Harmonix' Leben nach Rock Band: FUSER könnte ein großes Ding werden!

Wanna dance with somebody?

Ich habe keine Ahnung, warum Fuser funktioniert, aber ich kann nicht aufhören, dabei mit dem Kopf zu nicken. Vielleicht, weil ich Whitney, die jetzt im Freestyle-Modus von Harmonix' neuem DJ-Spiel schon seit einer Viertelstunde unnachahmlich ihre Tanzlaune heraussirent, kräftig beipflichte. Das hier macht einfach Lust zu Tanzen, egal, welcher Musikrichtung man nun zugetan ist.

Dabei hatten Daniel Sussmann und seine Kollegen bei Harmonix nach ihren Erfahrungen mit Guitar Hero und Rock Band durchaus Sorge, ob für Dance-Musik und das DJ-Dasein eine ähnliche Leidenschaft besteht, wie für die Traumvorstellung vom dauertourenden Rockstar. Harmonix hatte nicht weniger als das offizielle Spiel zur Luftgitarre auf dem Kerbholz. Dafür gab es im Bereich der Tanzhallen-Beats kein Äquivalent - oder doch?

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Die Konzertatmosphäre stimmt. Auch wenn wir über Tatts und Outfit noch sprechen müssen! Selbst das Bühnenbild und die Effekte bestimmt ihr, wenn ihr wollt

Wie ich jetzt nach drei, vier Stunden Fuser gestehen muss, gibt es das doch. Und es ist das Tanzen selbst. Wie sich das Einswerden mit der Musik ausdrückt, ist eigentlich fast egal. Und ich gebe zu, mehr noch als in Rock Band, dessen Musik mir auf dem Papier im Grunde besser gefallen sollte als das, was ich hier fabriziere, hält es mich nach etwas Übung kaum auf dem Sessel, was bei Fuser passiert.

Kurz gesagt, drehen sich bei Fuser vor euch vier Plattenteller, die jeweils eine Tonspur symbolisieren. Am oberen Bildrand blättert ihr durch drei Crates an Songs, insgesamt dreißig Tracks, die jeweils ihrerseits auf vier Tonspuren aufgedröselt wurden und aus allen möglichen Genres kommen. Rock war mit Ausnahme von The Clash und Smash Mouth eher weniger vertreten, aber Sussmann versprach mir, zum Launch gäbe es auch Dinge aus krachigeren Richtungen zu hören.

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Und so sieht das dann in Aktion aus.

Ihr fahrt also mit dem Cursor über ein Lied und drückt die entsprechende Taste, um Drums, Gitarren, Keys oder Gesang Beat-gerecht zu "droppen" und seht zu wie die Leute ausrasten. Hier und da kommen Wünsche aus dem Publikum, gewisse Genres oder Tracks beizumischen, ihr variiert Tempo und Tonlage, ohne dass die Songs zu albernen Mickey-Maus- oder Satanistenversionen verkämen - Respekt an die Toningenieure - und wundert euch, wie gut das alles funktioniert.

Und mehr kann man fast gar nicht dazu sagen, außer, dass es mich aufrichtig überraschte, was für eine Wertschätzung man für einzelne Elemente eines Songs gewinnen kann. Die Killer-Basslinie von Warren Gs Regulate hab ich sonst zwar gespürt, aber so recht bewusst war sie mir nie. Mir gelang eine phänomenale gespenstische Mischung von Don't Fear the Reaper zum Bass von Billie Eilishs Bad Guy und klimpernden Samples von Imagine Dragons, die ich nie für möglich gehalten hätte. Ich fuhr das Tempo hoch, stellte Gitarren von Panic at the Disco und Macklemore Samples in die Warteschlange und kam zum Beat von Nellys Hot in Herre zu einer geradezu lächerlichen, glücklich machenden Version von I wanna Dance with somebody - und die Leute im Publikum rasten aus.

Ich bin noch nicht sicher, wie sehr dieses Erlebnis die über die Jahre herangezüchtete Highscore-Community locken wird, die sich um Rock Band und Guitar Hero versammelte. Aber ein Erlebnis ist es! Obwohl Timing für die Publikumszuneigung, die auch hier euer "Lebensbalken" ist, immens wichtig ist, fühlte ich mich hier weniger im Tunnelblick eines Button-gefüllten Highways gefangen und näher an der Musik als je in einem Musikspiel zuvor.

Um es mit Whitney zu halten: "I wanna dance with somebody who loves me!" Und wie sie tanzen! Und wie sie mich lieben!

Entwickler/Publisher: Harmonix/NCSoft Erscheint für: PC, PS4, Xbox One, Switch - Geplante Veröffentlichung: Herbst - Angespielt auf Plattform: PC

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Über den Autor:

Alexander Bohn-Elias

Alexander Bohn-Elias

Stellv. Chefredakteur

Alex schreibt seit 2001 über Spiele und war von Beginn an bei Eurogamer.de dabei. Er mag Highsmith-Romane, seinen Amiga 1200 und Tier-Dokus ohne Vögel.

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