Oddworld: Abe's Origins - Buchrezension: Das Leben des Abe

Ein detaillierter Einblick in die Entstehung.

Vor mehr als 25 Jahren, im Jahr 1994, entstand die Oddworld. Eine fremde, außerirdische Welt, die gleichzeitig aber als Spiegelbild unserer eigenen Welt gedacht war, sich mit Themen befasste, die für uns ebenso wichtig waren. Und eine Geschichte, die als Pentalogie - als Fünfteiler - konzipiert war. Am Ende seiner Reise ist Oddworld nach all den Jahren noch lange nicht angelangt, aber es ist ein guter Grund, einen Blick zurück zu werfen.

Exakt das ist die Existenzgrundlage des Buches Oddworld: Abe's Origins von Indie by Design, das sich mit den Ursprüngen von Oddworld befasst, einen Blick in die Vergangenheit, aber ebenso einen in die Zukunft wirft. Eines der Kernelemente des Buches ist ein zirka 16.000 Worte umfassendes - oder anders gesagt: ein sehr langes - Interview mit Oddworld-Schöpfer Lorne Lanning. Eines, in dem er über zahlreiche Aspekte rund um die Reihe spricht, seine eigene Vergangenheit und wie er dazu kam, sich diese Welt auszudenken, was ihn dabei inspirierte.

Grundlage dieses Interviews waren nach Angaben von Indie by Design acht Stunden an Gesprächen mit Lanning, die eigens für dieses Buch geführten wurden. Das heißt zugleich, dass das hier den Segen von Lanning hat und das merkt ihr auf jeder der insgesamt 288 Seiten, auf denen euch zahlreiche Artworks zur Reihe erwarten. Das Interview mit ihm zieht sich über 30 Seiten, anschließend nimmt Protagonist Abe einen nicht unwesentlichen Teil des Buches ein. 48 Seiten sind ihm, seiner Gestaltung und seiner Entwicklung gewidmet, so erhaltet ihr einen guten Einblick in seine Entstehung.

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Texte und Artworks bringen euch das Oddworld-Universum näher.

Im Kapitel "Free Oddworld" geht es auf 78 Seiten um die eigentliche Welt, die Oddworld, und welche Details den Machern hier wichtig waren. Ihr erfahrt mehr über die kulturellen Aspekte und darüber, welche verschiedenen Spezies es auf dieser Welt gibt, welche Rolle beziehungsweise welchen Platz sie in der Gesellschaft einnehmen. Auf jeden Fall interessant, um sich einen guten Überblick zu verschaffen.

Auf 109 Seiten rundet letzten Endes das Kapitel "Industrialised Oddworld" das Buch ab. Beschäftigte sich Free Oddworld eher mit den natürlichen Aspekten der Welt, geht es hier um die Industrialisierung der Welt und ihre Auswirkungen auf diese, wer dafür verantwortlich ist und welche Mittel zum Einsatz kommen, um dies alles durchzusetzen. Es zeigt sich zugleich ein Kontrast in der Darstellung, die Zeichnungen hier wirken überwiegend düster, bedrohlich, böse. Und sie vermitteln gut, wer euer Feind ist.

Inhaltlich erfahrt ihr auf jeden Fall einiges über die Entwicklung von Oddworld und mehr über die Bewohner, wie sie leben und dergleichen. Wie sehr das alles für euch neu ist, hängt wohl davon ab, wie sehr ihr mit Oddworld vertraut seid. Für mich war es ein interessantes Leseerlebnis mit einer Menge Details, die einmal mehr Zeigen, wie viele Gedanken sich Entwickler bei der Gestaltung ihrer Spielwelten - was der normale Spieler von außen normalerweise nicht zwingend mitbekommt.

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Es geht ins Detail.

Ihr könnt das Buch für 40 Pfund direkt bei Indie by Design bestellen.

Dem gelungenen Inhalt hat Indie by Design eine ebenso angemessene Aufmachung spendiert. Mit 288x220m Größe entspricht es in etwa dem A4-Format, kommt im Hardcover-Format daher und seine 288 Seiten wurden auf dickerem, unbeschichtetem 170g/m²-Papier gedruckt. Es fühlt sich hochwertig an und bringt die zahlreichen Artworks im Buch gut zur Geltung.

Fans der Oddworld-Reihe sind mit Abe's Origins definitiv glücklich. Zahlreiche Artworks und Informationen begleiten euch von der Vergangenheit der Reihe bis in die Gegenwart und verraten euch mehr über diese außerirdische Welt und ihre Bewohner, deren Probleme wenig außerirdisch wirken. Hinzu kommt die hochwertige Umsetzung dieses Blicks hinter die Kulissen, die beim Lesen für ein gutes Gefühl sorgt und euch jedes einzelne Bild detailliert entdecken lässt. Daumen hoch dafür, so was hätten mehr Spiele(reihen) verdient.

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Über den Autor:

Benjamin Jakobs

Benjamin Jakobs

Leitender Redakteur News

Seit 2006 bei Eurogamer.de dabei, Redakteur und hauptverantwortlich für den Newsbereich. Begann seine Spielerlaufbahn auf dem PC mit Wing Commander, UFO und dem Bundesliga Manager, spielt mittlerweile aber hauptsächlich auf den Konsolen, genauer gesagt Xbox One, Xbox 360, Switch, PS4, Wii U, PS3 und 3DS. Ist grundsätzlich für viele Spiele und Genres offen und mag vieles, was mit Science-Fiction zu tun hat, kann aber mit JRPGs nicht wirklich viel anfangen. @f1r3storm auf Twitter.

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