New York, ich komme: The Division 2 ist auch in Episode 3 immer noch der beste Loot-Shooter!

Flammenwerfer für alle!

The Division 2 hat zum Start und darüber hinaus so gut wie alles richtig gemacht. Und doch ist der ganz große Hype ausgeblieben. Dank des exzellenten Supports und des guten neuen Contents spielen die Fans es natürlich immer noch, aber den tagtäglichen Dialog der Spieleszene bestimmt es nicht. The Division 2 markiert gewissermaßen den Unterschied zwischen einem erfolgreichen Service-Spiel und einem Titel, der zur neuen Lebensart wird, zu einem Hobby für sich.

Am Spiel selbst liegt es wie gesagt nicht, eher daran, dass das Genre des Loot-Shooters trotz gesunder Fanbasis nach oben dann eben doch fest gedeckelt ist und die vielen, vielen Titel in diesem Segment es früher sättigten als erwartet. Das haben auch andere Spiele feststellen müssen, nicht zuletzt Destiny. Und trotzdem: Ubisoft macht mit The Division 2 einfach unbeirrbar weiter und macht einen besseren Job als viele andere, wenn es darum geht, das Spiel frisch zu halten.

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Die Basics von The Division 2 sind nach wie vor unfassbar solide.

Im Anlauf auf die jüngst angekündigte Erweiterung Warlords of New York, in der es Agenten nach Lower Manhattan verschlägt, und viele der RPG-Systeme deutlich überarbeitet werden, spielen The-Division-2-Besitzer jetzt die dritte Story-Episode. Und die macht eine Menge mehr vom selben, filmreifen Shooter-Spaß, den schon das Hauptspiel auszeichnete. Season-Pass-Besitzer freuen sich zudem über zwei neue Geheimeinsätze und eine neue Spezialisierung.

Die Story-Missionen tragen euch im Schlauchboot nach Coney Island, das Vergnügungsviertel an der Südspitze Brooklyns. Hier schießt ihr euch in zwei Einsätzen zunächst durch das Baseballstadion und dann durch den Freizeitpark mit all seinen Fahrgeschäften, um einen Virologen von den Black Tusk zu befreien. Beide Einsätze bringen all das gestalterische Flair mit, das auch die Kampagnenmissionen nebenher zu so netten Sightseeing-Ausflügen machte. Die erste Mission geriet mit einem gewaltigen Gewitter und strömendem Regen in der Mitte besonders atmosphärisch. Ubisoft Massive ist mittlerweile wirklich exzellent darin, seine Spielumgebungen den Originalschauplätzen nachzubauen und mit dieser postapokalyptisch-morbiden Patina zu überziehen. Es steckt sichtlich viel Arbeit und Liebe zum Detail in diesen Levels, und die Gefechte, die man dort austrägt, sind von der bekannten Güte, ohne das Spiel großartig umzuwerfen.

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Nettes Easter Egg in der Geisterbahn ...

Ich war nach längerer Pause wieder unmittelbar "drin", wie in einem gemütlichen Paar warmer Latschen, die man seit dem Winter nicht mehr anhatte und in das man mit Einbruch des Herbstes wieder schlüpft. Ich schätze, Ubisoft könnte nach jahrelang einfach nur die Umgebungen und Kampfszenarien austauschen und ich würde mich hier weiter durchschießen, zumal auch das Loot (vier neue Waffen kann man im Rahmen der Episode finden) und die RPG-Elemente immer wieder zum Basteln und Experimentieren einladen.

Die neue Spezialisierung hört auf den Namen Firewall und bringt passend zum Namen einen extrem effektiven Flammenwerfer mit, mit dem man Sturmläufe der cleveren KI extrem gut unterbindet. Sein neuer Striker-Schild verteilt unterdessen Angriffs-Buffs an alle Spieler, die dahinter Deckung beziehen. Die abgesägte Doppelläufige-Schrotflinte ist dann die Antwort auf Rusher, sollte der Flammenwerfer mal leer sein. Firewall zu spielen macht Spaß - vor allem, weil brennende Feinde lassen, was sie tun - und sieht auch noch gut aus.

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Stilistisch ist Coney Island eine schöne Abwechslung.

Die beiden Geheimeinsätze überzeugen ebenfalls mit wunderschönen, handgemachten Umgebungen, die man gerne besucht. Sie sind zwar etwas kurz und eventuell eine Idee zu einfach. Aber der Ausflug in ein städtisches Gefängnis und in einen Nachtklub unterscheiden sich ansonsten nicht von den Story-Missionen. Auch hier ein großes Kompliment an Massives Level-Designer. Hier legt sich niemand auf die faule Haut.

Und das ist einfach, was seit Tag eins hängenbleibt, wenn man The Division 2 spielt. Natürlich ist es ein handwerklich ausgezeichnetes Spiel, aber es ist als aufrichtiges Kompliment gemeint, wenn ich schreibe, dass es mehr als alles andere der Fleiß der Macher ist, der ins Auge sticht, wenn man sich hier durchballert. Dieses Spiel wächst vollkommen organisch und ohne Schwankungen in der Qualität einfach immer weiter. Es spricht natürlich für die Qualität der Basics, die sich die Schweden hier hinstellten, dass man im Grunde nur immer neue Spielplätze einschieben und sich ansonsten auf den üblichen Support der Service-Seite des Spiels konzentrieren kann. Ich denke, diese Sorte Spiel kann man kaum besser machen.

Episode 3 war zugegebenermaßen kein allzu langes Vergnügen, aber diese Level werde ich sicher noch mehr als einmal spielen, die Spezialisierung so schnell nicht wieder ablegen und vor allem das "Chamäleon", ein 308 Vector-Sturmgewehr, das einer der Feinde fallen ließ, bleibt bis auf Weiteres mein fester Begleiter. Ich hatte eine Weile Pause gemacht, eine Zeit lang nicht einmal wirklich an The Division 2 gedacht. Nach Episode 3 habe ich jedoch wahnsinnige Lust auf Warlords of New York sowie das überarbeitete Talentsystem bekommen und freue mich auf den 3. März.

Entwickler/Publisher: Ubisoft - Erscheint für: PC, PS4, Xbox One - Preis: Basisspiel aktuell nur 3 Euro - Erscheint am: erhältlich - Sprache: Deutsch - Mikrotransaktionen: Ja, Kosmetisches, Season Pass - Getestete Version: PC

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Über den Autor:

Alexander Bohn-Elias

Alexander Bohn-Elias

Stellv. Chefredakteur

Alex schreibt seit 2001 über Spiele und war von Beginn an bei Eurogamer.de dabei. Er mag Highsmith-Romane, seinen Amiga 1200 und Tier-Dokus ohne Vögel.

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