XCOM 2 Collection (Switch) - Test: Für den Widerstandskämpfer, der viel unterwegs ist

Willkommen zurück, Commander!

Ok, ob man das Komplettpaket eines Spiels mit einer Erweiterung und allem DLC jetzt als "Collection" bezeichnen muss, sei mal dahingestellt. Ändert nichts daran, dass es sich um ein zum Bersten eng geschnürtes Paket hochwertiger Taktikunterhaltung handelt, zumal noch neuerdings für unterwegs auf der Nintendo Switch. Sicher, auf den Mod-Support der PC-Version muss man hier verzichten, aber zusammen mit dem brillanten Add-on War of the Chosen hat man hier auch so schon genug zu tun, um so schnell keinen anderen Strategietitel mehr zu brauchen.

Was genau die Qualitäten dieses Pakets sind, könnt ihr im Großen und Ganzen unserem Test zu XCOM 2: War of the Chosen entnehmen, der rein inhaltlich komplette Gültigkeit behält, nur dass die Collection auch alle anderen der kleineren DLCs beinhaltet, die sich aber nicht maßgeblich auf den Spielspaß auswirken. Die interessante Frage war von vorneherein doch eher: Wie würde sich dieses Spiel auf der Switch schlagen, wo doch selbst gut gerüstete Spiele-PCs mit den komplexen und zerstörbaren Umgebungen hier und da sichtlich Probleme bekamen?

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Man sieht direkt, dass das Spiel Federn gelassen hat. Aus der normalen Vogelperspektive macht das aber nicht so viel aus.

Nun, die Antwort ist wohl: Erwartungsgemäß! Die grafische Qualität musste stark beschnitten werden, Texturen und das allgemeine Bild sind merklich unschärfer, ohne allerdings die Spielbarkeit zu beeinträchtigen. Weniger schön sind die Performance-Stotterer, die vor allem in vielen der Flair-Szenen einsetzen, wenn mal wieder ein Alien mit Schwung über eine Balustrade geschossen werden soll und in der Luft das Bild für eine Zehntelsekunde einfriert. Gleichzeitig wirkt trotz der nicht gerade sparsamen Dateigröße von immerhin 24 GB die Musik ein wenig mehr komprimiert, als sie sein sollte, und die Ladezeiten von der Strategie- auf die Taktikebene und zurück sind mit gut 45 Sekunden ebenfalls nicht gerade das, was man als Pick-up-and-play bezeichnen würde.

Es wirkt alles einfach nicht besonders sauber und das betrifft auch einige Bugs, die nicht nur mir unterkamen: Einige User berichten davon, dass der wichtigste Skill der Scharfschützen, die Truppsicht, hier und da nicht zu funktionieren scheint, was nur durch ein Laden des Spielstands behoben werden kann. In einer Situation konnte ich einen Feind nicht als Ziel anvisieren, obwohl nach meinem Dafürhalten die Schusslinie frei war. Ich bin allerdings zuversichtlich, dass zumindest die Bugs noch eliminiert werden.

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Mutonen. Ich könnte auf sie verzichten.

Macht das noch Spaß? Ja, sehr viel sogar. Auch wenn ich das Szenario der besetzten Erde nie so sehr lieben werde, wie das des ersten Teils, bei dem man eine schleichende Invasion nach und nach zurückdrängt, ist XCOM 2 besonders durch War of the Chosen ein Ausnahmetaktikspiel, das Köpfchen, Wucht und Tempo auf unnachahmliche Weise vereint. Wie gesagt, Details entnehmt ihr dem Test, den ich oben verlinkt habe. Aber diese Mischung aus globaler Abwägung, welcher Forschung, welcher Mission oder welchem Hinweis man nun in seiner beschränkt vorhandenen Zeit nachgeht, und folgenschwerer Taktiererei auf diesen dynamischen Schlachtfeldern verliert einfach nie an Reiz. Es ist schlichtweg eine unverwüstliche Formel und wie sehr einem seine Soldaten ans Herz wachsen - und man die neuen persistenten Feindcharaktere in der Erweiterung fürchten und hassen lernt -, das ist unbeschreiblich.

50 Euro sind nicht gerade billig und das hier ist sicher nicht die beste Art, XCOM 2 zu erleben. Immerhin lebt dieses Spiel auch von seinem Gespür dafür, ein eigentlich trockenes Quasi-Schachspiel wie einen schmissigen Action-Film aussehen zu lassen. Aber auch das reicht noch zu einem der besten Taktikerlebnisse, die man auf der Switch gerade kaufen kann. Wenige andere Spiele machen einen so stolz über einen perfekten Einsatz und halten die Anspannung die komplette Kampagne hindurch auf einem vergleichbar hohen Level. Daran kann auch die abgespeckte Technik nicht rütteln.

Entwickler/Publisher: Firaxis/2K - Erscheint für: Nintendo Switch, PC, PS4, Xbox One - Preis: ca. 50 Euro - Erscheint am: erhältlich - Sprache: Deutsch - Mikrotransaktionen: nein - Getestete Version: Switch

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Über den Autor:

Alexander Bohn-Elias

Alexander Bohn-Elias

Stellv. Chefredakteur

Alex schreibt seit 2001 über Spiele und war von Beginn an bei Eurogamer.de dabei. Er mag Highsmith-Romane, seinen Amiga 1200 und Tier-Dokus ohne Vögel.

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