Die 10 besten PS4 und PC Rollenspiele für diesen seltsamen Frühling 2020

Damit kann es ein Weilchen Zuhause aushalten.

Da wir ja gerade alle ein wenig mehr Zeit im Haus verbringen müssen, hat man ja Zeit, ein wenig in ferne Welten abzutauchen. Dafür eignen sich Rollenspiele aller Art immer noch am besten. Es sind echte Zeitfresser mit oft komplex ausgearbeiteten Welten und Systemen, sprich, Spiele, in die man sich richtig verbeißen kann. Rollenspiele sind etwas, für das man nicht immer die Zeit findet, aber vielleicht habt ihr die jetzt gezwungenermaßen ja. Hier also zehn der aktuell besten Arten, wie man ein wenig Eskapismus in Welten betreiben kann, jedes davon ist für viele Stunden zu haben und nur die wenigsten von uns - ich auch nicht - werden alle davon gespielt haben. Aber wir sollten, also viel Spaß mit was auch immer ihr euch davon entscheidet!

Und ja, ich weiß, was in der Überschrift steht, aber natürlich auch, dass es viele von den Spielen hier auch für Switch und Xbox gibt. Aber eben nicht alle. Daher ja auch die Zeile "erhältlich für".

The Outer Worlds

Bevor Obsidian jetzt bei Microsoft zusammen mit Rare Avatare bastelt - ich werde diesen Witz so lange bringen, bis ich den Beweis des Gegenteils sehe -, legten sie einen fulminanten Start für 2Ks Private Division Label hin. Ein großes, klassisches Sci-Fi-Rollenspiel mit allen Extras, die man sich wünschen kann. Ein paar abwechslungsreiche Planeten, viele schräge Charaktere, eine sehr solide Story mit vielen Freiheiten auf eurer Seite.

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Dazu gibt es dann noch zwei Dinge, die nicht immer selbstverständlich sind: dezenter Humor und Zynismus, der nicht immer eine Punktlandung schafft, aber doch oft genug, um zu schmunzeln und eine richtig gute Shooter-Steuerung mit Waffenfeedback, Feeling und trotzdem in keiner Weise vernachlässigtem RPG-Unterbau. Etwa 40 bis 50 Stunden Solo-Spaß sind hier für jeden zu haben, der schon immer mal einen Crossover aus Per Anhalter und Foundation sehen wollte.

Erhältlich für: PC, PS4, Xbox One, Switch folgt dieses Jahr

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Divinity: Original Sin 2

Fantasy, so gut wie sie sein kann. Dieses Epos bietet einfach alles. Ihr wollt für 100 Stunden in einer Welt voller Drachen, Schurken und Monster verschwinden und anschließend am virtuellen Lagerfeuer sagen "Ich habe was geschafft"? Bitteschön, kein Problem. Ihr wollt das mit Freunden online tun? Geht genauso, zusammen macht alles mehr Spaß, was ja das Problem ist, das wir derzeit haben.

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Aber hier geht es immer noch problemlos. Ihr wollt eigene Geschichten und Abenteuer entwerfen, um dann eure Freunde durch diese zu schicken und dabei sogar die Möglichkeit haben, diese Abenteuer on the fly auf all den Mist anzupassen, den sich eure Freunde ausdenken? Ja, auch das geht. Aus all den großen, neuen "alten" RPGs sticht diese Fortsetzung heraus und mindestens bis Baldur's Gate 3 scheint sich daran erst mal nicht viel zu ändern. Ihr müsst übrigens den Vorgänger nicht kennen. Aber wenn ihr es nicht tut, dann könnt ihr auch den erst einmal angehen, denn so viel schlechter ist dessen Kampagne auch nicht.

