Warten auf Resident Evil 3 Remake - Platz 3: Resi 4 und die Neudefinition von Terror

Die fünf besten Resident Evils.

Weiter geht's mit unserem Countdown der fünf besten Resident-Evil-Spiele. Ich würde ja sagen, die Spannung steigt, aber mit jedem Titel, den ich hier auf dem fünfstufigen Siegertreppchen festzurre, wird ein wenig genauer umrissen, wie das Finale aussieht. Spätestens nächste Woche könnt ihr euch dann denken, ob sich Ende Februar Resident Evil: Operation Raccoon City das Krönchen aufsetzen darf, oder ob Umbrella Corps da nicht vielleicht doch noch ein Wörtchen mitzureden hat. Bleibt dran!

Aber selbst, wenn jetzt für den einen oder anderen ein wenig die Spannung raus sein sollte, wünsche ich euch viel Spaß beim Lesen meiner gesammelten Gedanken zur Bedeutung von Resident Evil 4 im Serienkontext. Das hier ist eines von den ganz Großen, die - je nachdem, wen ihr fragt - bei vielen unangefochten auf dem ersten Platz landen dürfte und ich muss zugeben, dass es auch bei mir am Ende Nuancen waren, die den Unterschied machten.

Den Rest der Top 5 Resident-Evil-Spiele findet ihr hier:

Panik? Ja, danke!

Auf meinem persönlichen Platz 3 sitzt also "das andere Comeback" dieser Reihe, das erschien, nachdem viele den Survival-Horror-Begründer in einer beidseitigen Sackgasse wähnten: Auf der einen Seite rannte das das Franchise gegen die Wand der eigenen Gewohnheiten (von 1996 bis 2000 erschienen immerhin vier reguläre Serieneinträge mit gewissermaßen unverändertem Ablauf), auf der anderen wusste man offenbar nicht so recht, wie man von der alten Konsolengeneration zur neuen durchbrechen sollte. Keine beneidenswerte Situation, in der Capcom da steckte.

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Der Ausweg lag in unermüdlicher Iteration, zunächst auf der PlayStation 2. Der erste Entwurf nahm 1999 seinen Anfang, wurde dann allerdings zu Devil May Cry umgemodelt, bevor die Entwicklung von RE4 auf dem GameCube 2001 neugestartet wurde. Diese Vision für die Zukunft der Reihe drehte sich um Leon S. Kennedy, der sich im europäischen Umbrella-Hauptquartier einen Virus eingefangen hatte und so nun nicht nur mit Zombies, sondern auch mit einem inneren Feind zu kämpfen hatte. Auch aus diesem Ansatz wurde nichts, denn später zeigte man eine andere, aber durchaus ähnliche Version des Spiels mit paranormalen Elementen und dem so genannten "Hook-Man"-Feind. Danach unternahm man sogar noch einen anderen Versuch, der aber nie der Öffentlichkeit gezeigt wurde - Mikami fand all diese Ansätze zu formulaisch und entschied, Resident Evil komplett neu zu denken.

Der Rest ist Geschichte. An den Augenblick, in dem man sich das erste Mal dem Scheiterhaufen in dem gottverlassenen spanischen Dorf nähert, erinnert sich jeder, der ihn damals erlebte. Schon mit dieser ersten prägenden Szene warf Teil vier all die so wertvolle Klaustrophobie der alten Teile aus dem Konzept, öffnete dem Spieler seine Arenen und gab ihm dennoch trotzig zu verstehen, dass er hier nirgends sicher sein würde. Über weite Teile von Resi 4 treten Paranoia und eine panikartige Rastlosigkeit an die Stelle der Platzangst von damals, die zwar hochkonzentriert daherkam, gegen die man sich im Laufe der letzten vier Titel aber eine gewisse Toleranz angeeignet hatte.


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Leon ist mit seinem durchschlagkräftigen, aufrüstbaren Arsenal, brauchbaren Nahkampfwaffen und QTE-Kontern wehrhafter als es je ein Resident-Evil-Charakter vor ihm war. Und doch fühlt man sich machtloser und überrumpelter von gewaltigen Gruppen an Feinden, die sich auf die gute Art dumm verhielten und mit beharrlichem Einkreisen die Spannungsschraube unerträglich anzogen. So stellten sie des Spielers Nerven und seine Fähigkeiten zur Mengenkontrolle auf eine Weise auf die Probe, die man zuvor nie gespürt hatte. Dazu schockierend drastische Tode, bei denen die Kamera besonders nah heranfuhr und die neue Perspektive. Die fühlte sich zugleich zeitgemäßer an und bewahrte sich trotzdem noch ein wenig von der Furcht davor, was just außerhalb und des Blickfelds so vor sich ging - oder besser auf Leon zu.

Wann immer man einen Fan bittet, seine Lieblingsmomente der Serienhistorie aufzuzählen, ist eine gute Handvoll von Highlights aus Resident Evil 4 dabei, so gut war das Spiel darin, seine durchaus lange Kampagne mit spielerisch intensiven und publikumswirksamen Höhepunkten zu durchsetzen. Die Zahl der Endgegner, die mir in meinem Leben dermaßen viel Respekt eingeflößt haben wie El Gigante bei seinem ersten Auftritt, kann ich an einer Hand abzählen. Bis heute erinnere ich mich an die Furcht davor, mich auf den See zu wagen, in dem der monströse Molch Del Lago wohnte oder an die Panik, die beim Knattern des Arbeitswerkzeugs des freundlichen Herrn vom Kettensägenservice verspürte. Die Liste lässt sich noch ein gutes Stück weiterschreiben, aber ihr wisst selbst am besten wovon ich rede.

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Schattenseiten gibt es wenige. Eine davon wäre, dass Resident Evil 4 ein guter Kandidat für dieselbe Remake-Behandlung wäre, wie Teil zwei und drei sie bekamen, denn zeitlos ist es rein spielerisch nicht (auch wenn es sich besser gehalten hat, als so manches andere Spiel aus dieser Ära). Auch ist das Pacing nicht komplett optimal, weil viel von der hinteren Hälfte in eine Eskortmission ausartet. Eine verhältnismäßig gute Eskortmission zwar, aber immer noch eine Eskortmission und der Spaß daran ist gewissermaßen irgendwo gedeckelt. Am Ende kann das die Freude an diesem immens wichtigen Spiel zwar nicht wirklich trüben - zu fordernd und pulstreibend gestalten Mikami und seine Leute durchweg die Feindbegegnungen, aber ich wollte es hier nicht unerwähnt lassen.

So oder so: Bis heute ist Resident Evil 4 eines der besten Spiele der Reihe und vermutlich der wichtigste Grund, warum wir uns auch 2020 noch angeregt über Capcoms Horrorserie unterhalten. Keinen Tag zu früh bekam man hier noch die Kurve und rettete die Marke vor der gepflegten, aber letztendlich ermüdenden Belanglosigkeit, die so oft aus steter Wiederholung geboren wird. Ein Spiel, gemacht dafür, in Lieblingslisten wie dieser hier weit oben zu rangieren.

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Über den Autor:

Alexander Bohn-Elias

Alexander Bohn-Elias

Stellv. Chefredakteur

Alex schreibt seit 2001 über Spiele und war von Beginn an bei Eurogamer.de dabei. Er mag Highsmith-Romane, seinen Amiga 1200 und Tier-Dokus ohne Vögel.

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