Nintendo Switch: Die besten "Free to Play" Spiele für Mai 2020

Diese Spiele machen den meisten Spaß für das wenigste Geld ...

Reden wir nicht um den heißen Brei herum: Es ist schon ein wenig schade, dass nicht gerade wenige Spiele auf der Nintendo Switch teurer sind als auf den anderen Plattformen. Warum das zumindest für einige Entwickler so ist, darüber hat Martin in einem anderen Artikel schon eine Rechnung am Beispiel von Deponia aufgemacht. Dabei sollen aber die diversen recht großzügigen Sales der letzten Zeit nicht unerwähnt bleiben und vor allem gibt es auf der Switch eine recht gute Auswahl an Free-to-play-Titeln oder zumindest solchen, die man kostenlos herunterlädt.

Unsere liebsten initial kostenlosen, häufig (jedoch nicht immer) aber natürlich mit Mikrotransaktionen finanzierten Titel wollen wir euch in diesem Artikel vorstellen. Schaut euch den einen oder anderen davon an, sofern nicht schon geschehen, spielt, soweit es euch fesselt und wer weiß, vielleicht lasst ihr ja hier oder da den einen oder anderen Euro für ein Kostüm oder ein Emote als Trinkgeld springen. Oder auch nicht. Das ist ja das Schöne an diesem Geschäftsmodell: Ziehen die Entwickler es richtig auf, fühlt man sich zu nichts genötigt. Wir behalten uns vor, diesen Artikel gegebenenfalls um nennenswerte Neuzugänge upzudaten, die ihr dann immer ganz oben findet.

Fortnite

Das Ende der Free-to-play-Nahrungskette - oder machen wir uns nichts vor ... vermutlich das komplette obere Drittel in nur einem Spiel - gleich am Anfang. Nicht, weil Fortnite unser Liebling unter den Gratisspielen wäre, sondern weil ihr eh wusstet, dass es kommt. Und ja: Das Ding ist besser als sein unter Core-Spielern wenig beneidenswerter Ruf. Klar, das sieht schon mies aus: Ein Trittbrettfahrer in einem Genre, dessen schiere Allgegenwärtigkeit schon an und für sich nervte, dazu massig unfreiwillige Leihgaben vom Wegbereiter PUBG. Ein Tänze klauender Popkultur-Darling mit Tencent-Beteiligung, den man allein schon deshalb hassen muss, weil ihn sonst jeder spielt oder meint, darüber reden zu müssen, ob es nun passt, oder nicht (et tu, Lebowski-Thor!?). Nein, man will eigentlich nichts mehr über Fortnite hören.

Und doch ... das Spiel ist einfach gut, und sei es nur, wie Epic es zur Kunstform erklärte, ein Service-Game durch Events und andere Ereignisse unentwegt lebendig und im Fluss zu halten. Das Ende von Season 10 spürte selbst, wer damit nichts am Hut hatte: Als sich das komplette Spiel gewissermaßen durch seinen eigenen Allerwertesten selbst ins Nichts hinaussog, wurden selbst Unbeteiligte neugierig, wie das jetzt weitergehen würde. Hut ab. Das Spiel an sich überfordert meine Multitasking-Fähigkeiten immer noch dezent. Aber ich habe gewaltigen Respekt davor und wann immer ich mal wieder eine Runde versuche, ruft es recht gekonnt die bekannten Stärken eines Battle Royale ab, was auch nicht von selbst gelingt.

Tetris 99

Komplett kostenlos ist es nicht. Tatsächlich muss man Nintendo Switch Online abonnieren - etwa 20 Euro im Jahr -, um Tetris 99 spielen zu können. Dann aber bekommt man die je nach Vorliebe entweder beste oder zweitbeste Variante dieses ewigen "Besten Spiels aller Zeiten". Tetris Effect liegt etwas vorne, wenn man seine Puzzler musikalisch-treibend und emotional mag. 99 ist dagegen die eiskalt durchkalkulierte Maximalversion des Prinzips. Ein bisschen, als hätte man einen sadistischen Mathematikprofessor damit beauftragt, ein Killerspiel zu designen, lernt man hier - nicht ganz von selbst - viele Kniffe, um 98 anderen Teilnehmern übel mitzuspielen, bis nur noch einer "lebt". Richtig. Es ist Tetris Battle Royale und vielleicht eine der intensivsten und stressigsten Varianten, das Last-Man-Standing-Konzept zu (üb)erleben. Unbedingt ausprobieren. Das Reinfuchsen und schließlich Drauf-hängenbleiben passiert dann ganz von selbst.

