Creative SXFI Theater Headset - Test: Ohne Lag, aber mit gewissen Einschränkungen

Noch nicht perfektioniert.

Gutes, aber nicht günstiges Headset mit tollem Klangerlebnis in manchen Bereichen. Ohne Lag, aber auch ohne Bluetooth-Verbindungsoptionen.

Einen wichtigen Vorteil hat das Creative SXFI Theater Headset gegenüber dem Creative SXFI Air (Test), das ich mir im vergangenen Juli anschaute: es gibt keinen Audio-Lag, was vor allem natürlich für Spieler von entscheidender Bedeutung ist. Ein Headset, das Geräusche verzögert überträgt, ist zum Spielen nutzlos. Zum Glück läuft es hier beim SXFI Theater anders und ist kein Problem.

Möglich macht es der USB-Dongle des Headsets, den ihr an einen beliebigen freien USB-Slot steckt. Das funktioniert nicht allein am PC, das SXFI unterstützt auf diese Art ebenso Mac, PlayStation 4 und Switch. Nachteil für einige: durch die Verbindung über den USB-Empfänger sparte Creative am Bluetooth, das hier nicht vorhanden ist. Daher lässt sich das SXFI Theater nicht drahtlos mit einem Smartphone oder einen anderen Gerät via Bluetooth nutzen. Ein Anschluss per Kabel via 3,5mm-Stecker ist aber zum Beispiel an Xbox One oder Smartphone möglich, wenngleich bei dieser Anschlussmethode die SXFI-Features nicht funktionieren.

Super X-Fi ist zugleich erneut das Hauptfeature des Headsets. Sein Ziel ist, ein Gefühl zu erzeugen, als wärt ihr zum Beispiel in einem Kinosaal oder hört Musik nicht über Kopfhörer, sondern über Lautsprecher im Raum. Wie bei anderen SXFI-Geräten von Creative hilft euch dabei eine App, die das beste Sound-Setup zu ermitteln versucht, indem ihr euer Gesicht und eure Ohren fotografiert. Die App erledigt dann den Rest und erstellt ein Klangprofil, wenngleich eine zweite App nötig ist, um das SXI Theater zu steuern. Das geht besser und simpler, Creative. Und falls ihr den Connect-Button für die Verbindung zur App sucht, schaut besser gleich auf dem USB-Dongle nach, anstatt jeden Millimeter des Headsets abzugrasen. Mit der zweiten SXFI-Theater-App könnt ihr dann Detaileinstellungen vornehmen, zum Beispiel verschiedene Equalizer-Voreinstellungen auswählen - oder ihr erstellt eure eigenen.

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Das Headset mitsamt USB-Dongle.

Wie bei anderen Creative-Produkten stecken im Inneren 50mm Neodym-Treiber, die für einen guten Sound sorgen. Nicht außergewöhnlich, aber gut - der Bass könnte zum Beispiel ein wenig wuchtiger sein. Alles in allem ein vernünftiger Allrounder, der in keinem Bereich - Filme, Musik, Spiele - derart hervorsticht, dass er die Konkurrenz ausstechen würde. Creatives SXFI-Technologie steht mehr im Fokus als die reine Sound-Qualität, wenngleich auch die niedrige Latenz und die Flexibilität nicht zu verachten sind.

Für mich zieht der SXFI-Effekt nach wie vor am meisten bei Musik, wo er mir ein Gefühl von Raumklang vermittelt, als würde die Band in unmittelbarer Nähe im Raum stehen. Das funktioniert auch gut bei Filmen, bei Spielen hängt es davon ab, was ihr spielt. Wenn es um atmosphärische Spiele geht, könnt ihr Fußschritte gut orten, bei eher kompetitiven Titeln wie einem Battlefield ist der schwache Stereo-Effekt aber nicht so günstig. Im Endeffekt kommt das Headset mit allem gut zurecht, was ihr ihm vor die Nase setzt, aber eben nur gut. Es gibt Besseres, aber ebenso weit Schlechteres. Für meinen Geschmack hat Creative in Sachen Gaming mit SXFI noch ein wenig Arbeit zu leisten.

Was auffällt, wenn die Verbindung aufgebaut ist und gerade kein Sound aus den Ohrmuscheln kommt, ist eine Art Dauerton. Ihr hört einen konstant hohen und leisen Ton, ab und an ein leichtes Knacken. Was wie gesagt allein dann auffällt, wenn sie beschäftigungslos sind. In dem Moment nervt es ein wenig, aber es kommt normalerweise selten vor, dass ihr das Headset aktiviert und dann auf dem Kopf sitzen habt, um es nicht zu benutzen.

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Hier mit Mikrofon, außerdem seht ihr die Buttons.

Abzüge gibt's darüber hinaus für das verwendete Mikrofon. Das klingt in seiner Gesamtheit okay, gleichzeitig hört sich die Stimme dabei ein wenig dumpf an. Bei einem Headset dieser Preiskategorie wäre mehr zu erwarten. Zugleich präsentiert sich das Mikrofon wenig durchdacht. Es gibt darauf eine kleine LED, das anzeigt, wenn das Mikrofon deaktiviert ist. Nutzt ihr aber den Schaumstofffilter für das Mikro, verdeckt dieser die LED.

