Warten auf das Resident Evil 3 Remake - Platz 5: Code Veronica

Die fünf besten Resident Evil.

Vor ein paar Wochen noch kam es mir noch so vor, als wäre das Remake Resident Evil 3 gefühlt mehr oder weniger direkt um die Ecke. Und jetzt gucke ich für den Artikel nochmal auf den Release-Kalender und mir wird beinahe schlecht. Bis Anfang April soll ich hierauf noch warten? Danke für nichts!

Vielleicht ist die Vorfreude auch übertrieben, wenngleich ihr mir auch ein paar gute Gründe einfallen, warum Resident Evil 3 Remake vor allem eine Chance ist, aber mit der Verschiebung so vieler Titel erscheint mir der Frühling momentan ein wenig leer.

1
Zwei Monate. Werde ich wohl überleben.

Sei es drum. Ich hatte schon länger geplant, meine Top fünf der Resident-Evil-Spiele noch einmal Revue passieren zu lassen und dafür ist die etwas verschlafene Zeit kurz nach dem Jahreswechsel im Grunde optimal. Als Faustregel gilt: sofern das Remake oder HD-Update nicht schlechter ist als das Original, steht stellvertretend immer die aktuellste Inkarnation eines Titels in dieser Liste. Mehrfachnennungen eines Serieneintrags in unterschiedlichen Versionen spare ich mir.

Den Rest der Top 5 Resident-Evil-Spiele findet ihr hier:

Resident Evil: Code Veronica (Dreamcast, 2000, Gamecube, PS3, Xbox 360 später)

Zugegebenermaßen bin ich als Early Adopter von SEGAS legendär guter letzter Konsole sicher nicht ganz objektiv, aber Code Veronica, ein bis heute etwas untergegangener Serieneintrag hat einen festen Platz in meinem Herzen. Aus heutiger Sicht ist es nicht gerade optimal zu spielen, das sehe ich ein. Aber es ist auch die wohl am perfektesten ausformulierte Version des klassischen Resident Evil, Panzersteuerung und feste Kamerawinkel inklusive, wenngleich hier dank der in Echtzeit gerenderten Umgebungen die Kamera sogar kippen und ein wenig mit der Figur mitfahren darf und das auch regelmäßig effektvoll tut.

Code Veronica war ein interessanter Hybrid aus klassischem Spielablauf und dem letztendlichen Reboot durch Teil vier, eine Art Halbschritt-Evolution, die durchaus frisch und nur ein bisschen orientierungslos wirkte. Damals war uns egal, dass schon ein bisschen Augenwischerei dabei war, wollte man das hier wegen Echtzeithintergründen, Dual-Wielding und John-Woo-Zwischensequenzen als die wahre Zukunft der Reihe hinstellen. Seit 1996 hatten wir schließlich bereits drei Spiele nach mehr oder weniger unverändertem Strickmuster erlebt und so wassertretend der Schwenk Richtung 3D-Umgebungen letztlich auch war, weil man all den mehr oder weniger Rest beibehielt, so froh waren wir über diesen ersten Versuch, die Power der neuen Konsole auch halbwegs angemessen auszureizen.

Vor allem aber war es die Tatsache, dass Code Veronica dem zweiten Teil fortsetzte, die es zu etwas Besonderem machte. Denn Claire Redfield macht genau mit dem weiter, weshalb sie im zweiten Teil überhaupt in den ganzen Schlamassel gezogen wurde: ihren Bruder Chris suchen. Die Fans sind sich bis heute nicht einig, ob das Dreamcast Spiel nicht doch der eigentliche Teil drei hätte sein sollen, ist im Grunde auch egal. Aber Claires Geschichte nach einem der besten PSone-Spiele weiterführen zu dürfen, das war damals reizvoller, als in Teil drei zu erleben, was auf dem B-Schauplatz vor den Geschehnissen des zweiten Teils passierte.

4
Es ist genug für alle da!

Das Spiel selbst geht trotz seiner Länge von deutlich über zehn Stunden sowohl im Vorwärtsgang als auch im Backtracking ein gutes Tempo und stellte viele alte Resi-Weisheiten in Frage - seit wann können Zombies Treppen steigen?! Die Schauplätze waren eine nette Abwechslung und noch heute ruft es gut das typische Resi-Gefühl des Ausgeliefertseins wieder wach. Und natürlich muss man darüber sprechen, dass Code Veronica das erste Resi war, in dem die Macher so langsam ein wenig sehr freidrehten, was die Mythologie des T-Virus' und Umbrellas anging. Für den einen oder anderen sicher ein Scheidepunkt, an dem das Maß der Verrücktheiten das erste Mal gehörig überzulaufen drohte. Einen Charakter wie Alfred Ashford bekommt man schließlich nicht alle Tage zu sehen. Ich liebte und liebe all den Wahnsinn, den Code Veronica in seinen beklopptesten Zwischensequenzen zelebriert.

Resident Evil Code Veronica ist heute sicher nicht mehr so aufregend wie damals, als uns aus dem geöffneten GD-Deckel der Dreamcast der Wind des Neuen um die Nase wehte. Und spielerisch drängt es sich direkt nach Resident Evil 3 förmlich als nächstes für ein Remaster auf - auch wenn ich nicht genau weiß, wie man Alfreds ... Ding mit seiner Schwester in heutzutage rüberbringt, ohne entweder gewaltig seltsam oder transphob rüberzukommen. Nun gut, die überzogenen, B-Movie-artigen Stimmen wären ohnehin einer der Punkte, die ich als erstes überarbeiten würde. An meiner Liebe zu Code Veronica kratzt das ebenso wenig wie seine Sackgassen-Ideen, die genau für dieses eine Spiel und kein anderes mehr gut waren. In meinen Augen ist das hier ein Klassiker, den Capcom in jedem Fall neu auflegen sollte, noch bevor man sich an die offensichtlicheren Kandidaten macht.

Links zu Angeboten und Anbietern auf dieser Seite können sogenannte Affiliate-Links sein. Mit einem Kauf über einen dieser Links unterstützt ihr Eurogamer.de. Wir erhalten vom Anbieter eine kleine Provision.

Zu den Kommentaren springen (26)

Über den Autor:

Alexander Bohn-Elias

Alexander Bohn-Elias

Stellv. Chefredakteur

Alex schreibt seit 2001 über Spiele und war von Beginn an bei Eurogamer.de dabei. Er mag Highsmith-Romane, seinen Amiga 1200 und Tier-Dokus ohne Vögel.

Weitere Inhalte

Weitere Themen

Kommentare (26)

Die Kommentare sind nun geschlossen. Vielen Dank für deine Beiträge!

Verstecke Kommentare mit niedrigen Bewertungen
Sortierung
Threading