Warframe

Warframe ist ein absoluter Klassiker unter den Loot-Shootern und auch trotz des vielerorts als Malus empfundenen Free-to-play-Modells noch die Spitze des Machbaren in diesem Segment. Man wird das Gefühl nicht los, dass Destiny heute ein ganz anderes Standing hätte, wenn es ein wenig mehr wäre wie Warframe. Vor allem, wie Digital Extremes' extravaganter Third-Person-Action-Titel mit der Zeit wuchs und sich wandelte, um mittlerweile mit dem Empyrean-Update imposante Raumschlachten zu bieten, das ist eine ebenso beeindruckende wie beneidenswerte Leistung, die mit Leichtigkeit rechtfertigt, warum dieses Spiel auf dem PC nach wie vor einer der ganz großen Player ist. Auf der Switch glänzt Warframe mit einer fabelhaften technischen Umsetzung, die viel vom auf Hochglanz polierten Triple-A-Look auf den Handheld-Hybriden rettet. Zu der hübschen Optik gesellt sich ein wunderbar flüssiges Kampfsystem, das nicht nur spektakulär aussieht, sondern sich auch griffig und mächtig anfühlt. Noch dazu sind die Mikrotransaktionen extrem fair gehalten. Ihr habt alles zu gewinnen.

Pokémon Quest

Im Grunde ist das hier sicher nicht das einzige, aber vielleicht das ideale Idle-Game, wenn man Pokémon mag. Auch Go ist sicher eine Sache, die man in Teilen auch gelegentlich und nebenbei machen kann, Quest geht den eingeschlagenen Weg in Sachen Beiläufigkeit auf charmante und visuell einladende Weise komplett bis zum Ende. Als eines von vier Starter-Pokémon eine Serie von Eilanden zu erkunden, andere Taschenmonster zu besiegen und dann mit Zutaten Rezepte zu kochen, um eure Dreierparty um mächtigere Biester zu ergänzen, das hat durchaus was. Auch wenn genau genommen um die ersten beiden Verben des letzten Satzes Anführungszeichen müssten, denn weder lenkt ihr euer Pokémon selbst, noch obliegt euch die direkte Kontrolle über die Kämpfe. Die Standardangriffe vollführen eure Viecher von selbst, die Specials lanciert dann aber ihr.

Wie gesagt, es ist ein Idle-Game, das euch eher punktuell involviert, bei dem der "mal schaun, was passiert"-Faktor und der gewinnende, freundliche Look, der sich am besten als "Pokémon durch die Minecraft-Linse" beschreiben lässt, sich auch ohne euren Input bestens gegenseitig selbst befruchten. Zudem ist das Bezahlmodell, das sich in erster Linie auf Beschleuniger stützt, fair und kann zu weiten Teilen ignoriert werden - bis sie euch dann im Sack haben, diese Pokémon. Aber das passiert früher oder später auch den Besten von uns.

Dauntless

Weit mehr als ein Monster-Hunter-Klon - das muss man ihm schon zugestehen. Klar, das ist alles deutlich schnörkelloser und auf minimale Downtimes ausgelegt. Weniger planen, mehr spielen, scheint das Spiel zu schreien und hatte damit zum Start bahnbrechenden Erfolg, als mehrere Millionen Spieler die Server regelrecht einrannten. Anders als in Monster Hunter World verkauft man euch hier weniger die Idee eines funktionierenden, lebendigen Ökosystems, dieses Spiel bringt euch lieber zielstrebig auf Konfrontationskurs mit seinen einfallsreichen Kreaturen, hier Behemoths genannt. Instanzierte, auf singuläre Ziele ausgerichtete Level, die als schwebende Inseln angelegt sind, stellen die zentrale Spielumgebung. Durch sie huscht ihr weitestgehend, anstatt euch in ihrer Atmosphäre zu suhlen, bevor das Spiel in seinen zentralen Feindbegegnungen den Bosskämpfen aller unserer Lieblingsspiele ein Cel-Shading-Denkmal setzt.

Das ist flottes, sorgloses Geschnetzel mit viel nicht allzu tief unter der Oberfläche versteckter Tiefe, denn viele der Waffen bringen wundervoll einfallsreiche, dynamische und motivierend zu lernende Movesets mit. Mehr dazu, was für einen guten ersten Eindruck das Spiel macht, lest ihr in meinem Artikel zum Start von Dauntless. Hier lässt man gerne den einen oder anderen Euro springen.