Was das verwendete Material anbelangt, besteht das SXFI Theater nahezu komplett aus Plastik. Proteinleder und eine gute Polsterung sorgen dafür, dass das Headset angenehm auf dem Kopf ruht. Die Elemente zur Anpassung sind zum Beispiel aus Metall und als nettes Detail gibt es hier Linien und Nummern, mit denen ihr immer die perfekte Position wiederfindet, habt ihr sie einmal entdeckt. Ein nettes, sinnvolles Detail.

Insgesamt ist die Qualität des SXFI Theater sehr gelungen. Alle Buttons befinden sich an der linken Ohrmuschel, sind gut erreichbar und lassen sich angenehm bedienen. Zugleich hört ihr euer Headset nicht, wenn ihr euch bewegt. Kein Knacken, kein Knarzen, sehr schön! Und wie erwähnt sitzt es gut auf eurem Schädel, das gilt ebenso für längere Sessions. Angesichts des Gewichts von 339g und einer nicht enorm ausufernden Polsterung war das nicht zwingend zu erwarten, aber es ist komfortabler, als es den Anschein erweckt.

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Ein Bild aus der Kategorie 'Tolle Lifesytle-Produktbilder'.

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Ihren Teil zum Tragekomfort des Headsets tragen auch die Ohrmuscheln bei. Sie sind gut gepolstert und umschmeicheln ebenso große Ohren mit einem angenehmen Gefühl, das nach Stunden nicht nachlässt. Ihr könnt sie zugleich leicht drehen, um sie besser an die Form eurer Ohren anzupassen. Darüber hinaus sorgen sie für eine gute Abschirmung vor Geräuschen. Ein wenig von der Umgebung ist zwar zu hören, aber sie halten die meisten Geräusche draußen.

Abseits der kabellosen Verbindung mit dem USB-Dongle lässt sich das Headset wie gesagt per 3,5mm-Anschluss verbinden, zum Beispiel an Smartphones, Tablets oder unterwegs an der Switch - dann aber ohne SXFI-Modus. Schade ist nur, dass es hier keine Touch-Media-Steuerung an der Ohrmuschel wie beim SXFI Air mit dabei ist. Was den Akku betrifft, verspricht Creative pro Ladung bis zu 30 Stunden Laufzeit. Im Endeffekt ist das von der Art der Nutzung abhängig, erreichen lässt sich ein solcher Zeitraum im Idealfall schon. In der alltäglichen Praxis sind es aber eher ein paar Stunden weniger. Sie zu laden, dauert dann trotz USB-C-Port ein Weilchen, eine Schnellladefunktion scheint es nicht zu geben.

Das SXFI Theater fällt für euch flach, wenn ihr es unterwegs zum Beispiel am Smartphone nutzen möchtet. Per 3,5mm-Kabel ist es zwar anschließbar, aber ihr müsst mangels Bluetooth-Verbindung auf die SXFI-Funktionen verzichten, die das SXFi Air noch bot und das Headset im Grunde von der Masse abheben. Nutzt ihr primär Quellen, an denen sich das USB-Dongle anschließen lässt, liefert das SXFI Theater vor allem bei Musik, aber ebenso bei Filmen gute Arbeit. Beim Gaming überzeugt mich die Technologie immer noch nicht ganz, wobei das auch hier vom Genre abhängt. Durchgängig exzellente Ergebnisse liefert es noch nicht, hinzu kommt ein eher schwaches Mikrofon. In Anbetracht all dessen fällt es mir trotz des enormen Tragekomforts schwer, hier eine generelle Empfehlung auszusprechen. Das SXFI Theater ist alles andere als günstig, wirkt aber einwandfrei verbaut, sitzt bequem auf dem Kopf und überzeugt in manchen Audio-Bereichen mehr als in anderen. Die Frage ist: reicht euch das aus?

Hersteller: Creative - Kompatibel mit: PS4, PC, Switch sowie Smartphones und Xbox One (ohne SXFI) - Preis: zirka 200 Euro (UVP) - Erscheint am: erhältlich

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Über den Autor:

Benjamin Jakobs

Benjamin Jakobs

Leitender Redakteur News

Seit 2006 bei Eurogamer.de dabei, Redakteur und hauptverantwortlich für den Newsbereich. Begann seine Spielerlaufbahn auf dem PC mit Wing Commander, UFO und dem Bundesliga Manager, spielt mittlerweile aber hauptsächlich auf den Konsolen, genauer gesagt Xbox One, Xbox 360, Switch, PS4, Wii U, PS3 und 3DS. Ist grundsätzlich für viele Spiele und Genres offen und mag vieles, was mit Science-Fiction zu tun hat, kann aber mit JRPGs nicht wirklich viel anfangen. @f1r3storm auf Twitter.

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