Erhältlich für: PC, PS4, Xbox One, Switch

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Final Fantasy 7 Remake & Pathfinder: Kingmaker

Das eine gibt es in Kürze für die PS4 und irgendwann wohl auch für andere Plattformen, vielleicht - Final Fantasy -, das andere gibt es nur für den PC und vielleicht irgendwann doch noch für Konsolen. Das kann man für die Nutzer dieser Plattformen nur hoffen, denn Pathfinder: Kingmaker, dessen Nachfolger gerade in Arbeit ist, gehört zum besten, was dem Fan des wirklich altmodischen RPGs passieren kann. Hier setzten sich harte Kenner des Pen&Paper-Systems Pathfinder hin und waren zu keinem Zeitpunkt bereit Kompromisse zu machen, wenn es darum ging, das System exakt abzubilden und so viele Details wie möglich mit reinzunehmen. Das Ergebnis ist, dass P&P-Pathfinder-Spieler sich sofort zurechtfinden und solche, die zuerst das Computerspiel durcharbeiteten, sich danach direkt an den Tisch zu einer Gruppe setzen können und nicht mal mehr das Buch brauchen, um einen Charakter auszuwürfeln.

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Solche Detail-Liebe spielt sich dann hier und da zwar auch ein wenig sperrig, dafür aber kommt zu jeder Sekunde ein gutes "wie früher"-Feeling auf, wenn ihr im Kampf eure Charaktere in einem Echtzeit-Pause-System zu vielen, vielen Siegen führt. Diese bringen euch dann durch eine sehr traditionelle Fantasy-Story, bei der der Name des Titels ernstgemeint ist, insoweit, dass ihr euch zum König macht, was noch mal eine neue Ebene in dem eh schon nicht mit Komplexität geizendem 100+-Stunden-Titel eröffnet. Ein perfektes Spiel, um sich vor dem Monitor einzuigeln und erst nach einer Woche wieder aus dem Zimmer zu gucken.

Nun also zu Final Fantasy. Okay, dieses hier gibt es noch nicht, aber der 10. April ist nicht mehr weit weg und es sieht nicht so aus, als würden wir bis dahin schon wieder alle im Park herumtollen. Also setzt es auch auf die Liste, denn ein erstes, mehrstündiges Anspielen hinterließ einen ausgezeichneten Eindruck. Man kann es so zusammenfassen, dass Square Enix die Story, deren Verlauf und die Charaktere nahm, aber alles am Spiel selbst neu machte.

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Ein komplett neues Kampfsystem sorgt für mehr Action, ohne die taktischen Möglichkeiten des alten ATBs komplett über Bord zu werfen, ihr habt mehr Einblick in die nun modellierte Welt, die vorher nur aus wenigen Screens bestand, und alles sieht absolut hinreißend aus. Okay, nicht alles, da waren ein paar zu viele metallene Dungeon-Gänge, aber irgendwie gehören sogar die dazu. Insoweit, wer es noch mal anders erleben möchte oder noch nie gespielt hat, das hier wird groß. Wortwörtlich, allein dieser erste Teil des zweiteiligen Remakes soll so groß sein wie jedes andere aktuelle Final Fantasy - und so klein waren die jetzt auch nicht.

Erhältlich für: Final Fantasy 7 Remake gibt es für PS4, Pathfinder: Kingmaker für PC

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Final Fantasy 14: Shadowbringers

Keiner muss alleine sein und da es bis heute kein World of WarCraft auf den Konsolen gibt, spielt ihr eben eines der anderen großen MMOs. Da wäre Black Desert, ein ausgezeichneter Titel. Oder Elder Scrolls Online, das mit jedem Add-On - aktuell Elsweyr - immer besser wird. Oder aber ihr greift zum aktuellen König Final Fantasy, das die gleiche Strategie bei seinen Erweiterungen verfolgt, nur in noch hinreißender.

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Shadowbringers überzeugt auf der ganzen Linie, sei es in Sachen Story, Welt, Modifikationen an den Systemen im Kleinen, neue Rassen und Klassen, es ist alles da. Egal, ob ihr mal wieder reingucken wollt und einen Account reaktiviert oder das erste Mal diese Welt besucht, sie ist sowohl ihren initialen Preis wie auch die 15 Euro im Monat locker wert. Monate, vielleicht Jahre an allem, was MMOs gut macht, warten hier auf euch.

