicht nur bei der einen bleibt.

3. Doom Eternal (id Software, PC, PS4, Stadia, Xbox One, Nintendo Switch, 20. März 2020)
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Martin: Ein paar Stunden Spielzeit später: Ja, ich liebe den Reboot-Stil. Doom Classic ist einer der ältesten Shooter und spannenderweise einer der wenigen aus dieser Früh-Ära, den ich heute noch uneingeschränkt empfehlen kann. Doom 16 ist deutlich mehr Tempo, Linearität und im Arcade-Modus noch mehr Tempo. Das ist der Punkt, an dem Eternal ansetzt und weiter aufs Gas drückt. Jeder Kampf ist ein mehrminütiger Adrenalinkick, schließlich müsst ihr immer in den Nahkampf, um genug Ressourcen zu bekommen. Das kann schon mal schlauchen. Aber wenn es so gut umgesetzt ist wie hier, dann kann ich nicht genug davon bekommen. Also ja, ein gutes Stück weg von dem, was Doom einmal war, aber ein Action-Trip, wie es ihn dieses Jahr kein zweites Mal geben wird.

Alex:: Was für ein Massaker an Augen und Ohren das hier doch ist! Und ich meine das auf die beste denkbare Art. Dabei ist Doom Eternal nur auf den ersten Blick so gradlinig. Diverse Upgrade-Pfade - diesmal keine Pistole - samt weiteren Verbesserungen für jede einzelne Waffe, erstaunlich akrobatische Fortbewegung mittels Doppelsprüngen, Greifhaken und Tomb-Raider-artigem Schwingen an praktischen Reckstangen und nicht zuletzt ein Ressourcenmanagement, bei dem man für bestimmte Kills auch bestimmte Goodies bekommt. Im Grunde ist das hier die Sorte Bauch-Spiel, bei der man nicht viel nachdenken sollte - aber es gibt gerade genug Impulse, dass der Kopf doch immer ein bisschen mitspielt. An Shootern werde ich dieses Jahr nicht viel anderes brauchen als diesen hier.

Benjamin: Pures Ballern aus der Ego-Perspektive, manchmal braucht es nicht mehr als das und auch keine ausgefeilte Story. Wenn es so gut wie der Vorgänger wird, steht uns hier eines der Shooter-Highlights des Jahres 2020 bevor.

Markus: id Software legt nach dem Reboot noch ein paar Schippen nach und liefert einige interessante Neuerungen wie dem Battle Modus... wer wollte nicht schon mal einem Doom-Slayer das Leben als Dämon schwermachen?

2. The Last of Us 2 (Naughty Dog, PS4, 29. Mai 2020)
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Alex: Ich gebe zu, für mich kommt das hier nur knapp nach dem ersten Platz. Teil eins und sein wundervoller DLC waren zwei der eindringlichsten Spieleerfahrungen der PS3-Generation. Ich liebte sogar das Gameplay, bei dem kein Kampf - nicht einmal derselbe Kampf - gleich verlief, was man anhand des hohen Schwierigkeitsgrades und der schnellen Tode, die man bisweilen starb, gut selbst prüfen konnte. Gerade ein bestimmter Fight gegen eine Gruppe Banditen, den ich mehrmals angehen musste, war jedes Mal wieder komplett anders. Auch die Tatsache, dass das Spiel einen spannenden Spagat zwischen überlegtem Ressourcensparen und dem blitzschnellem, spontanen Einsatz von Joels Mittel schlug, gefiel mir extrem. Und dann ist da die Geschichte, deren Fortsetzung - und vermutlichen Abschluss - ich kaum erwarten kann.

Vor allem, weil hier wirklich alles nach Geschichte aussieht: Unter ein Auto zu kriechen und mit gezogener Waffe zu warten, dass ein Gegner sich zu mir hinunterbeugt; ein brutaler und an die Nieren gehender Zweikampf mit einem kahlgeschorenen Irren; eine Flucht unter Beschuss, bei der jeder Streifschuss den sengenden Schmerz, den Ellie verspüren muss, bestens an den Spieler weiterreicht. Es ist ein großes Erlebnis und das zeichnet diese Reihe aus.

Martin: Oh cool, die emotionale Anbiederung geht weiter. Der beste Beweis, dass man schlechtes französisches Kunstkino mit Mainstream Budgets und Explosionen sinnfrei zusammentackern kann. Ich weiß, ich mache mir hier keine Fans und ihr solltet diese Worte sicher nicht auf die Goldwaage legen, aber während ich kein Problem damit habe, dass Nathan Drake und seine Kumpels zig hundert Bösewichte ins Jenseits befördern, hat mir das hier den Vibe für diese Spielwelt ruiniert. Ich hatte ehrlich gesagt den Eindruck, dass die beiden einen deutlich höheren Bodycount produzieren als die Seuche, von der man wenig mitbekam. Das größte Problem der Welt schienen anarchische Räuberbanden und weniger Pilz-Zombies zu sein, so zumindest mein Eindruck. Okay, genug auf ein Spiel gebasht, bei dem ich auch nicht den Controller bis zum Ende weglegen konnte - um mich dann über das Ende aufzuregen, aber dazu mehr an einem anderen Tag.

