Warten auf Resident Evil 3 Remake - Platz 4: RE7 und die Familie aus der Hölle

Die fünf besten Resident Evils.

Ist das wirklich schon eine Woche her, dass ich über das in meinen Augen fünftbeste Resident Evil sinnierte? Die Zeit fliegt dieser Tage wirklich. Wenn das so weitergeht, haben wir in gefühlten zweieinhalb, drei Wochen Resident Evil 3 Remake auf dem Tisch und alles ist gut. Ich bilde mir dann ein, dass diese Artikelreihe dazu beigetragen hat, die Wartezeit ein wenig zu verkürzen. Mission Accomplished ... oder so.

Auch in diesem Artikel gilt wieder: Seht ihr die Platzierung anders? Was spricht gegen diese Wahl auf Platz vier, was würdet ihr an dieser Stelle sehen und was waren eure Erfahrungen mit Resident Evil 7? So wichtig alle Welt mit ihren Listen immer tut, so sehr sollen sie doch auch ein Aufruf zu Diskussionen und zum Austausch in der Community sein - und seht ihr etwas anderes auf Platz vier, dann ist das eben so (auch wenn ihr selbstverständlich falsch liegt).

Den Rest der Top 5 Resident-Evil-Spiele findet ihr hier:

Resident Evil 7 und das Pech, das Comeback nach Resident Evil 4 zu sein

Es ist nicht ganz fair, einer Legende wie Resident Evil 4 nachzufolgen, oder? Ich meine, wenn es darum geht, wo man als Reboot rangiert, kann es einen durchaus besser treffen, als mit Leon Kennedys Ausflug in die spanische Biowaffen-Pampa in den Ring zu steigen. Das Spiel ist bis heute der Inbegriff des perfekten Neustarts, eines mächtigen Befreiungsschlages, der sich auch nicht scheut, den einen oder anderen Fan direkt ins Gesicht zu treffen und der vielleicht auch deshalb so verwegen und aufregend wirkt. Wie gesagt: wenn man von dieser Leistung überstrahlt wird, ist es nicht einmal die eigene Schuld.

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Für mich markiert Resident Evil 7 dabei fast noch einen wichtigeren Punkt in der Seriengeschichte. Denn wenn man ehrlich ist, führte auch der von Resident Evil 4 eingeschlagene Weg wieder in eine Sackgasse, die die Form des beinahe katastrophalen Teil sechs und des noch schlimmeren, weil belangloseren Revelations 2 annahm. Diesen Karren zog Resident Evil 7 mit links aus dem Dreck und wirkt dabei gleichzeitig auch bestens für die Zukunft gerüstet. Es wundert nicht weiter, dass Capcom offenbar trotz der Erfolge von Resident Evil 2 Remake und sicher auch der Neubearbeitung des dritten Teils an der First-Person-Sicht für Teil acht festhalten will.


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Vor allem aber wirkte Resi 7 schon vor seinem Release unfassbar zeitgemäß und verspielt, weil Capcom so einigen extrem cleveren Schabernack mit der Demo trieb. In häufigen Updates trieb der Entwickler die Spekulierfreude der Fans mit verschrobenen mehrstufigen Rätseln und Hinweisen auf einen kollektiven Siedepunkt, der so nur Ende der 10er Jahre erreicht werden konnte. Man sah den Entwicklern fast in Echtzeit dabei zu, mit welcher Freude sie sich den Kopf darüber zerbrachen, das Spiel involvierter und verspielter zu designen. Und am Ende? Da kam ein passend dazu immens modern wirkendes Spiel heraus.