Erhältlich für: PC, PS4

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Dragon Quest 11

Ihr sucht diesen alten J-RPG-Kick, aber wollt nicht eines der zahllosen mal mehr, mal weniger halbherzigen Remakes spielen, die nicht Final Fantasy 7 heißen? Kein Problem. Ganz als wären es die 90er, zeigt das aktuelle Dragon Quest keine Ambitionen, etwas anderes zu sein als es immer war und so zieht es das gnadenlos durch. Von der niedlichen Kopffüßler-Handlung mit dem drolligen, bunten Look grindet ihr die Level in nicht ganz zufälligen Kämpfen, als gäbe es kein Morgen, und begleitet eine bunte Truppe durch zig Länder, wo ihr natürlich alle Probleme löst, die sie so haben.

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Solltet ihr dabei hier und da vom Gefühl beschlichen werden, dass ihr das schon mal gespielt habt, dann ist das kein Bug, sondern ein Feature, denn anders lässt sich dieses fast schon reaktionäre Design nicht interpretieren. Egal, Final Fantasy mag jedes Mal die Welt neu erfinden, Dragon Quest darf so bleiben wie es ist.

Erhältlich für: PC, PS4, Switch

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Pillars of Eternity 2: Deadfire

Der Vorgänger war einer der ersten großen Titel der Renaissance des klassischen Rollenspiels, die immer noch in vollem Gange ist, und es ist fast ein wenig ungerecht, dass der zweite Teil ein klein wenig unterging. Dabei ist Pillars of Eternity II: Deadfire das noch einmal bessere Spiel mit deutlich mehr Abwechslung, einer spannenderen Interpretation seiner Welt, verfeinerten Systemen und natürlich auch schickerer Grafik. Noch dazu: Es gibt Piraten! Alles wird besser mit Piraten, zumindest solange es keine Fortsetzung von Piraten der Karibik ist.

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Ihr habt sogar euer eigenes Schiff, dümpelt über Weltmeere und jagt nicht weniger als einen Verräter unter den lokalen Göttern. Große Abenteuer, dank Obsidian wie immer gut und nuanciert geschrieben und mit einem sehr soliden taktischen Kampfsystem gesegnet, ist das hier für lange Tage und Abende perfekt gerüstet.

Erhältlich für: PC, PS4, Xbox One / Switch folgt später dieses Jahr

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Kingdom Come: Deliverance

Habt ihr euch damals nicht getraut? Waren euch die Bugs zu heftig, die Grafik zu holprig, der deshalb zu befürchtende Frustfaktor zu hoch? Dann zieht jetzt los ins mittelalterliche Böhmen! Warhorse Studios gab sich vom Start weg wahnsinnig ambitioniert, entwarf komplexe Questverläufe, verband reale Ereignisse mit kreativer Geschichten-Erzählung, setzte glaubwürdige Fraktionen in die Welt, versuchte sich an einem realistischen Schwerkampf-System und das alles in einer großen, frei begehbaren Welt mit Burgen, Dörfern, Wäldern und natürlich Wölfen. So vielen Wölfen.

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Da war ja praktisch klar, dass es zum Start etwas haken musste, was es auch tat, aber seitdem war man fleißig und nicht nur was zu bezahlende DLCs angeht. Egal ob Bug-Bereinigung, grafische Optimierung oder sogar hier und da ein wenig Extra-Content, das Epos ist mittlerweile poliert und eine der spannendsten Spielerfahrungen abseits der fantastischen Elemente von Elfen und Drachen. Gut für viele, viele Stunden und jetzt noch mehr eine Empfehlung als es das damals schon war.

