Videospielen gegen das Coronavirus - so könnt ihr helfen!

"Wir bitten um eure Hilfe dabei, antivirale Proteine gegen das Coronavirus zu entwerfen."

Das Coronavirus ist - Wortspiel nicht beabsichtigt - gerade in aller Munde. Bevor nun aber alle in Panik verfallen, sollte man die Ruhe bewahren (in die Armbeuge Husten/Niesen, oft und gründlich die Händewaschen hilft aber auch schon viel) ... und vielleicht Wissenschaftlern bei ihrer Arbeit helfen. Wie das gehen soll? Nun einige Forscher von der University of Washington hoffen auf eure spielerische Mitwirkung: Bei einem Computerspiel, das beim Kampf gegen den Erreger COVID-19 helfen könnte.

Das Spiel Foldit existiert bereits seit 2008, ist kostenlos und eine Art Puzzle-Spiel bei dem die Spieler versuchen, die Struktur von Proteinen so perfekt wie möglich zu falten. Vielleicht habt ihr von vergleichbaren Programmen, etwa Folding@home von der Stanford University bereits gehört, das sich seinerzeit die Rechenleistung untätiger PS3s für die gleiche Aufgabe lieh. Eine clevere Art also, die Forschungsarbeit auf einfache und spielerische Art auf eine Menge Leute - aktuell schon gut 200.000 - aufzuteilen. Ein Paper der Schöpfer von Foldit hat ergeben, dass menschliche Spieler gleichwertig oder oft sogar besser darin sind als ein Computer, Proteine zu falten.

Das jüngste Foldit-Update bittet die Spieler nun um Mithilfe dabei, dem Coronavirus etwas entgegenzustellen: Die Spieler sollen ein antivirales Protein gestalten, das die Proteinspitzen des Erregers davon abhält, mit menschlichen Zellen zu interagieren. "Coronaviren weisen Proteinspitzen an ihrer Oberfläche auf, die feste Verbindungen mit Rezeptorproteinen auf den Oberflächen von menschlichen Zellen eingehen", erklären die Macher ihr Puzzle. "Sobald die Spitzen des Coronavirus sich an einen menschlichen Rezeptor binden, kann das Virus die menschliche Zelle infizieren und sich vervielfältigen. Wenn wir es schaffen, ein Protein zu designen, das sich mit den Proteinspitzen des Coronavirus verbindet, könnte es verwendet werden, um die Interaktion mit menschlichen Zellen zu blockieren und die Infektion zu stoppen!"

Die University of Washington hat bestätigt, dass die vielversprechendsten Ideen getestet und möglicherweise sogar im Institute für Protein Design in Seattle hergestellt würden. "Wir wollen Foldit-Spielern die Gelegenheit geben, Proteine zu designen, die eine Verbindung mit den Proteinspitzen des Virus eingehen und so die Infektion verhindern", erklärt Foldit-Wissenschaftler Brian Koepnick in einem Video-Update. Allerdings gibt er zu bedenken, dass es eine Weile dauern könnte, bevor eine Lösung gefunden ist: "Wir möchten noch einmal betonen: Wie alle Forschungsarbeit, die wir verrichten, nehmen die Labortests Zeit in Anspruch, um zu prüfen, ob diese Moleküle sicher und effektiv gegen das Coronavirus sind."

Die Spieler scheinen die Herausforderung jedenfalls schon mal angenommen zu haben. Es gibt bereits einen knackigen Highscore zu schlagen. Zeitweise waren die Server mit der Beteiligung an dem Projekt ein wenig überlastet, aber Foldit versicherte bereits, dass sich das bald wieder ändern werde (falls nicht schon geschehen). Wollt ihr es auch einmal versuchen, sucht das Foldit-Portal auf und registriert euch dort. Ich habe es gestern bereits ausprobiert und muss sagen, dass ich noch nicht ganz durchblicke, kann aber nicht leugnen, dass es eine gewisse Faszination ausübt.

1

COVID-19 verbreitet sich unterdessen immer weiter rund um die Welt. 15 von 16 Bundesländer Deutschlands sind bereits betroffen. Wenngleich die allermeisten Erkrankungen milde verlaufen, ist Vorsicht dennoch geboten: Vor allem die Immunsysteme alter und erkrankter Menschen haben mit dem Erreger schwer zu kämpfen. Insofern noch einmal die Erinnerung, die Hust- und Niesetikette einzuhalten und sich oft die Hände zu waschen, um die Verbreitung des Virus' auf Risikogruppen zu verhindern.

Mehr zum Thema Puzzler und Rätselspiele lest ihr hinter dem Link.

Links zu Angeboten und Anbietern auf dieser Seite können sogenannte Affiliate-Links sein. Mit einem Kauf über einen dieser Links unterstützt ihr Eurogamer.de. Wir erhalten vom Anbieter eine kleine Provision.

Zu den Kommentaren springen (32)

Über den Autor:

Alexander Bohn-Elias

Alexander Bohn-Elias

Stellv. Chefredakteur  |  derbohn

Alex schreibt seit 2001 über Spiele und war von Beginn an bei Eurogamer.de dabei. Er mag Highsmith-Romane, seinen Amiga 1200 und Tier-Dokus ohne Vögel.

Weitere Inhalte

Weitere Themen

Kommentare (32)

Die Kommentare sind nun geschlossen. Vielen Dank für deine Beiträge!

Verstecke Kommentare mit niedrigen Bewertungen
Sortierung
Threading