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Der Perspektivwechsel wirkte Wunder, das Erlebnis neuer und unmittelbarer zu gestalten, ohne dass Befürchtungen sich bewahrheiteten, dass der Ablauf auf diese Weise zu sehr in Richtung Action abdriften würde. Im Grunde rückte man nur die Kamera in den Kopf der Spielfigur hinein, damit der Horror dem Spieler nun noch direkter und näher ins Gesicht blicken konnte. In den engen Fluren und niedrigen Kellern des Baker-Anwesens erzeugte zudem das eingeschränkte Sichtfeld eine Klaustrophobie und ein Gefühl, von "was passiert gerade hinter mir", die einfach bestens zur Serie passten. Und dann hätten wir nicht mal darüber gesprochen, wie übelst gut das hier in VR wirkt (bitte auch am PC mit Touch Controllern umsetzen. So langsam wird es Zeit, Capcom!). Allein dieses Erlebnis war die Umstellung schon wert.

Gleichzeitig ließen weite Teile und diverse Schlüsselelemente des Spiels keinen Zweifel daran, um welche Serie es sich handelte. Die Art, wie die Feinde auf Beschuss reagieren, das Inventar, die Interaktionen mit der Umgebung, die seltsamen Rätsel und ... nun ja ... die exotische Schlüssel-Schloss-Logik sind allesamt eindeutig identifizierbare Merkmale Resident Evils. Und das Gefühl, sich aus einem abgeschlossenen Spukhaus herauszupuzzeln, kommt Serienveteranen auch wunderbar vertraut vor. Die Einbindung der Handlung in den Gesamtkontext, die vielen Anspielungen an die bisherigen Teile der Reihe ... Wenn man erst einmal über die neue Perspektive hinweg ist, unterscheidet Resident Evil 7 in erster Linie seine Tonalität, die deutlich finsterer, dreckiger und auch profaner angelegt ist, vom Rest der Serie.

Die Stars sind eindeutig das Haus und ihre Bewohner. Damit sind natürlich nicht die Molded gemeint, die zu den langweiligeren Feinden der Resi-Geschichte gehören, sondern die Bakers, die "evil residents" dieses Hauses, wenn ihr so wollt. Jede einzelne Begegnung mit den wahnsinnigen Familienmitgliedern ist erinnerungswürdig. Selbst wenn sie mal nicht zugegen sind, spürt man ihre Präsenz und fürchtet den nächsten Überraschungsauftritt von Jack, Marguerite, Zoe oder Lucas. Sie sind nicht die kreativen, aber namenlosen und deshalb austauschbaren Monster, die man sonst so von der Serie kannte, sondern Charaktere auf der anderen Seite der Geschichte. Ihr Geheimnis Raum für Raum zu entschlüsseln, erzeugte eine morbide Sogwirkung, die die Familie zu einem der interessantesten Resident-Evil-Antagonisten machte.

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Resident Evil 7 und die Intensität, mit der man es erlebte, sind natürlich auch zum großen Teil ein Produkt der Umstände. Es ist ein allein schon in seiner Kompetenz überraschendes Spiel, weil die direkten Vorläufer genau die nicht an den Tag legten, zehrt gewaltig von einschlägigen Indie-Experimenten in Sachen Ego-Horror, die mehr oder weniger direkt vor ihm kamen. Und nicht zuletzt profitierte es auch von dem Wunsch vieler Horror-Freunde, dass aus P.T. irgendwann doch noch ein vollwertiges Spiel werden würde. Für mich war es das richtige Spiel im richtigen Moment - und überzeugt mich trotzdem auch drei Jahre später noch ganz für sich genommen als eines der packendsten und schockierendsten Spiele der Serienhistorie. Das signalisiert für mich ganz gut, dass Resident Evil 7 seinen Platz unter den fünf besten Resis verdient hat.

Hier lest ihr mehr zu den Themen Horror, Survival und Action-Adventure.

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Über den Autor:

Alexander Bohn-Elias

Alexander Bohn-Elias

Stellv. Chefredakteur

Alex schreibt seit 2001 über Spiele und war von Beginn an bei Eurogamer.de dabei. Er mag Highsmith-Romane, seinen Amiga 1200 und Tier-Dokus ohne Vögel.

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