Erhältlich für: PC, PS4, Xbox One

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Legend of Heroes: Trails of Cold Steel

Selbst Dragon Quest 11 ist euch nicht klassisch genug, wenn es um J-RPGs geht? Nicht episch genug und zu niedlich oder schlicht zu einfach? Dann geht doch zu einer der Serien, die es mit dem Alter von Dragon Quest aufnehmen kann. Auch wenn Legend of Heroes hierzulande nicht annähernd so bekannt ist, die Reihe selbst startete 1989 in Japan als Dragon Slayer. Das sind nur ein paar Jahre weniger als der Urvater und seitdem hat man nichts in Sachen Ambitionen und Epik eingebüßt. Trails of Cold Steel ist der aktuelle Zyklus, der aus vier Teilen besteht, wobei der letzte noch nicht auf Englisch zu haben ist.

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Aber ja, das ist richtig, es geht hier nicht um ein großes 80+-Stunden-Epos, sondern um drei bis vier davon - bis ihr dann beim Vierten seid, müsste der auch langsam übersetzt sein. Was auch der Grund ist, warum ich selbst noch nicht so richtig startete, aber wenn diese Corona-Sache länger dauert... Mal gucken. Aber ja, wollt ihr Rundenkämpfe, große Welten und Anime-Look, dessen Grafik sich nicht unbedingt so viele Polygone leisten kann, wie eigentlich angesagt sind, dann habt ihr hier eine lange, lange und spaßige Reise vor euch.

Erhältlich für: PC, PS4

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Vambrace: Cold Soul

Dieser sehr stylische Indie ist in vielerlei Hinsicht recht ungewöhnlich, folgt er, obwohl er doch ein Rogue-like mit zufällig generierten Umgebungen und Begegnungen ist, einer recht stringenten und spannenden Handlung, was leider nicht alle Spiele dieser Art von sich behaupten können. Dann passiert das Ganze nicht nur aus einer unglaublich stylisch gestalteten 2D-Perspektive, sondern auch noch mit einem ausgefeilten Runden-Kampfsystem, in dem die sehr abwechslungsreichen Fähigkeiten der Helden gut zum Einsatz kommen.

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Vambrace ist nicht ohne Schwächen und viele fühlen sich danach an, dass das zufällige Element oft genug der Grund dafür ist. Mal ist eine Runde durch ein Gebiet zu ereignislos, danach wieder etwas sehr mit Kämpfen gesegnet, aber am Ende gleich sich das alles aus. Vielleicht nicht ganz der Geheimtipp, weil Vambrace zum Glück dann doch nicht so erfolglos war, aber trotzdem ein Spiel, das mehr Leute spielen sollten.

Erhältlich für: PC, PS4, Xbox One, Switch

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Dragon's Dogma: Dark Arisen

Hier noch ein Spiel, das immer noch nicht genug Leute gespielt haben, obwohl Capcom mehr als redlich bemüht ist, es absolut jedem zugänglich zu machen. Bereits zum Ende der letzten Konsolengeneration veröffentlicht, ist es zum Ende dieser immer noch ein junger Klassiker, der sich uneingeschränkt lohnt, vor allem mit seinem großen Add-On, das in Dark Arisen ja gleich mitgeliefert wird.

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Als Kreuzung aus Monster Hunter, irgendwie Open-World und vielen RPG-Systemen hinter dem Action-Adventure-Feeling ist das hier nicht der schlechteste Einstieg, um danach vielleicht einmal bei Monster Hunter reinzugucken. Oder auch nicht, denn Dragon's Dogma ist viel, aber sicher kein hauseigener Rip-off. Es ist ein weit über 80 Stunden langer, bis heute sehr einzigartiger Mix aus japanischem Design und westlicher Kompatibilität abseits des Anime-Looks und durch und durch ein gutes Spiel.

Erhältlich für: PC, PS4, Xbox One, Switch

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Alles über Dragon's Dogma: Dark Arisen auf Eurogamer.de

Wenn ihr dann damit durch seid... Dann gibt es Nachschub, denn hier sind ein paar Dinge wie Persona, Diablo und viele andere noch nicht mal erwähnt.

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Über den Autor:

Martin Woger

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