Railway Empire - Test (Switch): Nicht eure beste Option

Kein Augenschmaus.

Inhaltlich kompetente Umsetzung des Tycoon-Spiels auf Nintendos Konsole, bei der Technik gibt's aber Abstriche und Probleme.

Railway Empire ist ein tolles Spiel. Das war es damals zur Veröffentlichung nicht allein auf dem PC, für die beiden Konsolen Xbox One und PlayStation 4 lieferten die Entwickler ebenso gute Arbeit ab. Und jetzt, mehr als zwei Jahre nach dem ursprünglichen Release, folgt die Umsetzung auf Nintendos Switch. Railway Empire unterwegs zu spielen, klingt verlockend, wenngleich es von allen Versionen nicht die beste Wahl ist.

Um die Portierung kümmerte sich sich dabei nicht das ursprüngliche Entwicklerstudio Gaming Minds, vielmehr hat es Independent Arts auf die Switch portiert. Und im Kern ist es komplett intakt. Ihr bekommt all das, was Railway Empire spielerisch ausmacht, auf Nintendos Konsole, in dieser Hinsicht gibt's nichts zu meckern. Neben dem Hauptspiel erhaltet ihr noch die beiden DLCs Mexico und Crossing the Andes als Bonus dazu, weitere sind im eShop erhältlich.

Defizite zeigen sich bei der Switch-Portierung von Railway Empire primär im visuellen und technischen Bereich. Visuell büßt das Spiel einiges von seinem Modellbau-Charme ein, da die Texturen spürbar schwächer ausfallen und die Umgebung pixelig wirkt, es sei denn ihr befindet euch unmittelbar zum Beispiel neben einem Gebäude oder Zug. Manche Dinge, zum Beispiel die Richtung, in der ihr Signale platziert, lässt sich auf niedrigeren Zoomstufen nicht mehr erkennen, wo das auf der Xbox One noch möglich war. Andere Sachen sind ebenso schwerer auszumachen, die Namen der Städte hätten, wenn ihr ganz weit rauszoomt, einen Tick größer sein dürfen.

Railway_Empire_Switch_Test
Visuell hat das Spiel bei der Portierung gelitten.

Ab und an wirkt es so, als würde ein merkwürdiger Filter auf dem Bild liegen, durch den es ein wenig verwaschen und unscharf wirkt. Zusammen mit einem leichten Ruckeln - nicht das Spiel an sich, vielmehr die Bewegung der Kamera -, vor allem auf der mittleren Zoomstufe, sorgte das bei mir in dieser Kombination in einigen Momenten für ein dezentes Unwohlsein beim Spielen. Ich habe das Gefühl, meine Augen mehr anstrengen zu müssen als in anderen Spielen, was sowohl für den kleinen Bildschirm der Switch als auch für den Fernseher gilt. Auf Dauer war es so für mich nicht angenehm zu spielen.

Auf der höchsten sowie auf der niedrigsten Zoomstufe, auf der euer Blick auf die Welt fokussierter ist beziehungsweise das Spiel einige Details der Spielwelt ausblendet, läuft es besser und flüssiger. Da ihr im normalen Spielverlauf aber des Öfteren mit der Kamera rein- und rauszoomt, fallen die unsauberen Bewegungen häufig ins Auge. Schade, dass die Umsetzung in diesen Aspekten nicht perfekt ist. Ich hoffe, dass hier noch nachträglich ein wenig Feinschliff kommt, verdient hätte es das Spiel.

Von diesen Dingen abgesehen dreht es nach wie vor an den richtigen Schrauben, indem es euch euer eigenes Eisenbahnimperium anhand verschiedener Szenarien oder im freien Spiel aufbauen lässt. Ihr bewegt euch durch mehrere Jahrzehnte und Epochen des Zugverkehrs, errichtet Bahnhöfe, verhelft Städten zu Wachstum und scheffelt Bares, um Stück für Stück weiter zu expandieren und die Konkurrenz auszustechen.

Diesen Job meistert Kalypsos Spiel nach wie vor mit Bravour, es macht im Grunde so viel Spaß wie auf den anderen Plattformen. Möchtet ihr mehr zu den inhaltlichen Dingen wissen, schaut am besten in den ursprünglichen Railway Empire Test, ebenso erfahrt ihr in mehreren Artikeln mehr über die DLCs zu Großbritannien, Deutschland, Frankreich und Nordeuropa.

Auf der Xbox One habe ich Railway Empire eine ganze Weile gespielt, die Switch-Version fesselt mich indes nicht derart vor den Bildschirm. Inhaltlich ist alles an seinem Platz, technisch betrachtet macht mich die Umsetzung nach aktuellem Stand nicht so glücklich. Zu verwaschen, zum Teil zu ruckelig und unsauber, da geht noch was. Habt ihr hier die Wahl, Railway Empire auf einer anderen Plattformen zu spielen, wäre das meine Empfehlung. Wenn indes die Switch eure einzige Option ist, ihr ein Eisenbahn-Tycoon-Spiel haben möchtet und bereit seid, über technische Defizite hinwegzusehen, lohnt sich ein Blick darauf. Wartet aber vielleicht noch ein wenig auf etwaige Patches und Optimierungen.

Entwickler/Publisher: Gaming Minds, Independent Arts/Kalypso - Erscheint für: PC, PS4, Xbox One, Switch - Preis: 39,99 Euro - Erscheint am: erhältlich - Getestete Version: Switch - Sprache: Deutsch, Englisch und andere - Mikrotransaktionen: nein

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Über den Autor:

Benjamin Jakobs

Benjamin Jakobs

Leitender Redakteur News

Seit 2006 bei Eurogamer.de dabei, Redakteur und hauptverantwortlich für den Newsbereich. Begann seine Spielerlaufbahn auf dem PC mit Wing Commander, UFO und dem Bundesliga Manager, spielt mittlerweile aber hauptsächlich auf den Konsolen, genauer gesagt Xbox One, Xbox 360, Switch, PS4, Wii U, PS3 und 3DS. Ist grundsätzlich für viele Spiele und Genres offen und mag vieles, was mit Science-Fiction zu tun hat, kann aber mit JRPGs nicht wirklich viel anfangen. @f1r3storm auf Twitter.

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