Und Teil 2? Ich hoffe auf atemberaubende Technik, mehr Giraffen und mehr gute Action. Höhere Ansprüche habe ich hier nicht.

Benjamin: Hey, das wäre doch mal ein guter Anlass, um den ersten Teil nachzuholen, oder?

Markus: Wie vermutlich jeder, der den ersten Teil gespielt hat, wollte auch ich wissen, wie sich die Geschichte in der Zombieverseuchten Welt von Ellie und Joel weiterentwickelt. Nun, wir werden es bald erfahren, denn die Handlung von Teil 2 setzt nur wenige Jahre nach dem Ersten ein. Diesmal steht aber weniger das Überleben der Horden von Cordyceps-Zombies und das Erreichen eines sicheren Ortes auf dem Programm, sondern ein tödlicher Rachefeldzug, den diesmal auch nicht Joel, sondern Elli austrägt. Die beiden tauschen also ihre Rollen aus dem ersten Teil, was auch spielerische Unterschiede mit sich bringt (Ellie ist mobiler, kann springen, ausweichen und kriechen etc). Was man aus dem bisher veröffentlichten Material ableiten kann, ist, dass die Kämpfe und Gegner wohl noch intelligenter und damit schwieriger, die Welt noch ein beeindruckender und lebendiger werden und einige moralisch verwerfliche Entscheidungen mit sich bringen.

1. Cyberpunk (CD Projekt Red, PC, PS4, Stadia, Xbox One, 17. September 2020)
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Martin: Es wird der feuchte Traum der Kindheit als wir Blade Runner guckten, Neuromancer lasen und Shadowrun spielten, dass es eines Tages vielleicht mal so ein Spiel geben würde. Ob es nach unseren heutigen Maßstäben, das Ding wird, das Gameplay-seitig neue Maßstäbe setzt? Ich bezweifle es ein wenig. System Shock definierte die Dreifaltigkeit aus Schleichen, Hacken und Schießen, irgendwann wurde es mit Reden ein Quartett und es sieht nicht danach aus, dass Cyberpunk davon abweichen wird. Das ist aber nicht weiter wild, denn in diesem Falle ist es der detailverliebte Eindruck der Welt, die eine Repräsentation dessen zu werden scheint, was es bis dahin nur in der eigenen Vorstellung auf dem Papier der Regeln und Charakterbögen gab. Deus Ex Reboot mit dem Faktor 10 drauf. Glaube ich, dass die Verschiebung was mit den alten Konsolen zu tun hat? Sicher, warum nicht. Dann wiederum haben diese Leute den Witcher brauchbar auf die Switch gebracht, da werden sie doch ein Cyberpunk brauchbar auf die PS4 Pro kriegen. Wird schon werden.

Alex: Jetzt also doch erst im Herbst. Ich warte gern. Nicht generell, aber hierauf - vor allem wegen dieser Spiele. Es ist lange her, dass ein Titel derart geheimnisumwoben auf mich wirkte - und das, wo CD Projekt Red eigentlich nicht mit Querschnitt-Videos und imposanten Trailern geizt. Was Cyberpunk für mich dieses Jahr auf die Pole Position hievt, ist die Tatsache, dass alles danach aussieht, als hätten sie einen Weg gefunden, auch ihre verzweigten Dialogsequenzen mit filmreif inszenierter Spannung zu spicken - ihr erinnert euch vielleicht an das Gespräch mit der Funktionärin und ihren Schlägern, als man das gesamte Gespräch hindurch die Option hatte, nach der Waffe eines ihrer Bodyguards zu greifen ... Das ist etwas, an dem Rollenspiele seit jeher krankten, wenn NPC wie Spielfiguren selbst emotionalste Monologe wie steife Schaufensterpuppen runterrattern. Hier könnten die Gespräche fast durchinszenierte Zwischensequenzen sein und das wirkt einfach unfassbar immersiv und nahtlos auf mich. Und das ist nur eine Facette, die mich fasziniert. Der Rest ist das Spiel nach The Witcher 3. Wie aufregend ist das denn bitte?

Benjamin: Nach The Witcher 3 hab' ich da schon Lust drauf, sieht auch ziemlich gut aus. Ich weiß aber nicht, ob ich mir das nicht lieber für die Next-Gen aufhebe. Ich kann mir nicht vorstellen, dass es davon keine verbesserte Version für die neuen Konsolen geben wird.

Markus: Es wird wohl die größte neue IP des Jahres und nein, ich bin nicht gehypt *zur Cyberpunkt 2077 Statue im Regal schau*... ok, wem will ich was vormachen, ich will es spielen. Jetzt. Sofort!!!

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Martin Woger

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