Smite

Es ist die beste Idee, die man 2014 haben konnte, wollte man ein Stück vom MOBA-Kuchen abhaben (ein Gedanke, der heute an und für sich undenkbar ist): Mit der Kamera näher ranzufahren, um den Mix aus Action-RPG und Strategie ein wenig involvierter und fetziger wirken zu lassen. Was soll man sagen: Es hat funktioniert. Smite macht eine Menge Spaß, überwältigt anders als die Top-Down-Konkurrenz nicht mit einer Fülle an Informationen und ist vermutlich deshalb bis heute eine Hausnummer, die mit ihren stabil wachsenden Spielerzahlen so schnell nirgendwohin gehen wird. Auf der Switch daddelt man sogar im Crossplay gegen und mit User auf Xbox One und PC - tatsächlich ist sogar eure Progression Account-gebunden, was bedeutet, dass ihr euren Fortschritt auf einem stationären Gerät mit der Switch bestens unterwegs weiterführen könnt. Definitiv einen Blick wert, wenn man Lust hat, sich auf eine täuschend steile Lernkurve einzulassen.

Brawlhalla

Mir ist schon klar, dass eines der zentralen Kaufargumente für Smash Bros. Die irrsinnig attraktive Charakterriege ist und wer sich Link, Mario und Samus verpflichtet fühlt, kommt wohl auch nicht drumherum. Wer allerdings auf Smash in erster Linie wegen des spaßigen Mixes aus Prügelspiel und Platformer aufmerksam wurde, der sollte vor dem Kauf vielleicht erstmal einen Blick auf Brawlhalla werfen. Und das sind offenbar nicht wenige gewesen, denn ein Steam-Leak im Sommer 2018 ergab geradezu astronomische Spielerzahlen für die PC-Version. Damals waren das über achteinhalb Millionen User und seither dürfte das Spiel nur noch gewachsen sein. Und weil man dank Crossplay über alle Plattformgrenzen hinweg mit seinen Freunden spielt - einfach eine fünfstellige Lobbynummer an seine Kumpel weitergeben und man findet problemlos zueinander -, ist nicht damit zu rechnen, dass einem in naher Zukunft die Mitspieler ausgehen.

Und selbst die Charakter-Situation bessert sich langsam. Viele Skins von Charakteren lassen sich durch Mikrotransaktionen gegen bekannte Figuren austauschen. Die Shovel-Knight-Avatare sind ebenso im Angebot wie Lara Croft, die Adventure-Time-Hauptdarsteller, ein guter Teil der Rayman-Belegschaft und viele ikonische WWE-Wrestler, vom Undertaker bis John Cena. Und das Spiel selbst? Das macht erstaunlich viel Spaß, fühlt sich extrem griffig an und eignet sich bestens für eine Runde zwischendurch. Mit Tetris 99 eigentlich unsere Top-Empfehlung in dieser Auswahl. Denn so gut Warframe und Dauntless sind, die Switch wäre nicht unsere erste, sondern nur eine gute zweite Wahl für sie.

Deltarune

Deltarune ist kein traditionelles Free-to-play-Spiel, sondern das erste Kapitel des neuen Rollenspiels von Toby Fox, dem Entwickler des Indie-Hits Undertale. Es ist schwer zu beschreiben, wie verdammt gut Undertale ist, dieses unfassbar witzige - und damit meine ich auf Nackte-Kanone-Level entwaffnend albern - Spiel, das sich als eines der ersten RPGs fragte, warum man eigentlich immer alle seine Gegner umbringen muss und ob es nicht netter wäre, wenn es anders ginge. Das alleine ist ein Grund, sich Deltarune zu laden und man merkt direkt, Fox hat nichts verlernt. Man kommt eigentlich durch keinen Bildschirm dieses stark an Nintendos Kult-Hit Earthbound angelehnten RPGs, ohne nicht zumindest einmal zu schmunzeln. Meistens sind es sogar echte Lacher - die einem sogar hier und da im Halse stecken bleiben.

Das Kampfsystem hält sich an die Maxime von Undertale, eigene und Gegneraktionen nach Art einer Bullethell zu inszenieren. Ihr weicht mit eurem Herz-Symbol wie mit einem Raumschiff aus einem Vertikal-Shooter also aktiv Projektilen aus. Das klingt abstrakt, spielt sich aber erfreulich einnehmend und weniger binär als normale Rollenspiele. Gleichzeitig seid ihr nicht mehr allein, sondern in einer Party unterwegs, bestimmt also die Aktionen mehrerer befreundeter Charaktere. Funktioniert gut - ein schöner Mix aus Action und Taktik, ohne gleich zum Action-RPG zu verkommen. Deltarune endet naturgemäß auf einem Cliffhanger, der direkt ungeduldig auf die zweite Episode machte - darauf müssen wir leider immer noch warten. Da es dieses Jahr so weit sein könnte, ist Deltarune umso mehr Pflichtprogramm!

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Über den Autor:

Alexander Bohn-Elias

Alexander Bohn-Elias

Stellv. Chefredakteur

Alex schreibt seit 2001 über Spiele und war von Beginn an bei Eurogamer.de dabei. Er mag Highsmith-Romane, seinen Amiga 1200 und Tier-Dokus ohne Vögel.

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