Die PlayStation-Plus-Spiele im Mai 2020: Landwirtschafts-Simulator 19 und Cities: Skylines

Wachsen und Gedeihen. Die richtigen Spiele für die Pandemie.

Dieser PS-Plus-Monat - April, für diejenigen, die wegen des Corona-Lockdowns ohnehin keine Ahnung mehr haben, auf welcher Seite der Kalender eigentlich aufgeschlagen sein müsste - hatte sich durchaus gewaschen: Mit Uncharted 4: A Thief's End und Dirt Rally 2.0 luden sich Mitglieder zwei großformatige und noch ziemlich frische Titel herunter, die in ihren jeweiligen Genres die Triple-A-Speerspitze markierten. Und was soll ich sagen, wir hatten das verdient, wenn man sich den Stand der Welt da draußen gerade so anschaut. Im Mai geht es ein wenig unaufgeregter, ja, geradezu gemütlicher zu. Vielleicht auch, weil uns in diesem Monat eigentlich The Last of Us 2 auf eine emotionale Achterbahnfahrt mitnehmen sollte? Wäre ein gutes Konterprogramm gewesen.

Welcher Gedanke auch hinter der Zusammenstellung der Mai-Spiele steckte: ab dem 5. - also nächsten Dienstag - stehen diese beiden zur Verfügung und bereichern eure Spiele-Bibliothek auf der PlayStation 4. Und schaut am besten noch vor Montag noch mal nach, ob ihr euch Uncharted und Dirt auch wirklich gesichert habt, bevor sie aus dem Angebot verschwinden. Wäre doch schade …

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Landwirtschafts-Simulator 19

Das ist jetzt nicht einmal sarkastisch gemeint, aber ein so Pralinenschachtel-artiges Abomodell wie PlayStation Plus eignet sich im Grunde hervorragend für ein Spiel wie den Landwirtschafts-Simulator 19, zu dem viele Spieler der so genannten "Core"-Gruppe zum nicht gerade schmalen Preis von fast 40 Euro … sagen wir mal "Berührungsängste" haben. Wenn man ehrlich ist, belächelt der eine oder andere von uns sogar den arg betulichen, "nach der Arbeit simuliert weiterarbeiten"-Gedanken dieser Gattung Spiele. Immerhin haben Games für viele von uns in erster Linie den Job, uns aus dem Alltag wegzubeamen, anstatt ihn uns hinterherzutragen. Und doch … neugierig ist man schon, wie sich diese Spiele Jahr um Jahr mit der Gewalt eines John Deere 8R in die Charts bollern. PS-Plus-Mitglieder finden das diesen Monat heraus.

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Machen wir uns nichts vor, es kann gut sein, dass das etwas wiederholungsanfällige und ein wenig dröge Simulationsgeschehen nichts für einen ist. Aber man muss gestehen, dass der Landwirtschafts-Simulator in den vergangenen Jahren gewaltige Sprünge machte und mittlerweile sogar weiß, wie man Belohnungsmechanismen - hier die Geldvermehrung eines gut gehenden Betriebs - auch in mondänste Abläufe integriert. In der Hinsicht funktioniert die letztjährige Ausgabe besser als jedes andere Spiel dieser Reihe.

Wer unterdessen nicht nur ironisches, sondern echtes und aufrichtiges Interesse an einem simulierten Bauernhof hat, sieht sich also bestens bedient. Über 300 Fahrzeuge von bekannten Marken und authentisch umgesetzten Marken, wie Steyr, Massey Ferguson oder John Deere, laden zum Ritt über amerikanische oder europäische Höfe, die ihr nach Lust und Laune bestellt und bewirtschaftet. Viehwirtschaft dürft ihr ebenfalls betreiben, während Vegetarier gerne auch Soja anpflanzen dürfen.

Ob euch nun nur die Neugierde umtreibt, was dran ist am durchaus beachtlichen Hype oder ihr euch den Planungs- und Management-Aspekten gerne mal selbst hingeben möchtet, die Gelegenheit für beides ist ab dem 5. Mai günstig. Und falls ihr jetzt Lust auf mehr seltsame faszinierende Simulationen habt, wird euch hier geholfen, nämlich bei den verrücktesten, seltsamsten und schrägsten Simulatoren.

Cities: Skylines

Nachdem EA mit seinem letzten SimCity gründlich auf die Nase gefallen war - Optik und Charme waren fantastisch, spielerisch war es ein zwangsvernetzter, verbuggter und limitierter Rohrkrepierer -, war die Sehnsucht nach einem guten Städtebausimulator natürlich groß. Gut, dass Entwickler Colossal Order es mit seinem Studionamen ernst meinte und die gewaltige Aufgabe stemmte, das legendäre Aufbauspiel Standesgemäß zu beerben. Seit 2015 stellt Cities: Skylines die Speerspitze des Genres dar - und zwar so sehr, dass ich mir nicht sicher bin, wie ein neues SimCity aussehen müsste, dass sich die Zielgruppe dafür noch wirklich interessieren würde. Gut, dass Konsolenspieler 2017 eine mehr als nur passable Umsetzung bekamen.

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In dem, was es sein will, ist Cities: Skylines nämlich gnadenlos gut. Es ist nicht nur ein guter Stadtmanagement-Simulator, er gibt den Spielern auch reichlich kreativen Freiraum, ihre Traum-Metropole aus dem Boden zu stampfen und immer wieder neu zu gestalten. Zahlreiche DLC-Erweiterungen - in der PS-Plus-Version nicht inklusive - erweitern bei Bedarf noch euren Handlungsspielraum auf interessante Weise und weil die ursprünglich für Maus und Tastatur erdachte Steuerung auch in der Controller-Umsetzung bestens funktioniert, versinkt man in den Kreislauf ewigen Planens, Bauens und Beim-Wachsen-Zuschauens und kommt sich dabei reichlich smart und mächtig vor.

Keine Skyline gleicht der letzten und die inhärente Simulation der Vorgänge in den Städten ist wunderbar schlüssig und ausgefuchst. Noch dazu sieht es gut aus. Ich weiß nicht, wie es euch geht, aber irgendwie hat es etwas Beruhigendes, sich in einer Zeit, in der man in seinen dunkelsten Stunden schon mal den Niedergang der Zivilisation fürchtet, mit einem Spiel zu befassen, das sich nur für Aufbau und Wachstum interessiert. In dieser Hinsicht kommt Cities: Skylines gerade richtig. Gute Wahl!

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Über den Autor:

Alexander Bohn-Elias

Alexander Bohn-Elias

Stellv. Chefredakteur

Alex schreibt seit 2001 über Spiele und war von Beginn an bei Eurogamer.de dabei. Er mag Highsmith-Romane, seinen Amiga 1200 und Tier-Dokus ohne Vögel.

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